Samstag, 25. November 2017


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Verzögerte Einführung von bestimmten Nahrungsmitteln schützt nicht vor Allergien - im Gegenteil

München, (lifePR) - In den derzeit gültigen deutschen Empfehlungen zur Säuglingsernährung raten Experten davon ab, dass die sogenannte Beikost verspätet eingeführt wird, um späteren Allergien des Kindes vorzubeugen. Die geltende Ernährungsrichtlinie empfiehlt ausschließliches Stillen für die ersten 4 Lebensmonate und dann das zügige Einführen von Beikost. Kann nicht oder nicht ausreichend gestillt werden, sollte entweder hydrolysierte Kuhmilch allein (sogenannte HA-Milch) oder in Kombination zur Muttermilch gegeben werden. Bezüglich der Beikost gilt, dass weder ihr verspätetes Einführen noch das Weglassen potenter Nahrungsmittelallergene (z.B. Ei, Fisch) einen präventiven Effekt auf die spätere Ausbildung einer Allergie des Kindes haben.

Nun gehen kanadische Experten aufgrund einer umfangreichen Untersuchung noch sehr viel weiter. Sie fanden heraus, dass die Verzögerung der Einführung von bestimmten Lebensmitteln das Risiko für eine Allergie geradezu erhöht. Kinder, die keine Kuhmilch trinken, bis sie ein Jahr alt sind, haben der Untersuchung zufolge gegenüber Kindern, die die Milch früher konsumieren, ein fast viermal so hohes Risiko, auf Kuhmilcheiweiß sensibilisiert zu werden. Der Verzicht auf Eier und Erdnüsse im ersten Lebensjahr verdoppelt demnach das Risiko einer entsprechenden Sensibilisierung. Der Konsum von Eiern vor einem Alter von 12 Monaten hatte laut Studie sogar einen schützenden Effekt in Bezug auf eine Sensibilisierung gegenüber Kuhmilch, Erdnüssen und Eiern.

„Bei einer Sensibilisierung entwickelt der Körper nach dem Erstkontakt mit einem Allergen eine spezifische Immunantwort, die bei einem erneuten Kontakt dann zu einer allergischen Reaktion führen kann. In der Folge kann sich zudem Asthma, allergischer Schnupfen und Neurodermitis entwickeln“, erläutert Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Der Verzicht auf Tabakrauch, die Vermeidung von Schimmelpilzbildung in der häuslichen Umgebung und von Innenraumschadstoffen wie Lösungsmittel in Farben und Kunstoffen sowie der Verzicht des Haltens von Katzen (nicht Hunden) gelten u.a. als weitere Maßnahmen, um das Allergierisiko zu verringern.

Weitere aktuelle Informationen rund um das Thema "Kindergesundheit" finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unter www.kinderaerzte-im-netz.de

Quellen:

Tran, M. M. et al.: Timing of food introduction and development of food sensitization in a prospective birth cohort. Pediatric Allergy and Immunology 2017 May 29. Epub ahead of print
doi: 10.1111/pai.12739
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/pai.12739/pdf

Traidl-Hoffmann, C.: Allergie – eine Umwelterkrankung! Bundesgesundheitsbl 60, 584 (2017)

Evidence-based and consented guideline on allergy prevention – update 2014.

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). AWMF-Register Nr. 061/016 Klasse: S3. S3-Leitlinie Allergieprävention - Update 2014. Überarbeitung von: 07/2014, Nächste Überprüfung geplant: 07/2019.

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/061-016l_S3_Allergieprävention_2014-07.pdf

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