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Pressemitteilung BoxID: 616995 (Neue Deutsche Medienmacher e.V.)
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"Auch wir sind Hessen"

Neue Deutsche Organisationen kommen beim Regionalkongress in Frankfurt zusammen

(lifePR) (Berlin, ) Wie kann Gesellschaftspolitik für alle gelingen? Darüber haben am Freitag in Frankfurt am Main 65 Vertreter von Migrantenorganisationen, Neuen Deutschen Organisationen und Verwaltung beim ersten Regionalkongress der Neuen Deutschen Organisationen (NDO) diskutiert. „Wir planen hier Projekte, wie wir das Neue Deutsch-Sein in die Breite tragen“, sagte die Journalistin Canan Topçu, Koordinatorin der Neuen Deutschen Medienmacher im Rhein-Main-Gebiet, auch in Hinblick auf den zunehmenden Rechtspopulismus in Deutschland.

Aydan Özoğuz, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, betonte: „Gerne unterstütze ich die Ausrichtung der Regionalkonferenzen der Neuen Deutschen Organisationen in meinem Schwerpunktjahr „Teil haben, Teil sein: Partizipation in der Einwanderungsgesellschaft“. Es ist wichtig, dass das selbstbewusste Gesicht der Netzwerke und Initiativen der Nachkommen der Einwanderer in ihrer Entstehung und Vernetzung vor Ort gestärkt werden. Nur so ist Teilhabe möglich.“ Der hessische Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel, bekräftigte, dass sich die Integrationspolitik der Landesregierung nicht ausschließlich an die Gruppe der Zugewanderten richte, sondern auch an die aufnehmende Gemeinschaft, zu der ebenfalls Zugewanderte und ihre Nachkommen gehörten. „Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen“, sagte Dreiseitel an die Teilnehmenden gerichtet und versprach, dass die Landesregierung ihre Integrationspolitik mit den Erfahrungen der Neuen Deutschen Organisationen weiter entwickeln wolle.

Zu den Forderungen der Teilnehmenden gehört unter anderem, Drittstaatsangehörigen ein kommunales Wahlrecht zu gewähren. „Wenn wir eine gemeinsame Identität wollen, dann brauchen wir auch rechtliche Gleichberechtigung“, meinte Lorenz Narku Laing von der Schwarzen Jugend in Deutschland (SJID). Er verlangte außerdem eine stärkere Förderung von Führungspersönlichkeiten aus Einwandererfamilien; Gremien in staatlichen Institutionen, Wohlfahrts- oder Sportverbänden müssten die Gesellschaft abbilden. Handlungsbedarf sahen die Teilnehmenden auch in der Arbeit gegen Diskriminierung. Furat Abdulle von der Künstlergruppe „i,Slam“ forderte Antidiskriminierungsstellen an Hochschulen und eine Regelfinanzierung der bislang von Ehrenamtlichen getragenen Antidiskriminierungsarbeit.

Die Neuen Deutschen Organisationen vernetzen sich weiter – beim nächsten NDO-Kongress am 02. Dezember in Hannover.

Zu den "Neuen Deutschen Organisationen": Deutschlandweit haben sich in den vergangenen Jahren Initiativen von Menschen gegründet, die sich nicht mehr als Migranten- und Ausländervereine bezeichnen. Stattdessen heißen sie "Buntesrepublik", "Schülerpaten", "Deutschplus" usw. Ihre Botschaft: Deutschsein ist heute mehr, als deutsche Vorfahren zu besitzen. Seit 2015 treffen sie sich bundesweit unter dem Dach der "Neuen Deutschen Organisationen".