Samstag, 21. Juli 2018


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Land muss ökologische Schulden abbauen

NABU erwartet positive Steuerschätzung und fordert 30 Millionen Euro für die Natur

Stuttgart, (lifePR) - In den nächsten Tagen veröffentlicht das Land die Steuerschätzung für die kommenden vier Haushaltsjahre. Angesichts des von Fachleuten erwarteten deutlichen Einnahmeplus betont der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle: „Um unseren Kindern ein nachhaltiges Baden-Württemberg zu übergeben, ist es richtig Schulden abzubauen. Doch wir haben nicht nur Schulden bei der Bank, sondern wir schieben auch einen enormen ökologischen Schuldenberg vor uns her.“ Um diesen Schuldenberg abzuarbeiten, brauche es konkrete Maßnahmen – und die finanziellen Mittel, um sie umzusetzen. „Dazu gehören zum Beispiel ein konsequentes Pestizidreduktionsprogramm, mehr Blütenvielfalt auf den Äckern und eine Offensive, um Lebensräume wie Streuobstwiesen und Wacholderheiden mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten – Hand in Hand mit Landwirtinnen und Landwirten.“ Enssle schätzt, dass dafür jährlich rund 30 Millionen Euro zusätzlich erforderlich sind. „Wenn wir jetzt nicht in die Natur investieren, bezahlen wir später umso höhere Zinsen, um die Schäden an der Natur zu reparieren.“

In einem der reichsten und stabilsten Länder der Welt seien einst häufige Vogelarten wie die Feldlerche oder das Rebhuhn nach wie vor gefährdet oder vom Aussterben bedroht. „Die Insekten- und Vogelvielfalt in unserer blütenarmen Agrarlandschaft geht nachweislich zurück“, sagt Enssle. „Wertvolle Biotope wie Streuobstwiesen, Wacholderheiden und blumenreiche Wiesen sind bedroht. Wenn diese Arten und Lebensräume einmal weg sind, sind sie unwiederbringlich verloren. Damit stirbt auch ein Stück Heimat und Kultur aus.“

Die Landespolitik hat nach Einschätzung des NABU-Landeschefs den Ernst der Lage erkannt und einen guten Kurs eingeschlagen: „Im Sommer sind die Spitzen der grün-schwarzen Regierungsfraktionen angetreten und haben im Landtag verkündet,  dass sie eine ökologische Trendumkehr beim Artenschwund einleiten wollen. Bis zum Herbst sollte ein entsprechendes Arbeitsprogramm ausgearbeitet werden. Das war ein gutes und wichtiges Signal für die Natur im Land. Jetzt müssen die Fraktionen zeigen, ob sie es mit diesem Programm ernst meinen und die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.“

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