Wolfsriss an der Elbe - unzureichender Herdenschutz

NABU verlangt Akteneinsicht

(lifePR) ( Potsdam, )
Im Deichvorland der Elbe bei Lenzen sind vor zwei Wochen drei Schafe getötet worden. Der NABU Brandenburg hat jetzt beim Landesumweltamt nach dem Umweltinformationsgesetz Einsicht in die Rissgutachten beantragt. Nach dem in der Presse in Auszügen bekannt gewordenen Gutachten bestehen Zweifel, ob es tatsächlich einen zweiten Wolfsübergriff gegeben hat, bei dem das dritte Schaf getötet worden sei. Danach sei auffällig, dass die typischen Blutspuren in der Umgebung eines gerissenen Schafes fehlen.
Bei einem wirksamen Herdenschutz und einem zweimaligen Wolfsriss erlaubt die Wolfsverordnung des Landes die Entnahme des Wolfes. „Der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jung, der sich inzwischen ganz der Hetzkampagne gegen den Wolf verschrieben hat, ist offensichtlich auf der Suche nach einem solchen Fall. Es ist schon auffällig, dass der Schäfer Marc Mennle Mitglied des Bauernbundes ist, und beide, Jung und Mennle, in der Prignitz arbeiten“, erklärt Christiane Schröder, Landesgeschäftsführerin des NABU Brandenburg und Wolfsexpertin.

Eindeutig ist die weitere Voraussetzung, ein wirksamer Herdenschutz, nicht eingehalten worden. „Ich kann aus eigenen Anschauung erklären, dass die Schafherde von Herrn Mennle leider nur unzureichend geschützt war“, so Schröder.

Schröder war nach dem ersten öffentlichen Wirbel über den Wolfsangriff vor Ort, um den Schäfer zu unterstützen. „Ich habe dort mit einem anderen NABU-Mitglied an der Schafweide Nachtwache gehalten. Ich war dann schockiert über die Art des Herdenschutzes“. Die Schafweide grenzt an die Elbe. Durch einen Zaun war diese nur an den drei Landseiten geschützt. Dem Bau des Zaunes an der Wasserseite hatte sich der Schäfer erspart. Das war geradezu eine Einladung an den Wolf, der gut schwimmen kann. Deshalb war es völlig wirkungslos, dass der Zaun noch knöcheltief in das Wasser hineingebaut worden war. Soweit der Zaun elektrisch geladen war, hat der Kontakt mit Wasser darüber hinaus die elektrische und damit abschreckende Wirkung unbrauchbar gemacht. Auch die Herdenschutzhunde hatten es auf dieser Weide äußerst schwer. Die Weide war für die Hunde sehr unübersichtlich. Teilweise standen Gras und Schilf brusthoch, was gleichzeitig Deckung für den Wolf bewirkte. Auch hatte der Schäfer eine sehr große Fläche eingezäunt, ca. fünf Hektar. Die Einzäunung auf kleineren Flächen bedeutet zwar häufigeres Umsetzen des mobilen Weidezauns, aber der Schutz durch Herdenschutzhunde ist auf kleineren Flächen effektiver. Abschließend erklärte Christiane Schröder: „Je genauer man hinsieht, umso mehr Fragen wirft dieser Fall auf. Wir sind jetzt gespannt auf die Rissgutachten.“
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