Montag, 27. Februar 2017


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Internationale Studie: Mehr Klimaschutz durch effiziente Abfallwirtschaft

(lifePR) (Freiburg/Berlin, ) In Indien und Ägypten aber auch in den USA kann die Abfallwirtschaft noch deutlich mehr als heute zum Klimaschutz beitragen. Die Klimaschutzpotenziale der Abfallwirtschaft der drei Länder, aber auch weiterer OECD- und EU-Staaten, sind bei weitem nicht ausgeschöpft. So tragen die Methanemissionen, die vor allem durch die Deponierung von Abfällen entstehen, erheblich zur Verschlechterung ihrer Treibhausgasbilanz bei. Um mit mehr Recycling signifikant Treibhausgase zu reduzieren, sollten die Staaten den Ausbau einer integrierten Kreislaufwirtschaft fördern. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Öko-Institut und IFEU Heidelberg im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Recycling ausbaufähig

Sie analysiert die Möglichkeiten der Abfallwirtschaft zum Klimaschutz beizutragen für die OECD-Staaten, 28 EU-Länder sowie in drei Detailstudien für Indien, Ägypten und die USA. Wichtigste Herausforderung für letztere ist das geordnete Recycling: So werden in Ägypten und Indien Abfälle überwiegend ohne weitere Vorbehandlung auf ungeordneten Deponien abgelagert. Ihre Sammlung, Sortierung und Verwertung ist einzig dem informellen Sektor zu verdanken – also privaten Personen und Organisationen, die Abfälle sammeln, sortieren oder unter sehr schwierigen Umständen Wertstoffe auf Deponien heraussuchen.

Der Ausbau einer geordneten Wertstoffsammlung und -verwertung sowie die Verbrennung von nicht nutzbarem Restmüll in effizienten Müllverbrennungsanlagen kann im besten Szenario die Treibhausgasemissionen um bis zu 25 Millionen Tonnen pro Jahr in Indien und knapp 14 Millionen Tonnen pro Jahr in Ägypten senken. Dafür müssten die Länder insbesondere auch stringente politische und rechtliche Vorgaben beispielsweise in Form von Abfallwirtschaftsgesetzen einführen und umsetzen.

„Bei der Einführung entsprechender Gesetze müssen die Länder ihre informellen Strukturen berücksichtigen“, erklärt Günter Dehoust, Experte für Abfallwirtschaft und stellvertretender Bereichsleiter Infrastruktur & Unternehmen am Öko-Institut. „Dort arbeiten heute viele Menschen, die manuell und leider häufig unter schlechten Arbeitsbedingungen einen Großteil des Recyclings leisten. Ihre Arbeitsplätze zu erhalten und gleichzeitig den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu verbessern, ist dringend geboten. Zudem müssen die negativen Auswirkungen der Abfallbehandlung auf die Umwelt minimiert werden.“

USA: Deponierung verhindert Klimaschutz

Doch nicht nur in den Entwicklungsländern, auch in den USA verhindert vor allem der große Anteil an Abfalldeponierung einen effizienten Klima- und Ressourcenschutz. So verbringen die USA mehr als die Hälfte ihrer Siedlungsabfälle auf Deponien, nur rund ein Viertel wird recycelt. Deshalb kann eine Steigerung der Recyclingquoten und der effizienten Müllverbrennung zur Energiegewinnung bis zu 160 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen je Jahr vermeiden.

Für die Summe aller OECD-Länder zeigte die Studie Einsparungspotentiale von 353 Millionen, für die EU-28 von 91 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen auf.

Studie „Klimaschutzpotenziale der Abfallwirtschaft“ von IFEU Heidelberg und Öko-Institut

Öko-Institut e.V.

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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