Mittwoch, 22. November 2017


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Schweiz: OECD empfiehlt höhere Produktivität für anhaltenden Wohlstand

Berlin, (lifePR) - Die Schweizer Wirtschaft hat die bisherigen Krisen gut überstanden, aber das Wachstum beschleunigt sich nicht und das Pro-Kopf-Einkommen liegt immer noch auf dem Niveau, das bereits vor der weltweiten Wirtschaftskrise verzeichnet wurde. Weitere Reformen sind erforderlich, um die Produktivität wieder zu steigern, die Einkommen zu erhöhen und sicherzustellen, dass der aktuelle Lebensstandard und das hohe Wohlbefinden auch den nächsten Generationen zugutekommen, so ein neuer Bericht der OECD.

Die Verfasser der jüngsten Studie der OECD zur Schweizer Wirtschaft sehen kaum Spielraum für weitere unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft des Landes. Für 2018 prognostizieren sie ein Wachstum von 1,7 Prozent und für 2019 von 1,8 Prozent. Eine Reihe politischer Maßnahmen könnte der Schweiz helfen, die Produktivität zu steigern, eine hochqualifizierte Erwerbsbevölkerung zu erhalten und die Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern.      

Die Studie wurde in Bern von Alvaro Pereira, Leiter der Länderstudien in der Wirtschaftsabteilung der OECD, Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch und Botschafter Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), vorgestellt. Reformen zur weiteren Förderung des Wirtschaftswachstums, die Stabilisierung der Rentensysteme, die Erhöhung der Teilnahme am Erwerbsleben und die Verbesserung des bereits renommierten Bildungssystems für die zukünftigen Generationen gehören zu den Bereichen, in denen vorrangig Maßnahmen zu treffen wären.

Ein kräftigerer Wirtschaftsaufschwung und steigende Einkommen hängen von einer robusten Haushaltspolitik und soliden Finanzmärkten ab. Zur Unterstützung des Wachstums sollte die Schweiz die Haushaltsausgaben auf Bundes- und Kantonalebene besser koordinieren, um das Niveau anzuheben. Die Kürzung der Agrarsubventionen und effizientere öffentliche Ausgaben würden Mittel für Maßnahmen zur Förderung von Wachstum und Inklusion freisetzen.

Um die Risiken zu verringern, könnte die Schweiz die verbleibenden expliziten Staatsgarantien für die Kantonalbanken abschaffen und unter Berücksichtigung der finanziellen Tragbarkeit die Hypothekendarlehen offiziell begrenzen. Bei der Umsetzung müssten Abweichungen von der Regelung begründet werden.

Zur Lösung der durch die Alterung der Bevölkerung hervorgerufenen Probleme wird empfohlen, das Rentenalter für alle Arbeitskräfte auf 65 Jahre anzuheben und danach an die Lebenserwartung zu binden. Ebenfalls empfohlen werden höhere Finanzanreize für einen späteren Eintritt in den Ruhestand und die Förderung von Programmen zur Verlängerung des gesunden Arbeitslebens und der Krankheitsprävention. Lebenslanges Lernen, Karriereplanung und maßgeschneiderte Unterstützung bei der Stellensuche würde den Arbeitskräften helfen, sich besser an marktbedingte Änderungen anzupassen.

Zur Beschleunigung des langfristigen Wachstums sollte das Privateigentum gefördert und die Eintrittsbarriere, unter anderem auch die Beschränkung der Anzahl der Wettbewerber, im Energie-, Telekommunikations- und Verkehrssektor abgeschafft werden. Verbesserter Wettbewerb, mehr Dienstleistungen und Investitionen und weniger administrative Bürden könnten auch zur Gründung innovativer Startups führen und das Wachstum ankurbeln. Eine höhere Anzahl innovativer Startups dürfte auch den Abstand zwischen den produktivsten Firmen und den übrigen Unternehmen verkleinern.

Die Verfasser der Studie unterstreichen, dass einige Bevölkerungsgruppen, in erster Linie Frauen und Migranten, ihr Potenzial am Arbeitsmarkt nicht vollständig ausschöpfen können. Erschwingliche Kinderbetreuung, die Besteuerung der Einzelpersonen statt der Haushalte und die erleichterte Einwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten sollten helfen, die künftige Nachfrage am Arbeitsmarkt zu decken.

Anhaltender wirtschaftlicher Wohlstand erfordert ein wachsendes Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften. Der Wandel der Arbeitswelt setzt eine flexible, dynamische und inklusive Berufsausbildung und lebenslanges Lernen voraus. Staatliche Maßnahmen könnten das Berufslehreangebot in Kleinunternehmen ausbauen und die Beziehungen zwischen der schulischen Berufsausbildung und den Arbeitgeberverbänden festigen. Die Teilnahme bildungsferner Bevölkerungsgruppen an Fort- und Weiterbildungsprogrammen könnte durch öffentliche Mittel unterstützt werden.

Ein Überblick über die Wirtschaftsstudie mit den wesentlichen Schlussfolgerungen steht auf der Website der OECD bereit: www.oecd.org/economy/surveys/economic-survey-switzerland.htm.

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