Mittwoch, 18. Oktober 2017


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Jobcenter und Regionalagentur Münsterland werben gemeinsam für faire Arbeitsbedingungen

NRW-Arbeitsministerium stellt Zwischenbilanz der Initiative "Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb" vor

Münster/Münsterland, (lifePR) - Am Willen über faire Arbeitsbedingungen einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, fehlt es den Unternehmen nicht. Manchmal mangelt es einfach nur an Wissen über Rechte und Pflichten bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie über konkrete Möglichkeiten, wie man mit fairen Arbeitsbedingungen dennoch kosteneffizient und wettbewerbsfähig sein kann.

Das ist die zentrale Botschaft der Auftaktveranstaltung zur münsterlandweiten Themenwoche „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb" am Montagabend in Haus Kump in Münster. „Die Regionalagentur Münsterland und die Jobcenter in der Region widmen sich mit Unterstützung der Wirtschaftsförderungskonferenz Münsterland gemeinsam dem Anliegen, die Arbeitsbedingungen vor allem hinsichtlich Schwarzarbeit, Minijobs und Leiharbeit zu verbessern. Dieser Schulterschuss ist landesweit eine Besonderheit", erklärte Julia Roesler, Leiterin der Regionalagentur Münsterland. Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, betonte in seinem Grußwort: „Gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung sind die besten Maßnahmen, um Fachkräfte zu finden und zu halten." Was die Akteure genau tun und was die Initiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb" des NRW-Arbeitsministeriums seit ihrem Start vor vier Jahren bewirkt hat, erfuhren die Teilnehmer der Veranstaltung.

Mehrere zehntausend Bürger und Arbeitgeber hat die Initiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb" seit 2013 mit Flyern und Broschüren über geltende Rechte und Pflichten für Beschäftigte und Unternehmen sowie eine Telefon-Hotline informiert, erklärte Roland Matzdorf, Abteilungsleiter Arbeit und Qualifizierung im NRW-Arbeitsministerium. Darüberhinaus werden landesweit Modellprojekte und Beratungsangebote gefördert, um faire Beschäftigungsangebote unter anderem durch Netzwerkarbeit, regionale Bündnisse und die Verbreitung guter Praxisbeispiele zu erreichen. „Allein durch die Modellprojekte von Jobcentern, die wir innerhalb der Initiative evaluiert und wissenschaftlich begleitet haben, wurden mindestens rund 3500 Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt", so Matzdorf.

Auch das Münsterland hat sich vor dem Hintergrund einer überdurchschnittlich hohen Anzahl an Minijobbern diesem Schwerpunkt gewidmet – und im November 2015 die Ergebnisse der regionsweiten Studie vorgestellt. Die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen, in denen die Verbesserung der Informationssituation ein wichtiger Punkt war, setzen die Partner jetzt unter anderem mit der Themenwoche um. Am Montagabend erklärte am Thementisch Minijob unter anderem Susanne Lökes, stellvertretende Leiterin des Jobcenters im Kreis Borken, wie die Einrichtungen mit Minijobs umgehen: „Wir schauen uns jeden Einzelfall genau an: Ist ein Minijob nur die erste Stufe, um den Arbeitnehmer an den Arbeitsmarkt heranzuführen? Oder ist er das einzige, was realistisch ist?"

Für die Jobcenter-Mitarbeiter gibt es einen Leitfaden mit Pro- und Contra-Argumenten und den Rechten und Pflichten. „Viele wissen nicht, dass sie die gleichen Rechte wie alle anderen Arbeitnehmer haben oder trauen sich nicht, sie einzufordern. Dabei unterstützen wir sie", erklärt Lökes. Auch bei den Arbeitgebern leisten die Jobcenter Überzeugungsarbeit mit Fingerspitzengefühl, um beispielsweise Minijobber in die Gleitzone mit einem Verdienst von bis zu 850 Euro zu bringen. „Denn die Sozialversicherungsabgaben steigen in diesem Rahmen nur ganz marginal an. Aber dem Ziel, eine Beschäftigung unabhängig von Sozialleistungen zu schaffen, kommen wir damit deutlich näher."

Am Thementisch Schwarzarbeit berichtete unter anderem Brigitte Klausmeier, Leiterin des Jobcenters Kreis Warendorf, von der Berührung des Jobcenters mit dem Thema: „Wir selbst verfolgen keine Schwarzarbeit, sondern geben Verdachtsfälle an den Zoll weiter. Die Zahl der Fälle, die wir dem Zoll gemeldet haben, konnten wir dank der Aufmerksamkeit unserer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren verdreifachen."

Schwarzarbeit ist aber für das Jobcenter dennoch interessant. Wenn jemand, der SGB II-Leistungen bezieht, Einkünfte erzielt und diese beim Jobcenter nicht angibt, begeht er einen Sozialleistungsbetrug. „Das Jobcenter bringt diese Fälle dann auch zur Anzeige", so Brigitte Klausmeier weiter. „Die Strafanzeigen in diesen Fällen sind aber in den vergangenen Jahren konstant."

www.landderfairenarbeit.nrw.de

Münsterland e.V

Aktiven Tourismus, innovative Wirtschaft, bedeutende Wissenschaft und inspirierende Kultur - all das fördert der Münsterland e.V. als eine der stärksten Regionalmanagement-Initiativen Deutschlands. Rund 30 Beschäftigte arbeiten daran, die Region für ihre 1,6 Millionen Einwohner weiter zu entwickeln. Zu den Mitgliedern gehören rund 200 Unternehmen aus verschiedenen Branchen des Münsterlands, Kammern, Institutionen und Verbände sowie die Stadt Münster, die 65 Städte und Gemeinden aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf und einige Nachbarstädte des Münsterlandes. Als Schnittstelle zwischen dem Münsterland und EU, Bund und Land koordiniert und übersetzt der Münsterland e. V. europa-, bundes- und landespolitische Ziele und Programme der Strukturförderung passgenau auf das Münsterland. Die Regionalagentur beim Münsterland e. V. setzt gemeinsam mit Partnern Förderprojekte des Arbeitsministeriums NRW um.

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