Merck verzehnfacht Tablettenspende, um Bilharziose auszurotten

Mittelfristig will Merck 250 Millionen Tabletten jährlich zur Bekämpfung der Tropenkrankheit zur Verfügung stellen

(lifePR) ( Darmstadt / London, )
Die Merck KGaA will in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Tropenkrankheit Bilharziose in Afrika ausrotten. Das Unternehmen verpflichtet sich, die Anzahl der jährlich gespendeten Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel mittelfristig von 25 Millionen auf 250 Millionen zu verzehnfachen. Die Therapie gilt als die effektivste Behandlungsmethode im Kampf gegen die parasitäre Wurmerkrankung. Nach Angaben der WHO wird die jährliche Spende von 250 Millionen Praziquantel-Tabletten dazu beitragen, die Versorgungslücke bei diesem Medikament zu schließen. Merck erklärt sich dazu bereit, die Anstrengungen im Kampf gegen die Tropenkrankheit so lange fortzusetzen, bis sie als ausgerottet gelten kann.

"Merck nährt mit der Ausweitung des Merck-Praziquantel-Spendenprogramms die Hoffnung, dass die nach Malaria häufigste Tropenkrankheit ausgemerzt werden kann", sagte WHO-Direktor Dr. Lorenzo Savioli, der dort für die Abteilung zur Kontrolle der vernachlässigten Tropenkrankheiten verantwortlich ist. Darüber hinaus wird Merck an einer neuen Formulierung der Tablette forschen, die auch Kleinkindern verabreicht werden kann. Bislang ist die Tablette nur für Kinder geeignet, die fünf Jahre und älter sind.

"Merck hat sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit der WHO und anderen Organisationen Bilharziose auszurotten", sagte Stefan Oschmann, in der Geschäftsleitung von Merck für den Unternehmensbereich Pharma verantwortlich. "Um die erforderliche Tablettenmenge von 250 Millionen jährlich produzieren zu können, werden wir weitere Kapazitäten schaffen müssen. Ein Projektteam arbeitet eng mit der WHO zusammen, um diese Zielgröße zu erreichen."

Die Ausweitung des Praziquantel-Spendenprogramms wurde heute auf einem Kongress bekannt gegeben, den die Bill & Melinda Gates Foundation, die größte Privatstiftung der Welt, initiiert hat. An der Veranstaltung nahmen neben Merck weitere internationale Pharmaunternehmen, Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und weiterer Staaten sowie die Weltbank und verschiedene Entwicklungshilfeorganisationen teil. Die Teilnehmer bekannten sich dazu, die WHO in ihrem Ziel unterstützen, bis 2020 zehn sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten, darunter auch Bilharziose, zu bekämpfen oder auszurotten, um das Leben von mehreren hundert Millionen Menschen weltweit zu retten und zu verbessern. Ihren Entschluss veröffentlichten die Institutionen und Unternehmen heute in einer "Londoner Erklärung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten".

"Auch Merck hat sich dem Ziel verschrieben, noch wirkungsvoller vernachlässigte Tropenkrankheiten zu bekämpfen", sagte Oschmann. "Allen Beteiligten ist klar, dass jeder seine Anstrengungen auf seinem Gebiet verstärken muss. Mindestens ebenso entscheidend für den Erfolg ist die noch engere Zusammenarbeit der Partner: Je enger wir die Spendenaktivitäten, die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente sowie die Lieferung und Abgabe der Arzneien miteinander koordinieren, umso besser können wir die Krankheiten bekämpfen."

Bilharziose gilt nach Malaria als die häufigste Tropenkrankheit in Afrika. Schätzungsweise sind mehr als 200 Millionen Menschen infiziert, rund 200.000 der Betroffenen sterben jährlich daran. Die chronische, parasitäre Krankheit, die von Saugwürmern übertragen wird, ist weit verbreitet in tropischen und subtropischen Gebieten, in denen die arme Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen sanitären Anlagen hat. Menschen infizieren sich mit den Wurmlarven vor allem in stehenden Gewässern, beispielsweise beim Arbeiten, Baden, Fischen oder Wäschewaschen. Die winzigen Larven bohren sich in die menschliche Haut, dringen in die Blutgefäße ein und befallen die inneren Organe. Bei Kindern im Schulalter ist die Infektionsrate besonders hoch.

Praziquantel ist der einzige Wirkstoff, mit dem alle Formen der Bilharziose behandelt werden können. .Daher hat die WHO den Wirkstoff auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel gesetzt. Das Praziquantel-Spendenprogramm hat Merck 2007 in Zusammenarbeit mit der WHO initiiert. Seit dieser Zeit wurden insgesamt bislang rund 80 Millionen Tabletten verteilt und rund 19 Millionen Kinder behandelt. Im vergangenen Jahr wurden 25 Millionen Tabletten ausgegeben. Die weitere drastische Erhöhung der Tablettenmenge ermöglicht die Behandlung von rund 100 Millionen Kindern pro Jahr. Das finanzielle Engagement für das erweiterte Merck-Praziquantel-Spendenprogramm beträgt rund 23 Mio $ jährlich.

Derzeit produziert ein Merck-Standort in Mexiko die Tabletten mit dem Markennamen "Cesol® 600". Im Dezember 2011 hatte Merck angekündigt, die Anzahl der derzeit verabreichten Tabletten auf 50 Millionen jährlich verdoppeln zu wollen. Dabei hat Merck auch die finanzielle Unterstützung für ein von der WHO geleitetes Bildungsprogramm an Schulen zugesagt, bei dem Kinder darüber aufgeklärt werden sollen, wie sie sich vor einer Infizierung schützen können.

Weitere Informationen zur Bekämpfung der Bilharziose sowie zum Zugang zur Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern finden sich im Internet:

http://www.merckgroup.com/de/verantwortung/access_to_health/access_to_health.html
http://www.who.int/schistosomiasis/
http://www.gatesfoundation.org.
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