Jung, ehrenamtlich, keine Zeit

(lifePR) ( Berlin, )
Mehr Zeit und Anerkennung für junge Ehrenamtliche: Mit der Kampagne „EA-TEAM: Mission gutes Ehrenamt“ macht der Landesjugendring die Berliner Politik auf Probleme aufmerksam, die ehrenamtliches Engagement junger Menschen erschweren. Die Kampagne startet am 13. September 2017 in der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements, am Thementag „Jugendengagement und Demokratie“.

Allein in Berliner Jugendverbänden engagieren sich 51.215 junge Menschen ehrenamtlich. Sie leiten Gruppenstunden, organisieren Ferienfreizeiten, integrieren junge Geflüchtete in ihre Arbeit, engagieren sich für die Umwelt und vieles mehr. Neben Schule, Ausbildung oder Studium bleibt dafür wenig Zeit. Zudem sorgen Politik und Gesellschaft kaum für eine gezielte Anerkennung für junges Ehrenamt.

Mit der Kampagne möchte der Landesjugendring Berlin auf die Hindernisse aufmerksam machen, denen viele ehrenamtlich engagierte Jugendliche gegenüberstehen. „Berlin ist das einzige Bundesland, in dem es keine verbindliche Regelung für Sonderurlaub für junge Ehrenamtliche in der Jugendarbeit gibt“, sagt Tilmann Weickmann, Geschäftsführer des Landesjugendring. „Auch mangelt es an Anerkennung des Engagements in den Hochschulen; zum Beispiel durch die Anrechnung als Studienleistung oder mit Credit Points.“

Zum einen sind bessere Rahmenbedingungen nötig, aber auch die öffentliche Anerkennung für junges Engagement muss besser werden, fordert der Landesjugendring. Das könnte durch ermäßigte Monatskarten im ÖPNV erreicht werden oder durch die Gleichstellung der Ehrenamtskarte mit der Jugendleiter_innen-Card „Juleica“. Während Jugendleiter_innen in Brandenburg automatisch einen Anspruch auf die Ehrenamtskarte haben, können die 2.426 Berliner Jugendlichen mit ihrer Juleica keine Ehrenamtskarte bekommen.

Auf der Kampagnen-Website unter www.team-junges-ehrenamt.berlin stellen „ausgebremste Superheld_innen“ die sieben Forderungen des Landesjugendring vor, unterstützt von Stimmen betroffener Ehrenamtlicher. Die Forderungen haben Vertreter_innen von 33 Jugendverbänden auf der Mitgliederversammlung des Landesjugendring beschlossen. Monatlich sollen thematische Schwerpunkte gesetzt werden. Öffentliche Personen unterschiedlicher Parteien, aus der Wirtschaft oder von Wohlfahrtsverbänden unterstützen die Aktion.
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