Montag, 25. Juni 2018


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Lärmmessung bei Harley Days Parade am 25. Juni

Selbst dem Bezirksamtsleiter sind die Biker zu laut

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Die ersten Biker knattern schon durch die Stadt. Weitere 40.000 röhrende Maschinen erwartet der Veranstalter am Wochenende zu den 14. Harley Days. Der NABU wird auch in diesem Jahr an der Strecke stehen und die Lärmemissionen der Motorradparade messen.

Wir laden Medienvertreter ein, bei der Messung dabei zu sein. Für Interviews direkt vor Ort stehen wir am Sonntag zur Verfügung. Treffpunkt nach Vereinbarung an der Route der Parade. Bitte anmelden! Gehörschutz stellen wir zur Verfügung!

Das alljährliche Großevent setzt Anwohner unnötig einer zusätzlichen, gesundheitsgefährdenden Lärm- und Luftschadstoffbelastung aus. Die Messergebnisse sollen dokumentieren, dass gesundheitsgefährdende Lärmpegel überschritten werden und unsere Forderung unterstreichen, dass das Biker-Event keine Genehmigung mehr bekommt.

"Die Harley Days zielen darauf ab, dass sich die Teilnehmer drei Tage lang lärmend und stinkend mit ihren Motorrädern inszenieren. Sie nennen ihre Gefährte selbst "Höllenmaschinen" und präsentieren diese häufig rücksichtlos inmitten einer dicht bebauten Stadt. Für Anwohner ist der Lärm tatsächlich die Hölle. Es ist absolut unverständlich, wie Senat und Bezirk solche Events genehmigen können", empört sich Alexander Porschke, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg.

Selbst dem Leiter des Bezirksamts Mitte, Falko Droßmann, sind die Harley Days zu laut, wie er sich heute in einem Interview der ZEIT zur anstehenden Veranstaltung äußerte. Er will sich verstärkt für "nachhaltigen Tourismus" einsetzen. Da wäre es ein richtiges Zeichen, dem lärmenden Konvoi eine Absage zu erteilen.

"Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Lärm als die zweitgrößte Gesundheitsbelastung der heutigen Zeit ein, gleich nach schlechter Luftqualität. Von beidem wird Hamburg entlang der Paradestrecke am Sonntag eine Überdosis erhalten", warnt Sönke Diesener, Referent für Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Bereits im letzten Jahr hat der NABU bei Biker-Parade Werte bis zu 110 dB gemessen. Dieser Lärmpegel ist lauter als ein Presslufthammer in 10 Meter Entfernung. Eine solche Belastung kann zu unmittelbaren Schädigungen des Gehörs führen und ist insbesondere für am Straßenrand stehende Kinder höchst gefährlich.

Zu den ohnehin schon lauten Maschinen kommen etliche Motorräder, bei denen der Lärmpegel gesetzeswidrig verstärk wird. Im letzten Jahr wurden unter den Tausenden von Motorrädern bei den Harley Days 140 kontrolliert. Gegen 99 Biker leitete die Polizei Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, 16 Fahrzeuge durften nicht mehr weiterfahren. In der Antwort des Senats auf eine schriftliche Kleine Anfrage aus dem Juli 2016 (Drucksache 21/5233) heißt es außerdem lapidar: ". hat die Polizei an den Veranstaltungstagen diverse Geschwindigkeitsverstöße festgestellt."

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