Gunter Sachs - Kamerakunst

Eine Ausstellung im Münchner Künstlerhaus vom 22.07.2020 bis zum 30.08.2020

(lifePR) ( München, )
Gunter Sachs (1932 – 2011) führte ein Leben, von dem andere nur träumten. Einer, zu dessen Leben Lässigkeit ebenso wie Kreativität gehörten, ein viel bewunderter Mann, der sich mit schönen Frauen, Kunst und Partys umgab. Gunter Sachs war über ein halbes Jahrhundert hinweg nicht nur eine der schillerndsten, sondern auch meist fehleingeschätzten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. So sehr ihn sein extrovertierter Lebensstil als Playboy stempelte, so tiefgründig und kultiviert war der Mensch hinter diesem öffentlichen Bild. Freunden und Bekannten in Not half er jederzeit persönlich und mit seinen Mitteln, engagierte sich selbst für Menschen, die er noch nie persönlich kennengelernt hatte und pflegte seine Laufbahn als „Liebhaber der schönen Künste“. Gunter Sachs war Kunstsammler, Mäzen, Galerist, Kurator, Freund der Kunst und der Künstler. Aber vor allem war er selbst ein erfolgreicher Fotograf und Filmemacher.

Das Münchner Künstlerhaus zeigt in seiner sechswöchigen Sommerausstellung Gunter Sachs Kamerakunst zahlreiche Fotografien von Gunter Sachs und Werke aus seiner Fotografiesammlung, die Arbeiten renommierter und junger Fotokünstler aus den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart umfasst. Zudem erwarten die Besucher die ikonischen Siebdruckarbeiten von Andy Warhol, die der berühmte Pop-Art Künstler von Sachs und seiner damaligen Frau Brigitte Bardot anfertigte.

Die Ausstellung in den historischen Räumen des Münchner Künstlerhauses umfasst 90 Exponate und gliedert sich in die Bereiche Mode, Porträt, Akt- und Landschaftsfotografie sowie Experimental- und Konzeptfotografie. Ein Höhepunkt liegt dabei im Aufzeigen der kunsthistorischen Einflüsse auf Sachs’ Fotoarbeiten, insbesondere des Surrealismus.

Als Besonderheit wird das gesamte filmische Werk von Gunter Sachs gezeigt, das neben Dokumentarfilmen den berühmten Sportfilm „Happening in White“ umfasst.
Mit spezieller Kameratechnik erzielte Sachs spektakuläre, noch nie gesehene Aufnahmen, und wurde dafür 1972 mit dem ersten Preis des Internationalen Olympischen Komitees ausgezeichnet.

Ein weiteres Highlight wird in den Räumen der Lithografiewerkstatt des Münchner Künstlerhauses zu sehen sein. Hier wird anhand von Originalfotografien, die zum Teil noch nie gezeigt wurden, das Schaffen von Gunter Sachs und das Entstehen seines Werkes dokumentiert.

Gunter Sachs war der Stadt München privat wie beruflich stets eng verbunden. Ausstellungen in Münchner Galerien, in der Villa Stuck und seine Tätigkeit als Präsident des Modern Art Museum e.V. München (1967 – 1972) sind nur einige seiner Lebensstationen in dieser Stadt.

Begleitend zur Ausstellung werden ein Katalog, die vergriffene Sachs-Autobiografie und einige seiner Fotobände angeboten

Die Ausstellungsthemen:

Porträtfotografie
Mit der Erfindung der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert wird die Porträtmalerei – sie war teuer und deswegen meist den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten – durch die sich schnell verbreitende Porträtfotografie weitgehend abgelöst. Gunter Sachs spielt in seiner Serie Heldinnen mit diesem Umstand und fotografiert sein Model Claudia Schiffer in der Rolle und Pose berühmter, historischer Frauenfiguren.

Sachs selbst war eine häufig porträtierte Persönlichkeit. Am bekanntesten ist aber die ikonische Arbeit von Andy Warhol, die der amerikanische Pop-Art Künstler auf Basis eines Fotos von Jay Ullal von Sachs anfertigte.

Natur- und Landschaftsfotografie
Die Natur- und Landschaftsfotografie lichtet den menschlichen Lebensraum ab – oft idealisierend, ab den 1970er Jahren zunehmend auch mit einem kritischen Blick auf die vom Menschen beeinträchtigte Umwelt.

Gunter Sachs hat sich zeitlebens der Darstellung von Schönheit verschrieben und darauf hingewiesen, dass dies seine Art sei, die Welt zu zeigen. Sein Kamerablick sucht in der Landschaft und Natur ästhetisch ansprechende Bildausschnitte und ist auf weiche, fließende und runde Formen der Natur gerichtet.

