Betreff: Stellungnahme zur Kritik der Universität Hohenheim am Paragrafen 30a des Hochschulgesetzes

Der Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg begrüßt die Änderung des Hochschulgesetzes, insbesondere die Ergänzung §30a Tierschutz in der Lehre

(lifePR) ( Stuttgart, )
Qualität der Ausbildung profitiert von tierfreien Methoden

Die Sorge der Universität Hohenheim, dass ein Verzicht auf getötete Tiere in der wissenschaftlichen Ausbildung negative Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung hat, ist auf Basis wissenschaftlicher Studien nicht haltbar. Es liegen bereits viele Studien vor, die die Effektivität alternativer Lehrmethoden mit der von Tierversuchen verglichen haben.

Operationen während der Ausbildung zum Tierarzt, sind einer der Bereiche, in denen Versuchstieren oft das größte Leid zugefügt wird. Hier finden sich mindestens neun verschiedene Studien, in denen Tierärzte während ihrer Ausbildung auf ihre Fertigkeiten verglichen wurden. Für Studenten der Tiermedizin allgemein gibt es mindestens 11 Studien. So studierte innerhalb dieser Studien jeweils eine Gruppe mit humanen Methoden, wie Modellen, Operationssimulatoren oder Kadavern. Die andere Gruppe erhielt eine konventionelle Unterrichtung inklusive Versuchen an lebenden Tieren. In diesen 11 Studien, zeigten sich in 45,5 % (5/11) überlegene Kenntnisse in der Gruppe der alternativ unterrichteten Veterinärstudenten. So waren diese Studenten schneller, verfügten über mehr Wissen oder zeigten bessere Handfertigkeiten. In 45,5 % der Fälle wurden gleichwertige Ergebnisse erzielt und lediglich in einer Studie (9,1 %) zeigten die mit Tierversuchen unterrichteten Studenten bessere Ergebnisse.

Ebenso gibt es mindestens 21 Studien, die sich mit Tierversuchen in anderen Ausbildungsbereichen befasst haben. Vierzehn von diesen Studien befassen sich mit Studenten der Biologie, Medizin, Pflege, Pharmakologie, Physiologie und Psychologie. In 35,7 % (5/14) dieser Studien, wiesen die Studenten, die mit humanen Methoden unterrichtet wurden, überlegene Kenntnisse und Fähigkeiten auf. Gleichwertige Ergebnisse wurden bei 57,1 % (8/14) der Studenten festgestellt und nur eine Studie (7,1 %) fand unterlegene Kenntnisse in den mit humanen Methoden unterrichteten Studenten (1).

Zusammenfassend zeigen diese Studien, dass humane Unterrichtsmethoden keinen Nachteil in der Ausbildung bedeuten. Häufig scheinen Studenten davon sogar zu profitieren. Gründe dafür liegen auch darin, dass es für viele Studenten verstörend sein kann, Tieren bewusst Leid zuzufügen. Auch für diesen Bereich gibt es Studien, die auf psychische Belastungen hinweisen, aber auch eine zunehmende Verrohung und Respektlosigkeit gegenüber den lebenden Versuchsobjekten (2). Das ist besonders bei späteren Tierärzten eine sehr verstörende Eigenschaft, die durch den Einsatz von lebenden Tieren gefördert wird.

In Rheinland-Pfalz wurde das Hochschulgesetz bereits im Oktober 2020 geändert, was Menschen für Tierrechte sehr begrüßt. Nun ist es wichtig, sich diese Reform als Vorbild zu nehmen.

Menschen für Tierrechte hofft, mit diesen Studien die Universität Hohenheim sowie die CDU-Landtagsfraktion zuversichtlich zu stimmen, in Zukunft den Weg für eine tierleidfreie Lehre zu ebnen. Auch möchten wir an dieser Stelle nochmal auf unseren Leitfaden verweisen, welcher bei der Einrichtung eines Spenderprogramms für Tierkörper genutzt werden kann: http://www.satis-tierrechte.de/alternativen/spendertiere/

Quellen


Knight, A. (2011). The costs and benefits of animal experiments. Basingstoke, UK: Palgrave Macmillan.
Woon, S. (2012). A veterinary student’s perspective on educational animal use and the potential for humane alternatives. ALTEX Proceedings.
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