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Pressemitteilung BoxID: 410505 (Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.)
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.
  • Klaus-Groth-Straße 21
  • 20535 Hamburg-Borgfelde
  • https://www.hamburg.nabu.de
  • Ansprechpartner
  • Bernd Quellmalz
  • +49 (40) 697089-12

NABU: Jungvögel am Boden sind nicht in Not!

(lifePR) (Hamburg-Borgfelde, ) Der NABU Hamburg appelliert jetzt an die Bevölkerung, vermeintlich hilflose Vogelkinder auf jeden Fall in der freien Natur zu belassen. Nur ganz selten handelte es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen, so der NABU.

"Manche Vogelarten verlassen nämlich das Nest bereits, bevor sie fliegen können", erläutert Marco Sommerfeld, Vogelexperte des NABU Hamburg. "Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasanen oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten." Im Stadtbereich handelt es sich zumeist um die bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der drangvollen Enge des Nestes entflohen sind. "Wer aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass diese unbeholfen herumflatternden Federknäule mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht verlassen sind", betont Sommerfeld. "Sondern auch weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden." Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte "Standortlaute" hören. In diesem Stadium fallen sie nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer. Doch handelte es sich dabei um einen natürlichen Regulationsmechanismus, an den die Vögel angepasst sind und der ein Überhandn ehmen der Art verhindert, so der NABU. Auch junge Greifvögel und Eulen durchlaufen ein so genanntes Ästlingsstadium, in dem sie noch im Dunenkleid im Geäst umherturnen. Auch sie werden im Normalfall von ihren Eltern betreut. "Man sollte aufgefundene Jungvögel daher generell strikt in Ruhe lassen", rät Sommerfeld. "Hilfe ist erst notwendig, wenn nach längerer Beobachtung aus angemessener Entfernung feststeht, dass es sich wirklich um einen verlassenen oder kranken Vogel handelt." Wer keine Erfahrung mit der Aufzucht solcher Findelkinder hat, sollte dies am besten Fachleuten überlassen. Dies gilt insbesondere für seltene und geschützte Arten!

Weitere Informationen über unsere heimischen Vögel und Vogelschutzprojekte des NABU gibt es zu den Öffnungszeiten (Di, Mi 14 bis 17 Uhr, Do 14 bis 19 Uhr) in der NABU-Infozentrale, Klaus-Groth-Straße 21 in Hamburg-Borgfelde und im Internet unter www.NABU-Hamburg.de.

AKTIV FÜR HAMBURGS STADTNATUR

Der Schutz von Pflanzen und Tieren darf nicht an den Grenzen von Schutzgebieten enden. Unter dem Motto „Aktiv für Hamburgs StadtNatur“ macht sich der NABU Hamburg stark für die vielfältigen Lebensräume der Stadt. Der Eisvogel jagt an renaturierten Bächen, Fledermäuse brüten in alten Bunkern, Spechte finden Nahrung in abgestorbenen Bäumen, Spatzen und Mauersegler bauen Nester an Wohn- und Industriegebäude. Verkehrsinseln werden zu Schmetterlingswiesen, Gartenteiche zu Amphibienbiotopen. Ein grünes Netz entsteht. Werden Sie aktiv für Hamburgs StadtNatur. Gartenbesitzer, Kleingärtner, Hausbesitzer, Unternehmen und Bezirke – alle können mitmachen. Weitere Infos finden Sie unter www.NABU-Hamburg.de/stadtnatur