Extremer Mengendruck im Obstjahr 2018

Sorgenkinder waren die Erdbeerernte und fehlende Äpfel aus dem Frostjahr 2017 - Obstgroßmarkt Mittelbaden zog Bilanz

(lifePR) ( Oberkirch, )
Die Auswirkungen des Frostjahres 2017 bekamen die Erzeuger der Obstgroßmarkt Mittelbaden eG auch im Geschäftsjahr 2018 noch zu spüren. Dennoch resultiert aus den Obstverkäufen ein Umsatz von rund 29,5 Millionen Euro und zeigt sich gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil. Mit 32 449 Tonnen vermarkteter Erntemenge konnte man im Vergleich zum Vorjahr wieder zulegen. Die Bilanz schließt mit einem Minus von rund 241 600 Euro.  

„Wenn wir keine Äpfel haben, können wir keine verkaufen“, stellte Geschäftsführender Vorstand Marcelino Expósito in seinem Resümée im Rahmen der Generalversammlung in der Erwin-Braun-Halle in Oberkirch am Donnerstagabend fest. Denn es fehlten nach dem Frostjahr 2017 Lageräpfel in der Vermarktung. Eine zunehmende Internationalisierung des Verkaufsmarktes mit Obst aus aller Welt zu allen Jahreszeiten stellt die OGM vor zusätzliche Herausforderungen. Das gesamte Jahr 2018 war gekennzeichnet durch sehr große Warenmengen, national wie international, was unterm Strich bei allen Kulturen einen Preisrückgang nach sich gezogen hat. „Große Mengen in kurzen Zeiträumen abzusetzen, stellt an die Vermarktung enorme Herausforderungen“, so Expósito. „Das Jahr war geprägt durch einen unheimlichen Mengendruck“, versicherte Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht. Das habe sich auf den Marktpreis drastisch ausgewirkt, besonders bei den Erdbeeren, da es in Spanien aufgrund der dort kühleren Witterung zu einer Verzögerung der Ernte und hier in der Ortenau zu einem früheren Erntebeginn kam. Das führte über drei Wochen hinweg zu einer Überlagerung der Angebote im Lebensmitteleinzelhandel. Geerntet wurden mit 4500 Tonnen Erdbeeren rund 900 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Der Erlös lag aber um 1,6 Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Bei allen übrigen Beerenkulturen sind die Umsätze stabil geblieben. Bei den Zwetschgen wurde mit 7 700 Tonnen gar die sechsfache Menge eingefahren. Beim Steinobst ließen sich sogar insgesamt 4,5 Millionen Euro mehr Umsatz generieren. „Unser Sorgenkind waren eindeutig die Erdbeeren.“

Beim Kernobst war das Frühjahr durch die fehlenden Äpfel aus 2017 geprägt, während die Ernte 2018 große Mengen zu sehr niedrigen Preisen bescherte. So hat das Frostereignis aus dem Jahr 2017  letztlich die Einnahmen um 1,2 Millionen Euro gesenkt. Hinzu kamen Investitionen für die Lagerräume in Block E und F mit einer halben Million Euro an Eigenmitteln. Das heißt für die OGM Mindereinnahmen von 1,7 Millionen Euro. 

Mit einem Drei-Jahres-Programm will man das Unternehmen für die Zukunft aufstellen. Dazu wird auch über Strukturanpassungen nachgedacht. Derzeit betreibt die OGM 19 Sammel- und Betriebsstellen. „Das kostet natürlich Geld.“ Ebenso wird an einer Kulturen- und Anbaustrategie gebastelt, die auf den Markt abgestimmt sein wird. Auch wurde eine Computer basierte Mengenplanung mittels App entwickelt, so dass der Erzeuger schon rechtzeitig seine Mengenmeldung durchgeben kann. „Das kommt beim Handel sehr gut an. Und unser Vertrieb kann besser planen.“ Zudem wolle man dem LEH damit einen Mehrwert bieten und regionale Stärke demonstrieren. Konsequent wird auch an einer Qualitätsstrategie gearbeitet. Große Anstrengungen werden bei der technischen Optimierung unternommen. Dazu gehört   auch die Energieeffizienz. Der Verbrauch soll mit intelligenter Steuerungstechnik reduziert werden. Weiterhin wird intensiv Ergebnis offen eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit der Franz Eckenfels Fruchthandel GmbH aus Oberkirch-Tiergarten geprüft.

Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig hatte souverän durch die Versammlung geführt und in seinen Schlussworten zu Geschlossenheit aufgerufen, um die OGM in die Zukunft zu führen. Für die Stadt hatte Bürgermeisterstellvertreter Georg Wolf Grüße übermittelt und daran erinnert, dass die „Wiege des Obstbaus“ in Oberkirch liegt, denn hier wurde vor 90 Jahren die Bezirksobstgroßmarktgenossenschaft gegründet.

Bei den anschließenden Wahlen trat das langjährige Vorstandsmitglied Adolf Karcher aus Achern-Oberachern nicht mehr an. Seit 1991 gehörte er den OGM-Gremien an, zuletzt 20 Jahre dem Vorstand.  Für ihn wurde Franz Kurz aus Sasbach gewählt. Ebenfalls nicht mehr zur Wahl stellte sich Aufsichtsratsmitglied Klemens Kammerer aus Renchen-Ulm. Für ihn wählte die Versammlung Obstbaumeister Stefan Sester aus Oberkirch. In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurde Hannes Panter aus Oberkirch.

Ehrungen

Seit 25 Jahren führen Irene und Alois Huschle die OGM-Sammelstelle in Renchen. Seit über 50 Jahren ist diese in Familienhand. Die Vertreter der Gremien würdigten das Engagement des Paares mit Dank und einem Geschenk. Ebenfalls geehrt wurde „das Urgestein der Obstregion Mittelbaden“, so Grimmig, Adolf Karcher aus Achern-Oberachern. „Der genossenschaftliche Gedanke hat bei mir immer absolute Priorität gehabt“, verdeutlichte Karcher. Im deutschen Obstbau sei es noch nie einfach gewesen. Er appellierte an die Politik, die bürokratischen Hürden zu reduzieren, damit auch die nächste Generation ermuntert werde, die Sonderkulturen weiterzuführen und damit die Kulturlandschaft der Region zu erhalten. Klemens Kammerer aus Renchen-Ulm gehörte 17 Jahre dem Aufsichtsrat an und scheidet nun aus privaten Gründen aus.

Fakten

1800 Mitglieder

Einzugsgebiet von Ortenberg bis Bühl

80 Mitarbeiter/innen
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