Mittwoch, 22. November 2017


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Urlaub vor 50 Jahren

Ein Hoteleinkäufer erinnert sich an die ersten deutschen Gäste

Oberursel, (lifePR) - In diesem Jahr blicken die "Urlaubsmacher" von Neckermann Reisen auf 50 Jahre Firmengeschichte zurück. Im April 1963 starteten die ersten Neckermann-Reisenden mit Propeller-Flugzeugen in Sonnenziele wie Mallorca, Tunesien, an die Costa del Sol und nach Montenegro. Das Besondere waren die günstigen Preise: zwei Wochen Mallorca mit Flug und Vollpension waren bereits ab 335 Mark zu haben. Josef Neckermann hatte nach dem im Versandhandel bewährten Prinzip - großer Umsatz, kleine Marge - große Kontingente von Flügen und Hotelbetten eingekauft, um viele Gäste von dem Angebot zu überzeugen.

In Spanien sorgte der Hoteleinkäufer Albrecht von Pflug damals dafür, dass für die deutschen Neckermann-Gäste Hotelzimmer zur Verfügung standen.

Im Gespräch mit dem Zeitzeugen Albrecht von Pflug:

Wenn Sie heutige Urlauber mit den Gästen von damals vergleichen, wo sehen Sie die größten Unterschiede?

"Damals hatten die meisten Urlauber noch nie zuvor eine Flugreise unternommen. Deswegen war die Reise selbst ein besonderes Ereignis. Viele Gäste hatten schon bei der Anreise etwas Schönes angezogen. Und die Herren trugen zum Abendessen manchmal sogar einen Anzug. Auch für die Hoteliers waren die plötzlich zahlreich anreisenden deutschen Gäste etwas Besonderes: Sie sagten mir oft, dass die deutschen Urlauber sehr höflich seien und weniger Beschwerden hätten als die spanischen Urlauber."

Was war sonst typisch für die deutschen Pauschalurlauber?

"Das Essen war eine Herausforderung für die Hoteliers. Während ihre spanischen Gäste meist nur Frühstück nachfragten, legten die deutschen Gäste Wert auf Vollverpflegung. Und die deutschen Urlauber wollten auch gerne Speisen, die sie von zu Hause kannten. So stand dann beispielsweise auch bei einfachen Pensionen auf Mallorca plötzlich Schnitzel auf dem Menü."

Das klingt nach Pionierarbeit.

"Ja. Wir mussten immer bereit sein, schnell zu improvisieren. Ein großes Problem war, dass die Nachfrage boomte und die Hoteliers mit ihren Hotelneubauten oft nicht hinterherkamen. Ich weiß noch, dass die Reiseleiter dann am Flughafen gezielt jüngere Urlauber angesprochen haben, die in der Regel gelassener reagierten. Einmal haben wir auf Mallorca Gäste sogar im Kloster Lluc untergebracht - als Entschuldigung gab es dann einen Mietwagen gratis."

Haben sich die Gäste damals auch beschwert?

Bei Unstimmigkeiten gab es anfangs nur mündliche Entschuldigungen - eine Reklamationsabteilung existierte ja noch nicht. Als wir immer mehr Gäste begrüßten, mussten wir uns aber eine bessere Abwicklung überlegen. So entstand ein Standard-Entschuldigungs-Brief, den wir kopiert hatten. Auf den jeweiligen Beschwerdegrund wurde nicht eingegangen. Aber wir gelobten Besserung für die nächste Reise."

Mit Sicherheit gibt es auch ein lustiges Ereignis, an das Sie sich gerne erinnern.

"Unsere Weihnachtsbaum-Flieger waren außergewöhnlich. Es war nämlich so, dass in unseren ersten Wintersaisons die Nachfrage der Gäste eher spärlich war. Denn viele Deutsche wollten die festliche Weihnachtszeit zu Hause nicht verpassen. Also ging es darum, auch im Ausland für Weihnachtsstimmung zu sorgen. So haben wir in den Prospekten die Hotels gekennzeichnet, die wir mit Weihnachtsbäumen ausstatten würden und haben auf die Flieger Tannenbäume von Deutschland aus in die Urlaubsziele gebracht. Das kam wirklich gut an. Uns Mitarbeitern haben solche Aktionen außerhalb der Reihe natürlich auch gefallen."

Albrecht von Pflug: Persönliche Daten

Albrecht von Pflug wurde 1930 in Danzig geboren und hatte 1948 als Page im Kurhaus von Bad Pyrmont ersten Kontakt zum Gastgewerbe. Danach folgte 1956 eine Hotelfachausbildung in Bad Wiessee am Tegernsee. 1960 pachtete er ein 40-Betten-Hotel am Staffelsee. Frisch verheiratet unternahm Albrecht von Pflug im gleichen Jahr selbst seine erste Flugreise: Per Propeller-Flugzeug ging es nach Spanien. Dort ermutigten ihn seine in Deutschland erworbenen Pachterfahrungen in Marbella Hotelier zu werden. Um sein Gästehaus gut auszulasten, nahm Albrecht von Pflug Kontakt mit dem Schweizer Touristikunternehmen Hotelplan auf, die sein Hotel in ihr Programm aufnahmen. 1961 beschlossen der Reisepionier und Hotelplan eine weitergehende Zusammenarbeit: Albrecht von Pflug wurde Hotelplan- Mitarbeiter und kaufte in den gefragten spanischen Zielen wie Mallorca und Costa Brava Hotelbetten ein. 1971 wechselte der Touristiker zu Neckermann nach Frankfurt: Dort war er anfangs für den Spanien-Außendienst verantwortlich und somit auch für den Einsatz und die Schulung der weltweit tätigen Reiseleiter. Bis zum Jahr 1993 war Albrecht von Pflug für Neckermann Reisen tätig.

Neckermann Reisen

Neckermann Reisen ist eine Marke der Thomas Cook AG und der zweitgrößte Reiseveranstalter in Deutschland. Unter dem Motto "Neckermann macht's möglich" steht der Veranstalter für gute Qualität zu günstigen Preisen. Einen Schwerpunkt setzt Neckermann Reisen auf Angebote für Familienurlaub. Die Thomas Cook AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Thomas Cook Group plc, die an der Londoner Börse notiert ist. In Deutschland ist die Thomas Cook AG der zweitgrößte Anbieter von touristischen Leistungen und Produkten. Zum Unternehmen gehören mit Neckermann Reisen, Thomas Cook, Öger Tours, Bucher Last Minute und Air Marin führende und renommierte Veranstaltermarken sowie die Ferienfluggesellschaft Condor.

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