Montag, 20. August 2018


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Wir lassen kein Gras drüber wachsen

Jugendliche präsentieren Rechercheergebnisse zu ehemaligen KZ-Aussenlagern in Brandenburg

Potsdam, (lifePR) - Am 7.12.2017, ab 17:00 Uhr präsentieren fünf Jugendgruppen aus Grüneberg, Bad Belzig, Wildau, Cottbus und Lauchhammer im Landtag Brandenburg in Potsdam die Ergebnisse ihrer mehrmonatigen Forschungstätigkeit.

Nur wenig ist in der breiten Öffentlichkeit über die mehr als 1.000 ehemaligen KZ-Außenlager bekannt. Vielerorts überdecken Gras, Betonflächen oder Gebäude die Reste von Fundamenten und anderen baulichen Überbleibseln. Über 60 Außenlager der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück gab es allein in Brandenburg. Wer waren die Menschen, die dort inhaftiert wurden und Zwangsarbeit leisten mussten? Wie verhielt sich die ortsansässige Bevölkerung damals, wie geht sie heute mit der Geschichte in den jeweiligen Orten um? Mit diesen und anderen Fragen haben sich Jugendliche im Pilotprojekt „überLAGERt – Lokale Jugendgeschichtsarbeit an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in Brandenburg“ beschäftigt. Ein Jahr lang haben sie nach Spuren gesucht.

Die konkreten Themen und Formen der Auseinandersetzung haben die Jugendlichen im Projekt selbst gewählt. Sie haben Bücher gewälzt, in Archiven recherchiert, Menschen befragt und historische Orte aufgesucht. Entstanden sind Kontakte zu Überlebenden, Quellen- und Materialsammlungen, Forschungstagebücher, Vortrags- und Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen, Informationstafeln und Lagermodelle.

Ihre Recherchen zu den Lagern Belzig, Grüneberg, Königs Wusterhausen, Lieberose/Jamlitz und Schwarzheide stellen die Projektgruppen nun der Öffentlichkeit vor. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden die Teilnehmer_innen der Veranstaltung das „Gras lüften“ und unter die Oberfläche schauen, auch mit dem Ziel, die Erinnerungskultur an weiteren ehemaligen Lagerstandorten aktiv mitzugestalten.

Das Pilotprojekt „überLAGERt – lokale Jugendgeschichtsarbeit an Orten ehemaliger KZ- Außenlager in Brandenburg“ ist eine Initiative des Landesjugendring Brandenburg e.V. in Kooperation mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/ Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und Gedenkstätte und Museum Sacchsenhausen und dem Landesdenkmalamt. Durch die Förderung der F.C. Flick-Stiftung, der Stiftung „großes Waisenhaus zu Potsdam“ sowie aus Mitteln des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg wurde die Umsetzung ermöglicht. Die Projektinitiative wurde mit dem Waltraud-Netzer-Jugendpreis des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“ ausgezeichnet.

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