Dienstag, 19. Juni 2018


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NABU: Massenwanderung der Amphibien steht kurz bevor

Traurige Zwischenbilanz: Bereits mehr als 3800 überfahrene Erdkröten gemeldet

Berlin, (lifePR) - Drei Wochen nachdem sich die ersten Frösche, Molche und Kröten aus den Winterquartieren wagten, nehmen die Wanderungen der Amphibien zu ihren Laichgewässern aufgrund der frühlingshaften Temperaturen deutlich Fahrt auf. Nach Einschätzung des NABU steht der Saisonhöhepunkt kurz bevor.

Im Westen und Südwesten Deutschlands legen die Grasfrösche bereits ihre Laichballen ab. Jetzt sagt die innere Uhr auch den Erdkröten, 2012 zum "Lurch des Jahres" gekürt, dass es Zeit wird, für Nachwuchs zu sorgen. "Die Temperaturen sind schon krötengerecht, kommt in den nächsten Tagen noch Regen hinzu, wird dies im Flachland die Massenwanderungen in Gang bringen", prognostizierte NABU-Amphibienexperte Sascha Schleich.

Wo Amphibien Straßen queren, laufen die ehrenamtlichen Naturschützer nun regelmäßig ihre nächtlichen Kontrollen, um die Tiere sicher über die Straße zu bringen. Nicht nur das Überfahren mit den Reifen tötet die Amphibien, es reicht bereits der Luftdruck, der bei einer Fahrtgeschwindigkeit ab 30 Stundenkilometern entsteht. Die Überquerung der Straßen ist in der Dunkelheit auch für die Helfer gefährlich. Deshalb bittet der NABU die Autofahrer um besondere Rücksicht. Krötenübergänge sind mit Warnschildern "Vorsicht Krötenwanderung" gekennzeichnet oder sichtbar durch die meist grünen Zäune am Straßenrand. Mancherorts fehlen solche Schutzmaßnahmen, hier ist erhöhte Vorsicht geboten.

Um bisher nicht betreute Krötenquerungen ausfindig zu machen, ruft der NABU auf, überfahrene Erdkröten unter https://www.nabu.de/tiereundpflanzen/amphibienundreptilien/news/14616.html per Online-Formular zu melden. Obwohl die Hauptwanderung noch aussteht, wurden bundesweit schon mehr als 3800 Verkehrsopfer registriert. "Die Erfassung der überfahrenen Kröten dient dazu, unsere eigenen Aktivitäten besser zu lenken und die Behörden auf Handlungsbedarf aufmerksam zu machen. Es geht dabei nicht um möglichst hohe Opferzahlen, jede einzelne überfahrene Erdkröte ist wichtig und kann gemeldet werden", betonte Sascha Schleich.

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