In Marburg werden 12 nierenkranke Kinder mit der Dialyse behandelt

11 Kinder stehen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation

(lifePR) ( Neu- Isenburg / Marburg, )
Die spezifische Behandlung von Kindern mit chronischem Nierenversagen war am Mittwoch, 18. Januar 2017, Thema bei dem Neujahrsempfang, zu dem das KfH-Nierenzentrum für Kinder und Jugendliche, die Klinik für Kindernephrologie und Transplantationsmedizin sowie das Transplantationszentrum in Marburg eingeladen hatten. Schwerpunkt war die Herausforderung der Nierentransplantation im frühen Kindesalter.

„Die Zahl der Kinder, die bereits ab Geburt oder im frühen Säuglingsalter dialysiert werden müssen, nimmt zu“, erläuterte Prof. Dr. Günther Klaus, Leiter des KfH-Nierenzentrums für Kinder und Jugendliche Marburg. Derzeit werden im KfH-Zentrum sechs kleine Dialysepatienten unter drei Jahre behandelt. „Diese Patienten sind eine extreme Herausforderung für das gesamte Behandlungsteam, weil sie eine besonders spezialisierte Therapie und Betreuung benötigen, die ohne eine koordinierte Zusammenarbeit von Pränatalmedizinern, Neonatologen, Kinderchirurgen, Urologen und Kindernephrologen nicht möglich wäre“, erklärte der Kindernephrologe. Die Dialysebehandlung stelle für diese Kinder meist nur eine „Brücke“ dar – bis im besten Fall eine Nierentransplantation erfolgen könne. Denn die Nierentransplantation fördere die Entwicklung dieser kleinen Patienten erheblich und verbessere gleichzeitig die Lebensqualität der Kinder und ihrer Familien entscheidend, ergänzt Klaus.

Nierentransplantation von Kindern nur in spezialisierten Zentren

Pro Jahr werden deutschlandweit etwa 120 Nierentransplantationen bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Die Nierentransplantation im Kindesalter stellt allerdings eine hochspezialisierte Therapieform dar, die nur in wenigen Zentren in Deutschland angeboten wird, so zum Beispiel in Marburg, dem einzigen Nierentransplantationszentrum für Kinder in Hessen. „Ohne die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachdisziplinen in Marburg wäre eine optimale Betreuung vor, während und nach einer Nierentransplantation nicht möglich“, erläuterte Prof. Dr. Stefanie Weber, Leiterin der Kindernephrologie und Transplantationsmedizin. Besonders aufwändig sei die Nierentransplantation von sehr kleinen Kindern, vor allem in den Fällen, wenn wegen der Grunderkrankung auch die Blasenfunktion gestört sei. Dies erfordere eine intensive Abstimmung zwischen den Transplantationschirurgen, Kindernephrologen, Anästhisten, Kinderurologen und pädiatrischen Intensivmedizinern.

Allein in Marburg wurden seit 1988 über 140 Nierentransplantationen bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Die Transplante funktionieren zu über 70 Prozent noch nach 10 Jahren. „Ein sehr großer Erfolg, der das Konzept der interdisziplinären Behandlung bestätigt“, so Prof. Dr. Joachim Hoyer, Leiter des Transplantationszentrums in Marburg . Allerdings ist auch für Kinder die Wartezeit auf eine passende Spenderniere mit zwei Jahren verhältnismäßig lang – aktuell stehen 11 der kleinen Patienten aus Marburg auf der Warteliste bei Eurotransplant. „Die Lebendspende von den Eltern oder nahen Verwandten spielt deshalb eine bedeutende Rolle“, so Hoyer.

Gelegenheit zu Informationsaustausch wurde rege genutzt

Auch viele Familien mit jungen Patienten, die im Marburger Kindertransplantationszentrum betreut werden, waren zu dem Neujahrsempfang gekommen. Für sie bot die Veranstaltung vor allem Gelegenheit für einen Informationsaustausch über die eigenen Erfahrungen und die Herausforderungen an das Leben mit einem chronisch nierenkranken Kind sowie über die Besonderheiten der Betreuung vor und nach einer Nierentransplantation.

 
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