Montag, 20. November 2017


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Wie authentisch muss ein Oldtimer sein?

Auf der Suche nach dem Original / "Lebende Werkstatt" auf der Klassikwelt Bodensee / Oldtimer fahren mit H-Kennzeichen / Historische Substanz erhalten

Friedrichshafen, (lifePR) - Es ist eine der spannendsten Fragen der Oldtimer-Szene: "Wie authentisch muss ein Oldtimer sein?" Ein abendfüllendes Thema, sagen Experten, die zur 5. Klassikwelt Bodensee vom 17. bis 20. Mai 2012 an den Bodensee kommen. Zu Wasser, zu Lande und in der Luft ist alles in Bewegung. Neu ist eine Oldtimer-Auktion, bei der mehr als 40 Fahrzeuge unter den Hammer kommen. Gerade dort dürfte das Thema "Authentizität" von Bedeutung sein, hier wird deutlich, was der Markt darunter versteht. Allgemein gültige Richtlinien oder Regeln, wie ein authentischer Oldtimer sein muss, gibt es bisher nicht.

"Authentizität? Das wird ein längeres Gespräch", sagt Maik Hirschfeld, Präsident des Dachverbandes der Oldtimerclubs in Deutschland, Deuvet. Das fängt schon bei der Frage an, was ist ein Oldtimer? "Ein junger Oldtimerfan im Alter von 35 Jahren sieht den Golf I Baujahr '74 durchaus als Oldtimer. Ein 65jähriger Mann, der sich mit Vorkriegs-Autos beschäftigt, wird einen Golf I erstmal nicht als Oldtimer akzeptieren", ist Maik Hirschfeld überzeugt. Ein Golf I war für ihn ein Gebrauchsfahrzeug.

Als Orientierungshilfe in Punkto Authentizität empfiehlt Maik Hirschfeld die neuen Richtlinien zur Erteilung eines H-Kennzeichens. Das Auto muss mindestens 30 Jahre alt sein, ein amtliches Gutachten (z.B. TÜV oder Dekra) muss vorliegen und am Auto dürfen keine Tuningteile angebracht sein. Das Auto sollte möglichst im Originalzustand sein, einen guten Pflege- und Erhaltungszustand aufweisen und Veränderungen dürfen nur mit zeitgenössischen Teilen vorgenommen worden sein. Wer selbst Hand anlegen will, dem empfiehlt Hirschfeld eindringlich, sich einem Oldtimer-Club anzuschließen, dort gebe es spezifisches Wissen zu den entsprechenden Modellen. Rund 100 Clubs sind auf der Klassikwelt Bodensee vertreten.

Matthias Kemmer, Gutachter für den Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes ZdK, macht Anhand von Fakten deutlich, dass "Authentizität" nicht nur bei Vorkriegslimousinen oder hoch preisigen Oldtimern wie Bentley oder Ferrari eine Rolle spielen darf. Seinen Angaben zufolge beträgt der durchschnittliche Wert eines Oldtimers in Deutschland 15.000 Euro. 93 Prozent der Fahrzeuge liegen in einem Bereich von weniger als 30- bis 40.000 Euro. "Der Oldtimermarkt ist also nicht nur ein Markt für reiche Leute", sagt Matthias Kemmer. Brezel-Käfer und BMW Isetta, also Brot- und Butterautos seien wichtig. Auch das zähle zum Kulturgut Automobil und auch hier sei die emotionale Komponente nicht zu vernachlässigen.

"Der Kunde will Patina sehen", sagt Manfred Krämer, Porschespezialist aus Vogt im Allgäu. Aktuell gehe man weg von "Besser-als-Neu"-Restaurierungen, sondern es gelte "die historische Substanz" zu bewahren. Ein Beispiel: Rostloch am Kotflügel. Nun kann man das Teil austauschen und durch einen Nachgebauten ersetzen. Man kann ihn auch durch einen Kotflügel eines anderen baugleichen Autos ersetzen oder - und jetzt kommt das, was Krämer als authentisch versteht: Man kann den rostigen Kotflügel bearbeiten, das Loch mit einem Blech verschweißen und so den Original-Kotflügel wieder herstellen. "Das ist Handwerkskunst, so bleibt das Auto authentisch." Das sei das, was seine Kunden wollen. In der Messehalle A5 zeigen Restaurierungsbetriebe in der "Lebenden Werkstatt", wie alte Fahrzeuge fachgerecht wieder hergestellt werden.

Die Klassikwelt Bodensee 2012 findet von Donnerstag, 17. bis Sonntag, 20. Mai 2012 statt und ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 14 Euro, ermäßigter Eintritt 12 Euro.

Weitere Infos unter: www.klassikwelt-bodensee.de und www.tea-expo.de und demnächst auch auf Facebook.

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