Modefotografie
Den ersten großen Verbreitungsschub erhielt die Modefotografie durch die Versandhauskataloge in den 1950er-Jahren. Bei sogenannten »Shootings« werden Kleider oder bekleidete Personen in Szene gesetzt.

Gunter Sachs’ Talent zur Inszenierung zeigt sich früh in seiner fotografischen Tätigkeit. Anfang der 70er-Jahre sorgt er mit Auftragsarbeiten für internationale Modemagazine wie Vogue oder Harper’s Bazaar für Furore, bis er dann eigene, von der Modewelt inspirierte Arbeiten schafft wie Hommage à Gruau, Chapeau Claudia Schiffer (1991).

Akt- und erotische Fotografie
Die Aktfotografie stellt den nackten menschlichen Körper dar. Sie gilt als hohe Schule der Fotografie. Von der erotischen Fotografie unterscheidet sich die Aktfotografie durch ihren künstlerischen Anspruch.

Für Aufsehen sorgt Gunter Sachs 1973 mit den ersten Aktaufnahmen für die französische Vogue. Es ist kein Zufall, dass der Titel seines ersten Fotobandes Mädchen in meinen Augen (1974) lautet, denn Aktaufnahmen bilden einen Schwerpunkt in seinem fotografischen Werk. Gunter Sachs entwickelt hier eine eigene ästhetische Handschrift. Er zeigt den weiblichen Körper in seiner natürlichen Schönheit und lichtet diesen vorwiegend als Teil spektakulärer Landschaften ab. Oft setzt Sachs den tiefblauen südfranzösischen Himmel als monochrome Fläche ein, vor der sich der stilisiert abgelichtete Frauenkörper wie eine Skulptur absetzt.

Experimentelle Konzept- und Kunstfotografie, Referenz zum Surrealismus
In den 1960er Jahren beschreiben Fotokünstler mithilfe der experimentellen Konzeptfotografie neue Wege. Im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens stehen abstrakte Ideen und Konzepte, die für die Kamera inszeniert und so bildlich dargestellt werden. Dokumentation und Authentizität, die oftmals mit der Fotografie verbunden werden, spielen hier keine Rolle.

Gunter Sachs experimentiert für seine Bildideen mit Langzeitbelichtungen und nutzt früh die digitale Bildbearbeitung. Diese ermöglicht neue Bildkompositionen. Bei seinen Arbeiten Bogenschützen (1995) und Hommage à Christo (1996) reiht er beispielsweise Motive aneinander und erzielt durch die serielle Wiederholung eine neue, ästhetische Bildwirkung.

Bereits in den frühen Arbeiten der 80er-Jahre wie Spiegelei II (1980), Durchblick (1980) oder Haare (1980) ist erkennbar, dass Gunter Sachs seine künstlerische Inspiration aus dem Surrealismus schöpft und dessen Gestaltungsprinzipien ins Medium der Fotografie überträgt. Die persönliche Begegnung mit den Protagonisten des Nouveau Réalisme und des Surrealismus in Paris bildet die Grundlage zu Sachs’ berühmter Kunstsammlung und für seine eigene Lichtbildkunst.

Sommerkino: Gunter Sachs Filme
Sachs beginnt 1963 Dokumentarfilme zu drehen. Seine fünf Filme werden auf den bekanntesten Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet.

In seinem Erstlingswerk Le Petit Port (1963/64) porträtiert Sachs als Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Sprecher das Lebensgefühl in einem kleinen Fischerdorf am Genfer See. (24 min)

Pazifische Impressionen und Ho-Hoa Tahiti (1964) sind eine Art persönlicher Reisebericht von der Südsee und deren Kulturen. (13 min & 17 min)

Der Film Die Giraffen von St. Tropez (1965) ist eine Hommage an die südfranzösische Hafenstadt und das Porträt eines Lebensstils, der durch Sachs selbst geprägt wurde und der das Medieninteresse am Jetset-Leben der Schönen und Reichen begründete. (15 min)

In Happening in White (1969) hält Sachs die akrobatische Seite des Skisports fest. Er setzt neue Maßstäbe sowohl für das damit geborene Skifilmgenre als auch für die durch ihn visionär eingesetzte Technik. Sachs dreht in St. Moritz und auf Hawaii mit einer eigens für ihn umgerüsteten ARRI-Kamera mit Superzeitlupentechnik und extremer Beschleunigung, die ursprünglich für ballistische Messungen eingesetzt wurde. Er erzielt spektakuläre, noch nie gesehene Aufnahmen, und wird dafür 1972 mit dem ersten Preis des Internationalen Olympischen Komitees ausgezeichnet. (45 min)

Die Musik zu dem Film Happening in White schrieb einer der größten Komponisten populärer Musik, unsterblich geworden durch sein Titelthema der Serie „Raumpatrouille“, der erst kürzlich verstorbene Peter Thomas
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