Mittwoch, 22. November 2017


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NABU: So überleben Vögel den Winter / Vogelzählaktion Stunde der Wintervögel vom 6. bis 8. Jan. 2012

Amsel, Drossel, Fink und Star - Wer bleibt da?

Hamburg, (lifePR) - Im Winter bleiben viele Vögel bei uns, anstatt in den Süden zu fliegen, und trotzen erfolgreich der Kälte. Sie halten nicht wie andere Tiere Winterschlaf, sondern sind wach und mobil. Aber wie schaffen sie es, sich den harten Bedingungen wie Nahrungsmangel und Minusgraden zu widersetzen und warum bleiben sie überhaupt hier? Darüber informiert jetzt der NABU Hamburg und ruft gleichzeitig zur Teilnahme an der Vogelzählaktion "Stunde der Wintervögel" vom 6. bis 8. Januar 2012 auf

"Wie wir Menschen halten auch Vögel ihre Körpertemperatur konstant aufrecht", erläutert Biologe Heinz Peper vom NABU Hamburg. "Dazu haben sie die Fähigkeit, ihr Gefieder so stark aufzuplustern, dass sie wie eine Federkugel wirken. So geht am wenigsten Wärme verloren und das Gefieder wirkt mit seinem Warmluftpolster wie eine Daunenjacke." Aber die Vögel verfügen noch über weitere "Mittel" gegen die Kälte: Ein spezielles Wärmeaustauschsystem verhindert, dass sie über ihre meist nackten Beine Wärme verlieren. So gibt das abwärtslaufende Blut seine Wärme rechtzeitig an das in den Körper zurückfließende Blut ab und kühlt die Beine so auf fast null Grad. Peper: "Nur so kann es gelingen, dass zum Beispiel Enten auf dem kalten Wasser oder Eis einen warmen Körper behalten und ihre Füße trotzdem nicht absterben." Außerdem können Vögel "Sonne tanken". Dies tun sie vor allem mit ihren dunklen Gefiederpartien, die bis zu 80 Prozent der Sonnenstrahlen aufnehmen und so den Vogel tatsächlich wärmen. In besonders kalten Nächten können Vögel ihre Körpertemperatur auch künstlich herunterfahren. Sie fallen dann in eine Art Starre, die den Stoffwechsel und damit den Energieverbrauch erheblich reduziert.

Zum Aufrechterhalt der Körperwärme ist jedoch in erster Linie die Energiezufuhr über die Nahrung notwendig. Viele Vögel, die eigentlich Insektenfresser sind, wie Meisen oder Kleiber, nehmen nun gezielt Samen, Nüsse und Körner in ihren Speiseplan auf, denn diese stellen fettreiche und damit energiereiche Nahrung dar. An Bäumen und Sträuchern sind im Herbst auch Beeren und Hülsenfrüchte gereift und stehen nun noch lange Zeit der hungrigen Vogelwelt zur Verfügung. Deshalb sollten die Früchte tragenden Bäume und Sträucher im Herbst nicht beschnitten werden. Neben der pflanzlichen Nahrung lassen sich auch kleine Spinnen und Insekten, sowie deren Eier und Larven, noch unter Baumrinde, zwischen Wurzeln oder auch in Komposthaufen erbeuten. Da im Winter die Tage kürzer und die Nächte länger sind, steht für die Vögel weniger Zeit zur Nahrungssuche zur Verfügung. Aus diesem Grund legen viele Arten Vorräte an: Eichelhäher vergraben Eicheln im Boden, Sumpf-, Tannen- und Haubenmeisen verst ecken Samen und Kerne in Rindenspalten.

"Wer möchte, kann den Vögeln die Futtersuche erleichtern und entsprechendes Futter in Silos anbieten", gibt der NABU-Biologe einen Tipp. "Es ist dann eine wahre Freude, den Vögeln an den Futterstellen zuzuschauen. Übrigens eignen sich diese auch sehr gut als Zählstation für die Stunde der Wintervögel im Januar." Diese bundesweite Vogelzählaktion findet vom 6. bis 8. Januar 2012 statt. Der NABU ruft dazu auf, vom Balkon, im Garten oder in einer Parkanlage die Wintervögel zu zählen. Durch die Aktion erhält der NABU wertvolle Informationen, die als optimale Grundlage für weitere Aktivitäten im Vogelschutz dienen.

Weitere Informationen zur "Stunde der Wintervögel" gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/stundederwintervoegel. Zur Vogelfütterung berät der NABU gerne ab 2. Januar telefonisch unter 040 / 69 70 89 0 und ab 9. Januar 2012 auch wieder persönlich im NABU-Infozentrum Eimsbüttel, Osterstraße 58 (Öffnungszeiten: Mo bis Do 14 bis 17 Uhr)

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