Samstag, 20. Januar 2018


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NABU warnt vor erneutem Kuhhandel beim CO2-Grenzwert für Pkw

Miller: Verbrauchsvorgaben sind wirksamstes Mittel gegen Klimawandel

Berlin, (lifePR) - Die EU-Kommission hat heute in Brüssel den entscheidenden Gesetzentwurf für einen Pkw-Verbrauchsgrenzwert bis 2020 vorgestellt. Demnach sollen Autohersteller die durchschnittlichen Kohlendioxid-Emissionen von 130 Gramm pro Kilometer auf 95 Gramm senken. Der NABU fordert strengere Grenzwerte von 80 Gramm pro Kilometer. Dies sei technisch machbar, ökologisch geboten und gesamtökonomisch sinnvoll. "Kraftstoff, der gar nicht erst im Auto landet, ist das einfachste und wirksamste Mittel gegen steigende Spritpreise und den zunehmenden Klimawandel", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Ein CO2-Grenzwert von 80 Gramm pro Kilometer entspricht in etwa einem Verbrauch von 3,4 Litern Benzin oder 3,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer. Bei einem angenommenen durchschnittlichen Kraftstoffpreis von zwei Euro pro Liter im Jahre 2020 und einer Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometern müssen Autofahrer beim heutigen Verbrauch mit Spritkosten von etwa 1.500 Euro im Jahr rechnen. Bei einer Reduzierung des CO2-Grenzwertes auf 95 Gramm pro Kilometer, so wie es die Kommission nun vorschlägt, wären immer noch etwa 950 Euro im Jahr fällig. Bei einem CO2-Grenzwert von 80 Gramm pro Kilometer würden die Kosten auf 775 Euro und damit fast um die Hälfte im Vergleich zum heutigen Verbrauch sinken.

Der NABU fordert die EU-Kommission daher auf, bereits jetzt auch eine langfristige Verbrauchsobergrenze von 60 Gramm CO2 pro Kilometer für das Jahr 2025 vorzugeben. Die Autoindustrie, insbesondere die deutsche, habe in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie den Verbrauch der Autos senken könne, wenn sie per Gesetz dazu verpflichtet sei. Die Mehrkosten für die notwendige Spritspartechnik führen Autofahrer durch vermiedene Spritkosten nach spätestens zwei Jahren wieder rein. "Klimaschutz und moderne Spritspartechnik gibt es zwar nicht zum Nulltarif, sie sind aber deutlich kostengünstiger als die Folgen des Klimawandels und hohe Spritrechnungen", so NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.

In den nächsten Monaten gehe es nun darum zu verdeutlichen, dass ein niedriger CO2-Grenzwert für Pkw nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa gut ist. "Die deutsche Autoindustrie mit tendenziell schweren und großen Fahrzeugen verlangt nach weniger strikten CO2-Vorgaben, die kriselnden Pkw-Hersteller aus Frankreich und Italien verlangen nach mehr Zeit zur Umsetzung. Leidtragende dieses Kuhhandels wären die EU-Bürger, die immer mehr Geld für Kraftstoff ausgeben müssen, und der Klimaschutz, der keinen weiteren Aufschub duldet", so Oeliger.

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