Donnerstag, 23. November 2017


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"Auf ins Ruhrgebiet!"

LWL-Film dokumentiert die Situation jugendlicher Arbeitsmigranten in den 1950er Jahren

Münster, (lifePR) - In einer neuen Film-Dokumentation zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), wie in der Nachkriegszeit junge Nachwuchskräfte aus ländlichen Gebieten für den Ruhr-Bergbau geworben wurden. Filmemacherin Andrea Wirtz hat in dem vom LWL-Medienzentrum produzierten Film zeitgenössische Werbefilme mit Titeln wie "Mein Freund wird Bergmann" mit den Aussagen dreier Zeitzeugen verwoben.

Der Film zeigt, wie die unmittelbare Nachkriegsgeneration für den Bergbau gewonnen wurde; er dokumentiert aber auch das Leben außerhalb der Arbeit im Pütt. Denn die aus Bayern oder Ostfriesland angeworbenen jungen Männer erhielten neben der Ausbildung eine intensive Betreuung in Lehrlingsheimen und sogenannten Pestalozzidörfern, in denen das Wohnen familienartig organisiert war.

Häufig waren die jungen Bergleute Hauptverdiener in ihren Familien. Um die ausgebildeten Knappen an sich zu binden, stellten die Bergwerksgesellschaften ihnen Wohnungen, ja ganze Häuser zur Verfügung. Auch diese Zusatzleistungen wurden in Werbefilmen herausgestellt. Einer dieser Filme mit dem Titel "Besuch im Ruhrgebiet", bescherte übrigens dem später sehr bekannten Schauspieler Günther Lamprecht eine seiner ersten Rollen.

"Dem wichtigen Kapitel des Steinkohlenbergbaus in der unmittelbaren Nachkriegszeit ein filmisches Denkmal zu setzen und zugleich auf die lange Geschichte der Zuwanderung in unserer Region hinzuweisen, ist Anliegen unseres neuen Films", so Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Außer auf Material aus dem LWL-Filmarchiv konnte Wirtz für ihre Dokumentation auch auf Filme aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum am Deutschen Bergbau-Museum Bochum zurückgreifen.

"Der Film 'Auf ins Ruhrgebiet' eignet sich besonders, um überall im Ruhrgebiet mit den Menschen vor Ort Erinnerungen auszutauschen, über Stadtgeschichte, Strukturwandel und kulturelle Entwicklungen zu sprechen. Er kann zum Beispiel Heimatabende oder Vereinsversammlungen sehr bereichern", sagte Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, bei der Premiere des Films im Deutschen Bergbaumuseum Bochum.

Hintergrund:
Anfang der 1950er Jahre zeigte das Ruhrgebiet - wo mit den Kohlezechen eine der Schlüsselindustrien für den Wiederaufbau lag - noch überdeutlich die Zerstörungen des Krieges. Fachkundige Arbeitskräfte fehlten und mussten in den ländlichen Gebieten von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern angeworben werden, wohin auch die Vertriebenenströme aus den Ostgebieten umgeleitet worden waren. Und so warben die Bergwerksgesellschaften und Arbeitsämter dort mit Broschüren, Vorträgen und Filmen. Den jungen Männern wurden eine gute Ausbildung, Karrierechancen, hohe Löhne und gute Sozialleistungen versprochen.

Auf ins Ruhrgebiet! Jugendliche Arbeitsmigranten in den 1950er Jahren
DVD mit dem Film "Auf ins Ruhrgebiet!" von ca. 35 Min.
und dem historischen Film "Mein Freund wird Bergmann"(1951), ca. 22 Min.
Bestellungen: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstaße 13 - 15, 48147 Münster. E-Mail: medienzentrum@lwl.org
Internet: http://www.westfalen-medien.lwl.org

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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