Dienstag, 30. Mai 2017


BJV fordert Überarbeitung des Vegetationsgutachtens

"Bisherige Vorgehensweise sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht"

(lifePR) (Feldkirchen, ) "Die bayerischen Jäger sind sich Ihrer Verantwortung für den Wald bewusst und wollen ihren Teil beitragen, damit diese gesund und artenreich wachsen und einem möglichen Klimawandel standhalten können." Dies sagte BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke anlässlich einer Pressekonferenz im Vorfeld des Landesjägertages, der vom 16. bis 18. April in Erding stattfinden wird. Dass dennoch aus den Reihen der Jägerschaft immer wieder massive Kritik am Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung laut wird - so sicherlich auch in Erding -, liegt vor allem in dessen Methodik begründet.

Denn das teure Gutachten erfüllt selbst manch wissenschaftliche Grundvoraussetzung nicht. Vor allem Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Daten, die draußen in der Fläche erhoben werden, sind nach den Erkenntnissen der bayerischen Jägerschaft, die die Aufnahmen zumeist persönlich begleitet, nicht gegeben.

Darüber manifestiert sich der Protest der Jägerschaft, weil eine reichhaltige gemischte Verjüngung an Waldbäumen durchaus vielerorts vorhanden ist. Im Rahmen des Gutachtens wird sie aber ausgeblendet: Jene jungen Bäume, die gesund aufwachsen, werden nicht beachtet. Die Aufnahme fokussiert vielmehr einzig und allein auf verbissene Pflänzchen. "Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes 'vor lauter Bäumen der Zukunftswald nicht gesehen'", merkte BJV-Präsident Jürgen Vocke an.

Für die bayerischen Jäger hat das Gutachten vielfältige Bedeutung. Vor allem bildet es eine wesentliche Grundlage für den Abschussplan, der vorschreibt, wie viel Reh-, Rot-, Dam-, Muffel- oder Gamswild ein Jäger in seinem Revier zu erlegen hat. Diese behördlichen Zahlen steigen seit Jahren stetig weiter an. Immer mehr Jäger revoltieren aber gegen den Zwang, Wild quasi "wahllos umlegen zu müssen", um ihr Soll noch zu erfüllen. "Jäger erlegen so viel Wild, wie es die Lebensraumkapazität erfordert. Wir sind aber keine Liquidationskommandos, die politische oder wirtschaftliche Interessen auf dem Rücken der Wildtiere durchsetzen", so Vocke. "Unser Wald soll immer noch auch eine Heimat für Reh und Hirsch sein dürfen - alles andere wäre gegen unser Naturverständnis, gegen das Interesse der Menschen und auch gegen so wesentliche Ziele wie die Biodiversitätsstrategie."

Der BJV engagiert sich deshalb seit Jahren für eine methodische Fortentwicklung vom sogenannten "Verbissgutachten" zu einem echten "Vegetationsgutachten". Dass Staatsminister Helmut Brunner eine gemeinsame Tagung der Nutzerverbände zu diesem Zweck anberaumen will, begrüßt der BJV als einen Schritt in die richtige Richtung.

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