NABU-Experte begeistert: Stärkstes Schleiereulen-Brutjahr seit Jahrzehnten im Oldenburger Land

Rekordwerte dank starken Mäusebestandes/Aber Lebensraumverluste

(lifePR) ( Hannover / Oldenburg, )
Große Freude bei den Eulenschützern des NABU: In Niedersachsen geht das mit Abstand stärkste Schleiereulen-Brutjahr zu Ende – und endet mit einem sensationellen Rekord. „Wir hatten noch nie so viele und so große erfolgreiche Bruten der Schleiereule zu verzeichnen wie in diesem Jahr“, berichtet Hansjürgen Festerling aus Oldenburg, der sich bereits seit 1985 äußerst engagiert für den NABU um diese Eulenart kümmert. Festerling rangiert dabei als „Kronzeuge“ einer sehr spannenden Entwicklung, da die Brutergebnisse, die er seitdem akribisch festhält, Aussagekraft für ganz Niedersachsen und darüber hinaus haben.

„Während wir in früheren Jahren bereits bei 400 Jungtieren in den derzeit 280 im Oldenburger Land betreuten Spezial-Nistkästen gejubelt haben und in sehr guten Jahren auch die 500er Marke durchbrochen wurde, gehen die Werte in diesem Jahr regelrecht durch die Decke“, kann Festerling berichten: „Wir haben 1.150 junge Schleiereulen in den Brutkästen, die sich auf Bauernhöfen, in Scheunen und Hallen in oft luftiger Höhe befinden, verzeichnen können. Das ist ein absoluter Rekord. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr auch die Größe der Bruten aus dem Rahmen fällt. Durchgängig sind in den Kästen fünf bis zehn Jungtiere zu verzeichnen. Und ebenso fällt der besonders hohe Wert an Zweit- und Drittbruten auf“, erläutert der NABU-Schleiereulenexperte, der für die Betreuung der von ihm und weiteren NABU-Ehrenamtlichen „unter die Fittiche genommenen“, großvolumigen und regelmäßig zu kontrollierenden, zu reinigenden und zu reparierenden Nistkästen jedes Jahr mehr als 5.000 Kilometer zurücklegt.

„Zudem konnten wir im zu Ende gehenden Jahr, in dem sogar Ende November noch Jungtiere in einem Schleiereulenkasten im Ammerland zu finden waren, viele so genannte Schachtelbruten vorfinden“, so Festerling. „Dieser Begriff wird gewählt, wenn im gleichen Kasten noch ältere Jungeulen von den Elterntieren gefüttert werden, aber auch bereits die nächste Brut ausgebrütet wird, oder sich in der Nähe in einem weiteren Kasten eine zweite Brut befindet“, erklärt der Eulen-Fachmann.

Hansjürgen Festerling führt den außergewöhnlichen Bruterfolg auf das „unglaublich starke, zweite Mäusejahr in Folge“ zurück, das den Eulen einen reich gedeckten Tisch bereitete, da sie sich zum überwiegenden Teil von Feldmäusen ernähren: „Wir entdeckten mancherorts offen liegende Mäusegänge, und die kleinen Nager waren in Folge zweier milder Winter und trockenheißer Sommer allenthalben zu beobachten.“

Gleichwohl stehe auch die Schleiereule als Vogelart vor großen Herausforderungen, betont der NABU-Experte, der keine Entwarnung für die Eule geben möchte: „Die Lebensraumverluste durch eine immer stärker ausgeräumte Landschaft, in der Brachen, Säume, Feldhecken und andere Elemente fehlen, macht auch der Schleiereule zu schaffen. In Maiswüsten kann auch sie nichts mehr finden. Deshalb freuen wir uns über jeden Bruterfolg!“

Vor gut 40 Jahren, im starken Schneewinter 1978/79 stand diese Eulenart in weiten Teilen Norddeutschlands vor dem Aussterben: Der damals ohnehin niedrige Bestand drohte zu verhungern. Schleiereulen können nur sehr kurz ohne Nahrung überleben. Die Mäuse waren unter den Schneemassen nicht zu entdecken. Die NABU-Eulenschützer griffen in der Not zu einem kuriosen Instrument: Sie hängten eilends Plastikwannen in Scheunen auf, gaben Stroh und Getreide hinein und – Labormäuse. Diese verrieten sich durch ihr Rascheln den hungernden Schleiereulen, die sie aus den Wannen herausgreifen konnten. Der Bestand war gerettet.

Hansjürgen Festerling und seine NABU-Ehrenamtlichen freuen sich über die zahlreichen Bruterfolge des Jahres 2019 und sind überzeugt: „Naturschutz mit langem Atem wird Erfolg haben. Die Schleiereule beweist es!“
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