Zu 1200 Denkmalen im Saale-Orla-Kreis gehören wahre Schätze der Baugeschichte

Fachdienste der Kreisbehörde vorgestellt: Die Untere Denkmalschutzbehörde

(lifePR) ( Schleiz, )
Wenn Sabine Berner über ihre Arbeit spricht, gerät sie oft ins Schwärmen. Sie berichtet von überraschend entdeckten bauhistorischen Schätzen, aufwändig vor dem Verfall geretteten Objekten, wunderschön sanierten Denkmalen mit klugen, neuen Nutzungen, einzigartigen Bohlenstuben, Gobelin-Wänden, Kronleuchtern.

Sabine Berner ist die personifizierte Untere Denkmalbehörde des Saale-Orla-Kreises und kennt tatsächlich fast jedes der 1200 Kulturdenkmale im Saale-Orla-Kreis. Seit 30 Jahren ist sie in ihrem Fachgebiet tätig – und dies mit der gleichen Leidenschaft, wie sie so viele Eigentümer von Denkmalen haben. „Ich habe viele große Enthusiasten kennengelernt, die sich absolut mit ihrem Denkmal identifiziert haben“, erzählt sie begeistert. Das sind sowohl private Eigentümer, als auch Kommunen, Vereine oder beispielsweise Kirchgemeinden; die die Untere Denkmalschutzbehörde als Partner und fachlichen Berater kennenlernen, wenn es um Erhalt, Restaurierung, Sanierung, Umbau oder gar Abrisse von Bau- und Kulturdenkmalen geht.

1200 Denkmale, Schlösser und Burgen

Im Saale-Orla-Kreis gibt es 1200 Kulturdenkmale, davon 134 Bodendenkmale und 65 Denkmalensembles. Dazu gehören überregional bedeutende Burgen, Schlösser, Bodendenkmale  in Burgk, Bad Lobenstein, Nimritz, Oberpöllnitz, Oppurg, Kospoda, Ranis, Weisbach und Ziegenrück,  sowie besonders denkmalreiche Innenstädte wie Neustadt an der Orla und Pößneck. 

In der Denkmalschutzbehörde im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Schleiz wird die Denkmalliste des Kreises – ein beeindruckendes Dokument – geführt und ständig aktualisiert. Hier sind alle Denkmale in den Städten und Gemeinden erfasst. Es gibt Dokumentationen zu deren Restaurierungen und baulichen Veränderungen. Das Aufgabengebiet der unteren Denkmalschutzbehörde umfasst unter anderem die Erteilung von Erlaubnissen für die nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen an Denkmalen, Denkmalensembles oder in der Umgebung von Kulturdenkmalen. Die Denkmalschutzbehörde erstellt Stellungnahmen im Rahmen bauordnungs- und bauplanungsrechtlicher Verfahren und bearbeitet Anträge auf Fördermittel des Landes und des Bundes sowie des Saale-Orla-Kreises. „Es erfolgt eine enge fachliche Abstimmung mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie“, berichtet Sabine Berner. Außerdem unterstützt das Landratsamt die Bauherren bei der Erarbeitung von Anträgen, der Zusammenstellung von Belegen sowie mit Vorprüfungen zu ihren Vorhaben und informiert zu steuerlichen Aspekten bei Denkmalsanierungen.

Allein die Innenstädte von Pößneck und Neustadt sind wahre Fundgruben für Denkmal-Kenner.  In den vergangenen 29 Jahren ist es hier gelungen, viele bedeutende Gebäude und Ensembles zu sichern, zu sanieren, wieder zu nutzen; sowohl private als auch öffentliche. Das heutige Museum642 am Klosterplatz ist ein besonders beeindruckendes Beispiel. Es wurde nach sieben Jahren Bauzeit für rund sechs Millionen Euro aus drei 700 Jahre alten ehemaligen Klostergebäuden erschaffen – und im November 2015 feierlich eröffnet.

