Samstag, 25. Februar 2017


Energiesparen bei Wildtieren

Wenn es Winter wird, beginnt für das heimische Wild die schwierigste Zeit des Jahres

(lifePR) (Feldkirchen, ) Auch wenn uns das Wetter der letzten Wochen noch keinen Gedanken an den Winter verschwenden ließ, jetzt hat er endlich Einzug gehalten. Nun zieht es uns hinaus in die Natur, um geliebten Winterfreizeitaktivitäten wie Wandern durch den Winterwald, Skitouren und vielem mehr nachzugehen. Der Lebensraum der Wildtiere unterliegt folglich einer intensiven Mehrfachnutzung. Das kann dazu führen, dass dem Wild weniger Bereiche zur Verfügung stehen, wo es ungestört fressen und ruhen kann, was gerade in der kalten Jahreszeit für sie überlebenswichtig ist. Viele einheimische Wildarten sind Fluchttiere. Insbesondere plötzliche und unerwartete Störungen wirken sich vor allem in den Wintermonaten negativ aus. Bei plötzlicher Beunruhigung ergreifen Hirsch & Co. die Flucht, dies bedeutet einen hohen Energieverbrauch. Folglich besteht ein enger Zusammenhang zwischen Störung, Nahrungsmangel, Energieverlust und der Entstehung von Wildschäden am Wald. Durch eine angemessene und artgerechte Winterfütterung begegnen die bayerischen Jäger Jahr für Jahr dieser Nahrungsknappheit.

Unser Wild, vor allem die warmblütigen Pflanzenfresser wie Hirsche, Rehe oder Gams, sind während der Wintermonate einer doppelten Belastung ausgesetzt: Einerseits steht ihnen weniger Äsung von schlechterer Qualität zur Verfügung, auf der anderen Seite müssen sie mehr Energie für die Wärmeregulation aufbringen. Unbestritten ist, dass die Tiere im Laufe der Evolution Anpassungen wie eine dicke Fettschicht, in der Fachsprache "Feist", und einen Winterpelz, ähnlich dazu die dicke Daunenschicht bei den Vögeln, entwickelt haben, die ihnen trotz Kälte und Nahrungsmangel das Überleben sichern.

Weitere Strategien, wie die verschiedenen Wildtierarten durch den Winter kommen, sind eine verminderte körperliche Aktivität, ein Absenken der Temperatur in der "Körperschale" oder auch die Anpassung der Stoffwechselaktivität an die Qualität und Verfügbarkeit der Nahrung. Die Anpassung der Wildtiere an den Winter erfolgt also nach dem Prinzip des Energiesparens. Sie leben quasi auf "Sparflamme". Dieser "Energiesparzustand" kann von ihnen aber nur bei absoluter Ungestörtheit in ihren sicheren Einständen aufrechterhalten werden.

"Um die Beschwerlichkeiten des Wildes in dieser kalten Jahreszeit nicht noch zu vergrößern, liegt es an allen Teilen der Bevölkerung", so BJV-Präsident Vocke, "das Freizeitverhalten an das Verhalten der Wildtiere im Winter anzupassen und Rücksicht auf ihre Bedürfnisse zu nehmen. Es muss uns gelingen, die Auswirkungen der menschlichen Aktivitäten auf die Wildtiere zumindest abzuschwächen. Dazu ist Aufklärung und Bewusstseinsbildung sowie Verständnis unerlässlich."

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