Montag, 18. Dezember 2017


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In der Doppelausbildung nichts doppelt lernen

Lüdenscheid, (lifePR) - Das Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid kooperiert mit dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid, der FH Südwestfalen, der Kreishandwerkerschaft und dem Arbeitgeberverband und richtet eine Fachklasse für Studierende von ausbildungsbegleitenden Verbundstudiengängen ein.

Die Vorteile eines Verbundstudiums liegen auf der Hand: Wer einen Ausbildungsberuf erlernt und gleichzeitig studiert, verknüpft die betriebliche Praxis mit der Theorie des Studiums. Das erleichtert das Lernen. Für Professor Andreas Ujma vom Kunststoff-Institut Lüdenscheid macht sich dies sowohl in den Lehrveranstaltungen als auch den Ergebnissen der Abschlussarbeiten bemerkbar: "Bei den Bachelor-Studiengängen sind die Studierenden im Verbundstudium leistungsstärker als die des Präsenzstudiums. Das liegt in erster Linie an der Praxiserfahrung."

Der Anwendungsbezug und die guten Karrierechancen spornen viele Studierende an, doch die Doppelausbildung ist auch eine Doppelbelastung. Während andere Auszubildende ihre Freizeit genießen dürfen, müssen Verbundstudierende Vorlesungen besuchen oder büffeln. Ihre Studienzeit verbringen Sie, anders als z. B. die Kommilitonen der Geisteswissenschaften, in der Regel im Betrieb, im Hörsaal und in der Berufsschule. In der Vernetzung der Lernorte liegt jedoch eine Chance für eine gezielte Förderung und damit Entlastung der Studierenden - unter der Voraussetzung, dass Ausbildung und Studium "passgenau abgestimmt" werden, wie Schulleiter Werner Lemmert vom Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid betont.

Einen ersten Schritt zu einer verstärkten Kooperation unternehmen das Berufskolleg und die FH Südwestfalen bereits im nächsten Schuljahr. Dann nämlich werden die Verbundstudierenden der FH am Berufskolleg am Raithelplatz in einer eigens eingerichteten Fachklasse betreut. Initiator Heinz Voiß sieht in diesem Bildungsangebot einen wichtigen Baustein für die individuelle Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern. Zusammen mit Torsten Urban vom Kunststoffinstitut entwickelte er das Konzept des neuen Bildungsganges. Dazu mussten die Fächertafel für den Unterricht und der Lehrplan zeit- und stoffgerecht am Studium der FH ausgerichtet werden. Der Berufsschulunterricht soll in Zukunft an einem Tag in der Woche stattfinden und acht Zeitstunden umfassen. Er wird sich in berufsspezifischen Unterricht und unterstützenden Unterricht in Mathematik, Fachmathematik, Projekt- und Qualitätsmanagement sowie PC-Anwendung gliedern.

Der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Lüdenscheid und die SIHK begrüßen das neue Angebot. "Die neue Fachklasse ist im Sinne aller Beteiligten", sagt Andreas Lux, Leiter des Geschäftsbereichs Berufliche Bildung bei der SIHK. "Es geht darum, Führungskräfte auszubildenden und an die Region zu binden. Sie nachher wieder zurückzuholen, ist sehr schwierig".

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