Dienstag, 17. Juli 2018


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Taxifahrt im Morgengrauen

Verletzte Silbermöwe neu in der NABU Wildvogelstation

Berlin, (lifePR) - Die NABU Wildvogelstation leidet derzeit unter akutem Platzmangel: Alle Volieren sind mit gefiederten Gästen besetzt, die darauf warten, wieder vollständig zu genesen und ausgewildert zu werden. Einige von ihnen haben sehr kuriose Unfallgeschichten, einige offenbaren spannende Hintergründe. Der aktuellste Gast kann beides bieten...

Anfang Juli bemerkte ein Taxifahrer um vier Uhr morgens nahe dem Alexanderplatz einen großen grauen Vogel apathisch am Boden sitzen. Er nahm den Vogel auf, machte Fotos und setzte das Tier am Weißen See aus. Dann suchte der Fahrer umgehend Kontakt zur NABU Wildvogelstation. Auf den Fotos war zu erkennen, dass es sich um eine junge Großmöwe handelt, die eher selten in Berlin vorkommen.

Wer bist du?

Ein Kontrollgang von einem vogelkundlich versierten Ehrenamtlichen brachte keine neuen Erkenntnisse zu Vogelart oder zum Grund der Apathie - das Tier war verschwunden. Zwei Tage später meldete sich das Tierheim: die Möwe war anonym bei ihnen abgegeben worden. Die Untersuchung in der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin brachte den Grund für ihre Flugunfähigkeit ans Tageslicht: das Gabelbein - ein Knochen im Brustbereich - war gebrochen. Während des Aufenthalts in der Kleintierklinik bekam die immer noch unbekannte Großmöwe Besuch von einem Vogelkundler. Dieser konnte das Tier schließlich eindeutig als diesjährige Silbermöwe identifizieren.

Das werden ja immer mehr!

Diese Information ist insofern eine kleine Sensation, als dass Silbermöwen erst seit 2010 offiziell als Brutvogelart für Berlin festgestellt werden konnte. Die Jungtiere dieses im Regierungsviertel brütenden Paares werden jedes Jahr mit Fußringen markiert. Die Jungmöwe vom Alex war allerdings schmucklos. Das lässt darauf schließen, dass mittlerweile ein zweites Silbermöwenpaar erfolgreich mitten in Berlin brütet.

Seit Mitte Juli wohnt die Jungmöwe jetzt in der Wildvogelstation. Der Bruch muss mindestens 14 Tage abheilen. Bis dahin wird dem Vogel jeden Tag 250 Gramm frischer Fisch in schnabelgerechten Stücken serviert.

André Hallau, der Leiter der Wildvogelstation und staatlich geprüfter Beringer hat dem Tier bereits den farbigen und somit leicht erkennbaren Erkennungsring am Fuß befestigt. "Vielleicht gibt es einige Zeit nach der Freilassung ein Wiedersehen mit unserem Pflegling", so Hallau. Bereits zweimal wurden Großmöwen, die Hallau beringt hat, von Vogelkundlern wieder beobachtet: Einmal anderthalb und einmal gar drei Jahre nach ihrem Aufenthalt in der Wildvogelstation wurden die Möwen putzmunter von Vogelkundlern gesichtet und anhand ihrer Fußringe identifiziert. "Für uns ist ein solcher Wiederfund das größte Kompliment an unsere Arbeit! Es beweist, dass sie überlebenswichtig ist!", fügt Hallau vergnügt hinzu.

Helfen Sie mit!

Das Weiterbestehen der NABU Wildvogelstation ist weiterhin langfristig nicht gesichert. Helfen Sie mit, indem Sie die Patenschaft für die kleine Berliner Möwe übernehmen. Schon ein geringer Beitrag pro Jahr hilft uns, die enormen Futter- und Betreuungskosten zu stemmen.

Hier können Sie Pate werden: https://berlin.nabu.de/spendenundhelfen/patenschaften/formular/14692.html

Weitere Informationen zu Silbermöwen in Berlin finden Sie hier:
http://berlin.nabu.de/nabuaktiv/fachgruppen/ornithologischefachgruppen/12578.html

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