Dienstag, 26. September 2017


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Im Juli 2015 aus Syrien geflohen, ist Zeinab Abou Eid nach zwei Jahren in Deutschland angekommen

Leipzig, (lifePR) - Die junge Frau, Jahrgang 1990, hat ihr Abitur in Damaskus gemacht und am technischen Institut der Universität Damaskus eine Ausbildung zur Zahntechnikerin abgeschlossen. Dann musste sie vor dem Krieg und den bewaffneten Gruppen in ihrer Heimatstadt fliehen. Mit ihrem Vater und ihren Geschwistern ging die Reise durch viele Länder und oft beschwerlich zu Fuß. Von Leipzig hatte sie vorher noch nie gehört.

Nach der Ankunft in Leipzig und der ersten Orientierung hieß es büffeln: „Ich vermisse meine Heimat, den Ort meiner Kindheit und Jugend und bin auch heute noch oft traurig, dass wir flüchten mussten. Mit 25 Jahren hat man noch viel vor und ich wollte hier in Deutschland nicht nur da sondern angekommen sein und unbedingt schnell auf eigenen Füßen stehen“, sagt die heute 27-Jährige.

Mit dem einjährigen Integrationskurs und der Prüfung zum Sprachniveau B1 legte sie dafür den Grundstein. Gemeinsam mit dem Bruder bezog sie in eine eigene Wohnung und wollte im Berufsleben durchstarten. In Gesprächen mit der Anerkennungsberatung IBAS, unter dem Dach des Jobcenters in der AXIS-Passage, wurde deutlich, dass zunächst der ausländische Berufsabschluss mit den in Deutschland geforderten Qualifikationen abgeglichen werden musste. Die IBAS organisierte für Frau Abou Eid einen Termin bei der Handwerkskammer (HWK) zu Leipzig.

Die vollständige Anerkennung war nicht sofort möglich. Speziell auf das deutsche Gesundheitssystem zugeschnittene Fachkenntnisse fehlten für die sofortige Ausübung des Berufes. Gemeinsam mit Frau Abou Eid plante die HWK modulare Zusatzqualifikationen, in Kooperation mit den Bildungseinrichtungen der HWK in Dresden und Halle.

Wieder auf der Schulbank, standen anstatt Rechtschreibung und Grammatik nun Kieferorthopädische Geräte, Totalprothesen und Rationelle Aufwachstechniken auf dem Stundenplan. Die Kosten übernahm das IQ-Netzwerk Sachsen auf Basis eines bundesweiten Förderprogramms. Die Kurse erfolgreich abgeschlossen, hatte die junge Frau die Anerkennung Ihrer Qualifikation in der Tasche. 

Danach ging es schnell. Das Online-Bewerberprofil wurde aktualisiert und sie arbeitete vier Wochen zur praktischen Erprobung in einem Unternehmen. Auf mehrere Stellenvorschläge folgte eine aktive Bewerbungszeit. Auch auf den Vermittlungsvorschlag des gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenters Leipzig vom 20. Juni 2017 bewarb Sie sich und landete einen Volltreffer. Am 26. Juni 2017 wurde der unbefristete Arbeitsvertrag als Zahntechnikerin zwischen Frau Abu Eid und der AVANTGARDE Dentaltechnik GmbH von beiden Seiten unterzeichnet.  

Zahntechnikermeister Carsten Müller, Geschäftsführer der AVANTGARDE Dentaltechnik GmbH, sagt: „Viele sprechen von Fachkräftemangel. Man sollte bei der Integration vor allem die Chance sehen. Frau Abu Eid ist gut ausgebildet, hochmotiviert, fleißig und sehr freundlich, eine Bereicherung für unser Team. Große sprachliche Probleme gibt es nicht. Seit dem Frühjahr haben wir bereits einen jungen syrischen Mann in einer Einstiegsqualifizierung. Er wird gemeinsam mit einer jungen Frau im Herbst eine Ausbildung zum Zahntechniker in unserem Hause beginnen. Grundlage gelungener Integration ist, wenn beide Seiten Werte und Normen unserer Gesellschaft akzeptieren und respektieren, aber auch ihren Platz darin finden“.

Die AVANTGARDE Dentaltechnik GmbH und Frau Abu Eid werden in der Anfangszeit durch einen Eingliederungszuschuss bzw. Einstiegsgeld durch das Jobcenter Leipzig unterstützt.

Dr. Simone Simon, Geschäftsführerin des Jobcenters Leipzig: „Es freut mich sehr, dass Frau Abou Eid ihre berufliche Vorstellung auch in Deutschland weiter verfolgt hat und mit ihrem Engagement erfolgreich war. Das Beispiel zeigt, die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner mit den unterschiedlichsten Kompetenzen und Angeboten funktioniert gut.“

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