Biene oder Wespe

Allergologen entwickeln verbesserte Tests bei Insektengiftallergie

(lifePR) ( München, )
Bis zu 3,5 Prozent der Bevölkerung reagieren auf Stiche von Bienen oder Wespen mit akuten Symptomen des Immunsystems (Anaphylaxie). Insbesondere schwere anaphylaktische Reaktionen können zu bleibenden Körperschäden oder zum Tod führen. Eine Allergen-spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, kann heute über 90 Prozent der Betroffenen vor weiteren systemischen Reaktionen auf erneute Stiche schützen.

Um eine Insektengiftallergie zu diagnostizieren, wenden die Allergologen neben der Anamnese Routine-Tests wie einen Hauttest oder Bluttests zur Bestimmung spezifischer Immunglobulin-E-(IgE)-Antikörper auf Gesamtinsektengifte an. Diese Untersuchungen können manchmal auf Bienenund Wespengift ansprechen, obwohl nur eines der beiden Insekten bei den Betroffenen die gefährliche Reaktion auslöst.

Damit wissen die Ärzte oft nicht, gegen welches Insektengift sie eine Hyposensibilisierung durchführen sollen.

Um die Entscheidung zu erleichtern und unnötige Immuntherapien mit beiden Insektengiften zu vermeiden, entwickelten die Forscher um Prof. Bernadette Eberlein, Prof. Markus Ollert, Prof. Ulf Darsow und Prof. Johannes Ring von der Klinik für Dermatologie und Allergologie neue Testverfahren.

Zum einen verwendeten die Wissenschaftler einen zellulären Test mit basophilen Granulozyten (einer Untergruppe der Leukozyten), mit dem sie mit Hilfe von Dosis- Wirkungskurven und der Berechnung eines speziellen Verhältnisses zwischen Giftmenge und Ausmaß der Zellaktivierung die Reagibilität gegen Bienen- bzw. Wespengift in Bezug auf die klinische Reaktion besser beurteilen konnten. Des weiteren setzten sie bei der Bestimmung der spezifischen IgE-Antikörper sowohl bereits erhältliche als auch eine Reihe neuer rekombinanter Allergene ein, die bei den einzelnen Patienten genaueren Aufschluss gaben, welches Sensibilisierungsmuster gegen die molekular definierten Insektengiftkomponenten vorlag.

Die verbesserten Tests erleichtern die Identifizierung des allergieauslösenden Insektengifts und stellen einen großen Fortschritt für die erfolgreiche Immuntherapie dieser lebensbedrohlichen Allergie dar. Die Tests werden an der Klinik für Dermatologie und Allergologie bei Patienten mit Verdacht auf Insektengiftallergie bereits standardmäßig eingesetzt.

Der Artikel ist online im Fachmagazin Journal of Allergy and Clinical Immunology erschienen, zu finden unter http://dx.doi.org/10.1016/j.jaci.2012.02.008.
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