Montag, 29. Mai 2017


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NABU: Weichen für Rheintalbahn falsch gestellt

(lifePR) (Stuttgart, ) Wenig Lob und viel Kritik - so fällt die vorläufige Bewertung der heute (26.06.) vorgestellten Ergebnisse des Projektbeirats der Rheintalbahn durch den NABU-Landesverband Baden-Württemberg aus. "Das Bekenntnis zu mehr Lärmschutz beim Ausbau der Rheintalbahn ist ein gutes Ergebnis", sagt Andre Baumann, Landesvorsitzender des NABU Baden-Württemberg. "Zusätzliche Finanzmittel für den Lärmschutz sollten aber nicht an eine bestimmte Trassenführung geknüpft werden."

Der NABU-Chef kritisiert jedoch scharf das Votum des Projektbeirats, die beiden zusätzlichen Gleise der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel weg von den bestehenden Bahngleisen an die Autobahn A 5 legen zu wollen. "Entlang der Autobahntrasse gibt es auch viele Gemeinden und dort wohnen auch Menschen", sagt Baumann. Es würden nun die Gemeinden bestraft, die ihre Siedlungsentwicklung seit Jahren auf den geplanten bahnparallelen Ausbau der Rheintalbahn ausgerichtet hätten. "Leben dort Menschen zweiter Klasse?", sagt Baumann. Der NABU arbeitet seit Jahren auf der Basis der "Grafenhausener Erklärung" eng mit diesen dann betroffenen Gemeinden zusammen.

Die Bahn hat nach Ansicht des NABU zurecht in den vergangenen Jahren immer wieder in den Planungsunterlagen ausgeführt, dass eine bahnparallele Trasse aus naturschutzrechtlicher Sicht zwingend einer autobahnparallelen Trasse vorzuziehen ist. "Mir konnte noch keiner erklären, wie Bahn, Bund und Land bei einem autobahnparallelen Ausbau der Rheintalbahn der Natur zu ihrem Recht verhelfen möchten. Es wäre fatal, wenn der notwendige Ausbau der Rheintalbahn vor Gericht an naturschutzrechtlichen Hürden scheiterte."

Der NABU befürwortet weiterhin die bislang von der Deutschen Bahn geplante Bündelungstrasse der Rheintalbahn, weil diese Trassenvariante weit fortgeschritten ist, Flächenverbrauch und Natureingriffe deutlich geringer sind. "Heute werden die Weichen falsch gestellt: Mensch und Natur werden leiden. Der Ausbau der Rheintalbahn wird sich leider verzögern und droht sogar komplett zu scheitern."

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