Sonntag, 25. Februar 2018


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Wieder mit Bleimunition vergifteter Seeadler gefunden

Forderungen und Warnungen des NABU Berlin verhallen ungehört?

Berlin, (lifePR) - Der NABU Landesverband Berlin hat in den letzten vier Jahren mehr als 15 Berichte, Internetbeiträge und Interviews veröffentlicht, in denen er von mit Bleimunition vergifteten Seeadlern berichtete und vor den Gefahren dieser Munition inklusive der gesundheitlichen Schäden beim Menschen gewarnt hat. Nun ist wieder ein Seeadler mit einer schweren Bleivergiftung gefunden worden. Zum Zeitpunkt dieser Meldung ist der Vogel bereits seiner schweren Vergiftung erlegen.

Die Zeit passt,...

...denn schließlich ist gerade Jagdsaison in ganz Deutschland und somit auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo dieser Adler aufgefunden wurde. Bei dem Vogel handelt es sich um eine achtjährige Adlerdame, die aus dem Großberliner Raum stammt und für einige Zeit über dem Tegeler See ihre Kreise zog. Doch das Umland ist nicht ungefährlich: während die Berliner Forsten seit April 2012 dafür sorgen, dass in ihren Wäldern nur noch bleifrei gejagt werden kann, hat sich in anderen Regionen Deutschlands in dieser Frage fast nichts getan.

Herber Rückschlag

Die Tierärzte von der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin haben sich umsonst um den Seeadler bemüht, der am 07. November bereits mit schwerer Atemnot bei ihnen eingeliefert wurde. Die Bleikonzentration betrug mit 6,5 ppm im Blut etwa das Dreifache einer für Seeadler tödlichen Dosis. Zu hoch für den Adlerorganismus - der Vogel hatte keine Chance und erstickte, bevor die Ärzte ihm helfen konnten.

"Bei einem acht Jahre alten Weibchen ist dieser Verlust für die Population besonders schmerzlich, denn es hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits einen Partner und auch Bruterfolg", erläutert Rainer Altenkamp, 2. Vorstandsvorsitzender des NABU Berlin, die ganze Tragik des Geschehens.

Ignoranz ist schockierend

Seit 20 Jahren (!) ist bereits bekannt, welche Wirkung Bleigeschossreste auf den Organismus haben - egal ob bei Mensch oder Tier. Umsichtige und umweltbewusste Jäger und eine ganze Reihe von Forstverwaltungen zogen in den letzten Jahren die logische Konsequenz und stellten auf bleifreie Alternativgeschosse um. Die Hersteller reagierten ebenfalls auf die veränderte Nachfrage und produzieren mittlerweile alle gängigen Kaliber auch in bleifreien Varianten. Doch wie das vorliegende schreckliche Beispiel zeigt, ist es zuständigen Politikern auf Bundesebene und in vielen Bundesländern sowie einer ganzen Reihe von Jägern nach wie vor egal, ob sie sich, die Konsumenten ihres jagdlichen Erfolges oder die Aasfresser aus dem Tierreich - siehe Seeadler - tödlichen Gefahren ausliefern.

Nicht nachlassen

"Wir begrüßen die positive Vorreiterrolle der Berliner Forsten und sind froh über die vielen Jäger und Forstverwaltungen, die freiwillig die Initiative ergreifen und auf bleifreie Munition umsteigen", sagt Altenkamp. "Doch um wirklich nachhaltig hochwertige Lebensmittel zu erzeugen und gleichzeitig die Natur zu schützen, ist der Gesetzgeber aufgefordert hierfür endlich den notwendigen Rahmen zu schaffen und bleihaltige Munition zu verbieten."

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