Krabbeltierchen zählen für den Artenschutz

NABU-Insektensommers startet Ende Mai

(lifePR) ( Berlin, )
Unter dem Motto "Zählen, was zählt" startete der NABU 2018 den "Insektensommer" - die erste bundesweite Insektenzählung in Deutschland. In diesem Jahr geht es weiter: Berliner Naturfreund*innen sind vom 31. Mai bis 9. Juni aufgerufen das Summen und Krabbeln in ihrer Umgebung zu beobachten und zu melden.

"Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für ihren Schutz zu sensibilisieren. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt zu sammeln", erklärt Jutta Sandkühler, Geschäftsführerin vom NABU Berlin. In Deutschland gibt es nach Schätzungen 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor. Die kleinen Krabbler können überall beobachtet und gezählt werden - vor der Haustür, im Park, an Gewässern, im Garten oder sogar auf dem Balkon.

Letzten Sommer meldeten rund 400 Berliner*innen mehr als 4.000 Sechsbeiner. Spitzenreiterin war die Ackerhummel, gefolgt vom Kleinen Kohlweißling und der Westlichen Honigbiene.

Von Pollenhöschen und Honigblasen - So helfen Sie unseren summenden Nachbarn
In Deutschland leben 560 unterschiedliche Wildbienen. Mehr als die Hälfte der Arten ist auf der Roten Liste mit "stark gefährdet" verzeichnet. Gerade heute am Weltbienentag möchte der NABU Berlin auf Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, als unersetzliche Bestäuberinnen aufmerksam machen.

Die wilden Schwestern der Honigbiene sind auch bei Kälte, Wind und Regen unterwegs. Besonders für kurz blühende Obstbäume wie zum Beispiel Kirschen spielen sie deshalb eine tragende Rolle. Je mehr verschiedene Arten von Bestäubern vorhanden sind, umso besser funktioniert die Gesamtbestäubung von Obstbäumen und anderen Pflanzen. Neben Mauerbienen sind aktuell Ackerhummeln, Erdhummeln und vereinzelt schon Steinhummeln zu beobachten.

Wildbienen und Wespen bilden keine Staaten und benötigen Hohlräume in Holz, Stängeln oder Steinen, um darin Brutkammern anzulegen. Wildbienen sind harmlos und friedlich. Wer möchte, kann ein Insektenhotel selber bauen. Wichtig ist, dass kein Weichholz verwendet wird, damit Bohrlöcher nicht ausfransen, sonst können sich Bienen daran verletzen. Futterpflanzen sind zum Beispiel Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, Astern und ungefüllte Dahliensorten. Auf Gemüsebeeten bieten sich Ackerbohnen, Klee, Borretsch, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren und verschiedene Gewürzkräuter an. Für den Balkon empfiehlt sich Goldlack, Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen und Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze und Thymian.

Jedes Insekt zählt!
Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling - jeder Sechsbeiner soll bei der NABU-Aktion "Insektensommer" gemeldet werden. Das hilft dabei, auf die Vielfalt der Insekten aufmerksam zu machen. Die Insektenvielfalt ist so groß, dass selbst Experten bestenfalls eine Artengruppe überblicken. "Viele Naturbegeisterte haben Angst, etwas Falsches zu melden, doch diese Angst können wir ihnen nehmen. Es ist ohne weiteres möglich und gewünscht, zum Beispiel nur Biene oder Schmetterling anzugeben - nach dem Motto: Jeder so gut, wie er kann", erklärt Sandkühler. Das Beobachtungsgebiet sollte allerdings nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag.

Damit die Vielfalt der Insekten überschaubar bleibt, hat der NABU acht Kernarten ausgewählt, nach denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf jeden Fall suchen sollten. So kann am Ende erkannt werden, wo die eigentlich weit verbreiteten Arten möglicherweise gänzlich fehlen. Die Zählhilfe finden Sie hier: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/nabu_is_zaehlhilfe_1_2019_rz_nurweb.pdf.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.