Sonntag, 19. November 2017


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Winterliches Vogelfernsehen am Futterhaus

NABU-Tipps zur Vogelbeobachtung / "Stunde der Wintervögel" vom 6. bis 8. Januar

Berlin, (lifePR) - Am Freitag startet der NABU die zweite bundesweite "Stunde der Wintervögel". An der Vogelzählung, die das ganze Wochenende läuft, kann jeder mit purem Interesse und Freude an der Vogelwelt teilnehmen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Vögel beobachten macht Spaß und besonders an Futterstellen versammeln sich schnell ganz unterschiedliche Arten - so ist Vogelfüttern quasi Naturfernsehen in der ersten Reihe. Bequem vom Fenster der warmen Wohnung aus lassen sich am Futterhaus wildlebende Vogelarten hautnah erleben und ihr Verhalten lässt sich gut studieren. Besonders interessant zu beobachten ist auch, ob der bislang in vielen Regionen sehr milde Winter Auswirkungen auf die Vogelwelt hat.

"Häufigste Besucherin ist in den meisten Regionen die Kohlmeise. Im vergangenen Jahr kam sie ebenso wie die Amsel in mehr als 90 Prozent aller Gärten vor", erläutert NABU-Vogelexperte Markus Nipkow. Kohlmeisen holen sich gerne einzelne Sonnenblumenkerne, tragen sie auf einen Ast, fixieren sie mit dem Fuß und hämmern ein Loch in die Schale, um sie dann abzureißen. Die kleineren Blaumeisen dagegen schaben mit dem Schnabel einen Spalt in den Kern.

Da sich natürliche Vorräte wie Beeren oder Samenstände rasch erschöpfen, streifen die Vögel ständig umher. So bestimmt das Angebot, welche Arten den Garten oder eine Futterstelle besuchen. Für Getreide interessieren sich besonders Haus- und Feldsperlinge oder auch Goldammern. Meisen lieben das Fett sowie nahrhafte Samen in Meisenknödeln, Stieglitze und Rotkehlchen stehen dagegen auf Haferflocken. Amseln und Wacholderdrosseln wiederum futtern gerne Beeren, aber auch ausgelegte Apfelstücke. Manches dominante Amselmännchen blockiert gerne mal das Futterhäuschen, pickt seinen Lieblingsfutterbrocken und wirft den Rest mit einem Schnabelwisch hinunter - und arbeitet damit einer Reihe von Arten zu, die lieber Futter am Boden aufnehmen. Zu ihnen zählen Zaunkönig und Buchfink. Nicht alle Vögel nähern sich unbefangen. Typische "Argwöhner" sind Gimpel und Haussperlinge. Sobald sie Vertrauen gefasst haben, belagern sie den Futterplatz aber oft in großer Zahl.

Je kleiner ein Vogel ist, desto mehr Zeit muss er zur Nahrungssuche aufwenden. "Im Winter sind Kohlmeisen zu 75 Prozent des Tages am Suchen und Fressen, Blaumeisen zu 90 Prozent und die winzigen Goldhähnchen beinah ununterbrochen den ganzen Tag", erzählt NABU-Ornithologe Nipkow. Die Vögel können sich im Winter keine Fettdepots für längere Zeit zulegen, sondern nur wenige Gramm für die nächste Nacht. Deshalb gibt es auch am Futterhaus Stoßzeiten. Morgens, wenn alle Reserven aufgebraucht und die Vögel hungrig sind, herrscht der größte Andrang. Gegen Mittag flaut das Interesse ab, am Nachmittag und zur Dämmerung hin nimmt es erneut zu.

Die NABU "Stunde der Wintervögel" findet vom 6. bis 8. Januar statt. Wer innerhalb dieser Zeit eine Stunde lang im Garten oder im Park die Vögel zählt, kann seine Beobachtungen bis spätestens 16. Januar an den NABU melden: Online unter www.stundederwintervoegel.de, oder per kostenloser Smartphone-App, oder am 7. und 8. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr kostenlos telefonisch unter 0800-1157-115. Die Ergebnisse werden im Internet live ausgewertet, unter den Teilnehmern werden zahlreiche schöne Preise verlost.

Steckbriefe der häufigsten Vogelarten und weitere Infos zur NABU-Aktion unter: www.stundederwintervoegel.de

Zur Aktion stellt der NABU für Printmedien eine Meldebogendatei samt Vogel-Bildergalerie zur Verfügung, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur "Stunde der Wintervögel" als Widget einbinden. Weitere Informationen sowie Pressefotos zum downloaden finden Sie unter http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundederwintervoegel/medieninfos/.

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