Sabine Berner kann sich auch hier noch an Details der ersten Bestandsaufnahmen und Ergebnisse bauhistorischer Untersuchungen erinnern. Sie berichtet, in welch dramatisch-desolatem Zustand die alte Bausubstanz war und wie es gelang, die kommunalen Entscheidungsträger – beispielweise in Stadtratssitzungen – von der Idee zur Rettung der mittelalterlichen Häuser zu begeistern und welch langen Atem die Stadt Pößneck bei diesem Projekt bewies. Mit großer Leidenschaft hatten sich hier Akteure der städtischen Verwaltung, Planer, Architekten und Museumsgestalter engagiert.

„Es kam und kommt oft darauf an, Kompromisse zu finden, um die denkmalgeschützten Objekte neuen Nutzungen zuzuführen“ erklärt die Denkmalschützerin. „Man muss mit den Eigentümern reden, gemeinsam Lösungen finden; auch in teils heiklen Situationen Entscheidungen treffen. Leerstände sind die schlechteste Alternative“, begründet sie.

Erfreulich oft sei es in diesen Jahren auch gelungen, in denkmalgeschützten Objekten im Saale-Orla-Kreis verborgene Schätze zu heben und für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen; zum Beispiel jährlich zum Tag des offenen Denkmals, der in der hiesigen Region ein echter Besuchermagnet ist. „Es ist großartig, wie sich die Eigentümer und alle beteiligten Akteure in den Städten und Gemeinden für diesen Tag engagieren und was sie alles bieten – von Konzerten in den Denkmalen über Ausstellungen bis hin zu kulinarischen Überraschungen“, so Sabine Berner. Die Bürger aus dem Saale-Orla-Kreis und angrenzenden Kreisen sind sehr interessiert und entdecken in jedem Jahr neue Denkmale oder jene, die sich inzwischen sehr verändert haben. Man schaffe schließlich nur einen kleinen Teil der offenen Denkmale an diesem zweiten Sonntag im September persönlich zu besuchen.

„Es geht um Achtsamkeit, um Demut vor der Leistung der Erbauer, um die Erhaltung von Baugeschichte und um Erinnerungskultur“, begründet die Denkmalpflegerin das große Engagement und das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Rund zwei Drittel der Denkmale im Saale-Orla-Kreis konnten in den vergangenen drei Jahrzehnten restauriert oder saniert werden – investiert wurden viele Millionen Mark und Euro aus öffentlichen als auch aus privaten Mitteln.

Für schwierige Entscheidungen und die Kontrolle vor Ort wünsche  sich die Denkmalpflegerin zum Gespräch mit betroffenen Bürgern mehr Zeit.  „Viele wünschen schnelle Entscheidungen, aber um diese fachliche fundiert treffen zu können, sind  oftmals Voruntersuchungen, Prüfungen, Gutachten nötig.  Denkmalpflege ist ein öffentliches Interesse und die Öffentlichkeit hat ein Recht, auf die Arbeit der dafür eingesetzten Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung zu vertrauen“, begründet Sabine Berner.

Und sie ist sich sicher: „Die Denkmalpflege ist eine vielfältige Aufgabe, die nicht zu einem Abschluss kommt. Man muss langfristig denken“, betont sie. „Jedes Objekt ist anders; aber die Methodik ist immer ähnlich“, weiß sie aus Erfahrung. Sie habe viele Ideen und Projekte wachsen sehen, manche wurden erst nach sehr vielen Jahren realisiert; oder auch ganz anders als ursprünglich geplant; oder aus verschiedenen Gründen noch nicht. In den vergangenen Jahren haben sich die technischen Möglichkeiten für Sanierungen weiter  entwickelt und es ist noch viel zu tun in Sachen Denkmalerhaltung im Saale-Orla-Kreis. 

Die Untere Denkmalschutzbehörde ist jeweils dienstags 8 bis 12 und 13 bis 18 Uhr im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Schleiz zu erreichen.

 
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