Montag, 23. Juli 2018


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Orte von Bildung und Wissenstransfer

Bund und Länder fördern Aktionsplan der Leibniz-Forschungsmuseen

Berlin, (lifePR) - Mit einem gemeinsamen Aktionsplan wollen die acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft ihre besondere Rolle als Orte von Forschung, Bildung und Wissenstransfer weiter stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür gemeinsam mit den Ländern Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bis 2019 insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Der Aktionsplan sieht dafür die Schwerpunkte Wissenschaftskommunikation, Vermittlungsforschung und -standards sowie internationale Vernetzung vor. Mit einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung am 14. November ist jetzt die erste gemeinsame Aktivität im Kontext des Aktionsplans gestartet.

Neben individuellen Projekten an den einzelnen Museen sind vier gemeinschaftliche Formate und Aktivitäten mit nationaler, europäischer und internationaler Ausrichtung geplant:

Auf nationaler Ebene entwickeln die Museen innovative Formate der Wissenschaftskommunikation, die sie auf der Basis von konkreten Exponaten als „Orte des Dialogs“ zu gesellschaftsrelevanten Themen zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit positionieren. Unter der thematischen Klammer „Wir erforschen den Wandel und gestalten die Zukunft“ werden Themen wie Klimawandel, Verlust an biologischer Vielfalt, Energiewende, Strukturwandel, Bildungsgerechtigkeit und andere adressiert.

Desweiteren planen die Museen, die Vermittlungsforschung in Deutschland zur Entwicklung neuer, nachhaltiger Vermittlungsstandards zu stärken und in einem Netzwerk musealen Transfer, Vermittlung und Dialog auszubauen. Gemeinsam mit Leibniz-Instituten aus der Bildungsforschung soll dazu eine mittelfristige Forschungsagenda erarbeitet werden, mit der die museale Vermittlung forschungsbasiert weiterentwickelt werden kann.

Zum Europäischen Jahr des Kulturerbes 2018 planen die acht Leibniz-Forschungsmuseen verschiedene gemeinsame Aktivitäten. Im Fokus steht die Vermittlung der besonderen Bedeutung der Konservierungs- und Restaurierungsforschung für den Erhalt des kulturellen Erbes. So sind mit Themenwochen und Workshops für das Publikum Blicke hinter die Kulissen der Museumswerkstätten geplant.

Schließlich wird die internationale Vernetzung von Forschungsmuseen ausgebaut. Begonnen wurde eine Serie von Workshops mit der weltbekannten Smithsonian Institution in den USA, mit der eine langfristige strategische Kooperation vereinbart wurde. Mit dem „Global Summit of Research Museums“ startet im November 2018 in Berlin eine geplante Reihe von drei Gipfeltreffen von international bedeutsamen Forschungsmuseen. Als weitere Stationen sind London (2019) und Washington (2020) vorgesehen.

Die Förderung des Aktionsplans der Leibniz-Forschungsmuseen geht insbesondere auch auf eine Initiative der Bundestagsabgeordneten Sven Schulz (SPD) und Anette Hübinger (CDU) zurück, die in der gerade zu Ende gegangenen Legislaturperiode als Mitglieder des Haushaltsausschusses Berichterstatter für Bildung und Forschung waren.

Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, betont: „Forschungsmuseen sind mit ihrem Aufgabendreiklang von Sammeln, Forschen und Vermitteln herausragende Orte, um die Relevanz und neuste Erkenntnisse zu hochaktuellen Herausforderungen unserer Zeit wie etwa dem Klimawandel zu vermitteln. Sie nehmen damit eine in der modernen Wissensgesellschaft unverzichtbare Funktion als Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft wahr, die durch den Aktionsplan weiter gestärkt wird.“

Die Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), Bremens Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Eva Quante-Brandt, stellt heraus: „Damit Museen ihren Bildungsauftrag erfüllen können, ist es wichtig, dass die museale Vermittlung neue technische Möglichkeiten aufgreift und sich den veränderten Rezeptionsgewohnheiten anpasst. Dass die Leibniz-Forschungsmuseen gemeinsam mit der Bildungsforschung nun neue Konzepte genau dafür entwickeln und erforschen, wird den Besucherinnen und Besuchern, aber auch den Museen selbst zugutekommen.“

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, weist auf den internationalen Aspekt des Aktionsplans hin: „Museen auf der ganzen Welt stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen, etwa bei der Besuchergewinnung, der Digitalisierung oder dem Erhalt und der Weiterentwicklung ihrer Sammlungen für Forschung und Gesellschaft. Es ist daher naheliegend, diese gemeinsamen Herausforderungen auch durch Vernetzung und internationale Kooperation anzugehen. Genau das soll der Aktionsplan befördern.“

Bei den Leibniz-Forschungsmuseen handelt es sich um:

- Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, Bochum
- Deutsches Museum, München
- Deutsches Schiffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte, Bremerhaven
- Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
- Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, Berlin
- Römisch-Germanisches Zentralmuseum – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, Mainz
- Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Standort Frankfurt
- Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere, Bonn

Weitere Informationen im Internet unter www.leibniz-gemeinschaft.de/institute-museen/forschungsmuseen/

Leibniz-Gemeinschaft e.V.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,8 Milliarden Euro.

www.leibniz-gemeinschaft.de


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