lifePR
Pressemitteilung BoxID: 611703 (Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.)
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.
  • Klaus-Groth-Straße 21
  • 20535 Hamburg-Borgfelde
  • http://www.hamburg.nabu.de
  • Ansprechpartner
  • Alexander Porschke
  • +49 (172) 4037167

Mehr Wohnungen, mehr Geld für die Natur

NABU befürchtet Grünverluste

(lifePR) (Hamburg-Borgfelde, ) Die sogenannte Wohnungsbauoffensive zwischen Senat und den Bezirken wird heute offiziell im Rathaus unterzeichnet. Damit setzen Bürgermeister Scholz gemeinsam mit Bausenatorin Stapelfeldt und Umweltsenator Kerstan den Kurs in Richtung "Mehr Wohnungen für Hamburg" fort - ohne weiterhin konkrete Antworten zu haben, wie der Druck auf den Naturhaushalt dabei ausgeglichen werden soll.

Der Vertrag vereinbart die Steigerung der Wohnungsneubauzahlen durch jährlich 10.000 Baugenehmigungen. Zum Vertrag gehört, dass dafür mindestens jedes Jahr 67 ha Bauland zur Verfügung stehen müssen. Gleichzeitig gibt es das Versprechen, dass das "Grüne Netz" innerhalb des Zweiten Grünen Ringes nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden soll.

Alexander Porschke, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg misstraut den Zusagen: "Der Senat suggeriert den Schutz von Grünflächen, hat sich aber mit dem Wörtchen "soll" eine Hintertür geschaffen, die offensichtlich sofort genutzt wird. So sollen z.B. Sportflächen aus der Hafencity verlegt werden, um dort mehr Geld mit den Grundstücken machen zu können. Für die Sportflächen möchte man stattdessen wohl auf Grünanlagen wie z.B. den Park in Entenwerder zugreifen. Auf unsere Nachfrage bei Frau Stapelfeldt, wie diese Planung mit dem Versprechen in dem Vertrag zusammenpasst, haben wir seit Monaten keine Antwort erhalten. Deshalb wollen wir wissen, wie ernst das Schutzversprechen tatsächlich gemeint ist."

Der NABU beobachtet schon seit Längerem, dass sich der Konflikt zwischen Bau- und Flächenschutz-Zielen weiter zuspitzt. Außerdem schließen die geplanten 10.000 Wohnungen pro Jahr nicht die Wohnungsbauten für Flüchtlinge mit ein. Diese benötigen Flächen kommen nochmal on Top.

Auch das große Versprechen, dass mit der Einführung des Natur-Cent ein Ausgleich für verlorene Naturwerte geschaffen werden soll, wirft momentan noch jede Menge Fragen auf. Alexander Porschke warnt davor, dass der Natur-Cent zweckentfremdet wird und zum Papierkorb-Cent mutiert.

"Wenn der Natur-Cent für die Instandhaltung von Infrastruktur in Parkanlagen verwendet werden soll, hat das rein gar nichts mehr mit Ausgleich von Naturverlusten zu tun. Was wir dringend brauchen, ist eine tatsächlich ökologisch wirksame Biotopentwicklung - quantitativ und qualitativ."

Deshalb fordert der NABU eine ökologische Zweckbindung der Mittel für Grün- und Erholungsanlagen sowie die Verwendung des NaturCents für die Aufwertung von Naturschutzgebieten.