Samstag, 16. Dezember 2017


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MEDIENTAGE MÜNCHEN 2011 vom 19. bis 21. Oktober 2.4 Mehr Medienkompetenz oder mehr Anbieterschutz: Was leisten Jugendschutzprogramme?

"Jugendschutzprogramme entstehen aus Verantwortung"

München, (lifePR) - Virtueller Babysitter gesucht: Um Jugendschutzprogramme, die den Abenteuerspielplatz Internet für Kinder sicherer machen sollen, ging es bei einer Veranstaltung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im Rahmen der Medientage München. Die KJM hatte erst im Mai dieses Jahres aktualisierte Eckwerte für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen publiziert. Daraufhin konnte sie im August und September zwei Konzepte für Jugendschutzprogramme - das von JusProg e.V. und das der Telekom AG - positiv bewerten. Die KJM ist laut Jugendmedienschutz-Staatsvertrag für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen zuständig.

"Ein Signal, das alle Beteiligten ein Stück weit unter Druck setzt", sagte Verena Weigand, die Leiterin der KJM-Stabsstelle, in ihrem einführenden Referat. "Denn in der Öffentlichkeit und auch in der Politik besteht nun eine gewisse Erwartungshaltung an die Funktionsfähigkeit und die baldige Weiterentwicklung der Schutzoption." Das gelte vor allem für die Werbung für den Einsatz von Jugendschutzprogrammen bei Eltern und anderen Erziehenden und für die Identifizierung typischer Defizite bei den derzeit verfügbaren technischen Jugendschutzlösungen.

Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt und Mitglied der KJM, appellierte in dem Zusammenhang an alle am Jugendschutz-System Beteiligten: "Jugendschutzprogramme sollten nicht aus irgendeiner politischen oder rechtlichen Handlungspflicht heraus entstehen. Sie sollten aus einer Verantwortungshaltung heraus entstehen." Jugendschutzprogramme lägen in der "Verantwortung der KJM, der Anbieter und der Politik". Ganz konkret forderte Holsten finanzielle Unterstützung seitens der Politik, um anerkannte Jugendschutzprogramme dann "auch bewerben und damit nutzbar machen zu können".

Dass diese Unterstützung bald gebraucht werde, illustrierte die Aussage von Gabriele Schmeichel, Vorstandsvorsitzende der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und Jugendschutzbeauftragte der Deutschen Telekom: "Bis Ende des Jahres kommt das Jugendschutzprogramm der Telekom", versprach sie. Das gemeinsame Ziel müsse jetzt sein, eine baldige Anerkennung erster Jugendschutzprogramme auch in der Öffentlichkeit positiv zu kommunizieren, um damit deren Akzeptanz zu befördern.

Auch Claus Grewenig, Geschäftsführer des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), zeigte sich mit den jüngsten Entwicklungen bei den Jugendschutzprogrammen zufrieden. "Der Schritt, den die KJM mit der Positivbewertung gegangen ist, war ganz wichtig." Seine Forderung: "Jugendschutz muss für die Anbieter machbar bleiben."

Die gesellschaftspolitische Relevanz des Themas betonte Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Medienpädagogik Bayern. Er sagte: "Die Herausforderung in Bezug auf Jugendschutzprogramme ist es, auch diejenigen Eltern zu erreichen, die sich nicht für das Thema interessieren." Die BLM baue deshalb im Moment ein bayernweites Referentennetzwerk auf. Schneider: "Experten an der Basis müssen Medienkompetenz über Elternabende an die Nutzer bringen. Das beste Jugendschutzprogramm nützt nichts, wenn es in der Praxis nicht verwendet wird."

Kommission für Jugendmedienschutz (KJM)

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich am 2. April 2003 konstituiert. Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) die Aufsicht über Rundfunk und Telemedien (Internet) wahr. Mitglieder sind sechs Direktoren der Landesmedienanstalten, vier von den Ländern und zwei vom Bund benannte Sachverständige.

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