Montag, 23. Juli 2018


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Gefiederter Star für die Volksbühne

Hauptstadt-Uhu zieht es wieder in großstädtische Umgebung

Berlin, (lifePR) - Der Berliner Uhu weiß, wo er gut aufgehoben ist: Gestern war er noch mehr ein Gespenst als ein tatsächlich vorhandener Berlin-Besucher, denn sobald die Mitarbeiter des NABU Berlin sich auf den Weg machten, um einer Meldung nachzugehen, war er bereits schon wieder verschwunden. Auch heute Morgen brach eine Mitarbeiterin auf, mit der Hoffnung ein paar Hinweise auf den seltenen Gast zu ergattern. Gegen Mittag wurde sie fündig...

Ihre Tour war diesmal von Erfolg gekrönt. Bereits seit letztem Montag gab es immer mal wieder Hinweise, dass der Uhu zwischen der Volksbühne und dem S-Bahnhof Alexanderplatz hin und her pendelt. Seit heute Mittag sitzt er direkt hinter der Volksbühne und stößt Balzrufe aus. Dabei wird er von ein paar aufgeregten Nebelkrähen und Elstern "umschwärmt", die als potentielle Mahlzeit gar nicht gut auf den großen Nachtgreifvogel zu sprechen sind. Die Partnersuche am helllichten Tag ist für den sonst nachtaktiven Uhu nach Ansicht von Experten durchaus normal.

Uhu zeigt bekanntes Verhalten

Derzeit gibt es keinen Hinweis, dass der Uhu aus Gefangenschaft stammt, aber genaueres lässt sich erst nach weiteren Beobachtungen sagen. Sollte er beim Fressen gesehen werden können, steht fest, dass er in der Lage ist, sich selbstständig zu ernähren. Der Uhu ist ursprünglich ein Felsenbrüter, sein Nahrungsspektrum reicht von Mäusen und Ratten bis zu Kaninchen und Feldhasen, von kleinen Singvögeln bis zum Bussard.

Seltener Gast auf der Durchreise

Uhus finden nur sehr selten den Weg in die Hauptstadt. Letztmalig konnte 2010 der größte einheimische Eulenvogel auf den Zinnen des Märkischen Museums beobachtet werden. Brutnachweise von ihm gibt es allerdings in Berlin schon lange nicht mehr. Doch anscheinend passen Nahrungsangebot und Unterschlupfmöglichkeiten ganz gut. Die Naturschützer haben nun die Hoffnung, dass der Uhu vielleicht auch mal einen Partner dazu bewegen kann sich gemeinsam mit ihm in Berlin anzusiedeln.

Zu dem alten Artikel über den Uhu in 2010 gelangen Sie über: http://berlin.nabu.de/nabuaktiv/fachgruppen/greifvogelschutz/12059.html

Hintergrundinformationen

In Mitteleuropa kommt der Uhu heute hauptsächlich in den Mittelgebirgen vor. Erst in den letzten Jahren hat er sich wieder im Flachland angesiedelt. Als Brutplätze nutzt er vor allem Felswände, alte Greifvogelhorste und hin und wieder auch Gebäude. Nach Einstellung seiner starken Bejagung bis Mitte des 20. Jahrhunderts, baute sich die Population sehr mühsam wieder auf, da er in Mittel- und Westeuropa nahezu ausgerottet war. Umfangreiche Schutzmaßnahmen und Wiederauswilderungsprogramme haben die Bestände zusätzlich gestützt. Der Erhalt seiner Brutplätze und seiner Nahrungsflächen spielt bei der erfolgreichen Ausbreitung eine wichtige Rolle. In der heutigen Zeit sind die Ursachen seiner Bedrohung immer noch Menschgemacht: Verlustursachen sind hauptsächlich Unfälle durch Stromschläge an Mittelspannungsleitungen und Oberleitungen der Bahntrassen sowie der Klettersport, der seine Brutplätze bedroht.

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