Sonntag, 22. April 2018


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Umfrage: Was macht gute Eltern aus?

Bad Rodach, (lifePR) - Wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, ist die Ehe mit 71 Prozent die am häufigsten gelebte Familienform in Deutschland. In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Anteil im Vergleich zu anderen Familienmodellen jedoch um ein Drittel reduziert. Betrachtet man diese Tatsache in Zusammenhang mit weiteren Veränderungen, wie dem Anstieg der Scheidungsrate oder dem gestie-genen Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes, zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Vermeintlich standardisierte Strukturen werden aufgebrochen und neu zusammengesetzt. Die politischen und soziodemografischen Folgen des Wandels lassen sich im jährlichen Familienreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nachlesen. Welche Herausforderungen diese Entwicklungen jedoch für Familienmitglieder mit sich bringen, zeigt sich erst mit Blick auf die Veränderungen der gelebten Familienkultur.

Alleinerziehende, Regenbogenfamilien und vollberufstätige Mütter sind längst keine Ausnahmen mehr. Jeder kann Familie individuell leben und gestalten. Geregelte Mahlzeiten, Geburtstagsrituale, Bildungswege oder die Gestaltung der Freizeit fallen überall anders aus. Die Gesellschaft versucht sich anzupassen: 24h-Kitas, Förder­programme und jede Menge Ratgeberliteratur eröffnen endlose Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Wirklich einfacher wird das Zusammenleben von Familien dadurch allerdings nicht. Ohne jegliche Norm fehlt vielen Eltern die Orientierung, ein Maßstab, der bestimmt was gut und richtig ist. Die Folge: sie sind verunsichert.

Verunsicherung in der Erziehung

Laut einer aktuellen Umfrage[1] von mafo.de im Auftrag von JAKO-O macht sich das auch in der Erziehung bemerkbar. Eltern handeln nicht mehr nur aus Intuition. Besonders den jüngeren Generationen scheint das Bauchgefühl abhanden gekommen zu sein. Fast die Hälfte aller Befragten lässt sich durch Verwandte beeinflussen, jeder Dritte durch andere Eltern, das soziale Umfeld oder durch Lehrer und Betreuer. Dabei fällt auf, dass Frauen sich in der Regel mehr am Umfeld orientieren, Männer hingegen suchen vermehrt Rat in Zeitschriften, Fachbüchern oder dem Internet (Frauen: 23,1 Prozent, Männer: 31,6 Prozent). Generell ist es nicht verkehrt, sich zu informieren und Ratschläge anzunehmen. Was für die jeweilige Familienkultur jedoch richtig ist, können nur die Familien selbst entscheiden.

Eltern fühlen sich unter Druck

Mit der Verunsicherung der Eltern gehen auch Ängste einher, die sich erst im Zuge des Wandels ausgeprägt haben. Der gesellschaftliche Leistungs- und Konkurrenzdruck ist mit knapp über 45 Prozent der bedeutendste Faktor - besonders für Frauen. Männer fühlen sich beson­ders von dem Gefühl unter Druck gesetzt, nicht genug Zeit für die Kinder zu haben. Einem Drittel aller Eltern machen auch eine unzureichende staatliche Familien­förderung und Arbeitszeitmodelle zu schaffen. Und knapp 30 Prozent aller Eltern Angst davor haben, ihr Kind nicht gut genug auf das Leben vorzubereiten. Sie befürchten, als Eltern zu versagen.

Gute Eltern bieten Geborgenheit, Struktur und fördern das Selbstbewusstsein

Danach gefragt, was gute Eltern ausmacht, antwortete die überwältigende Mehrheit der befragten Mütter und Väter: "dass ich meinem Kind etwas zutraue" (83,9 Prozent). Mit 83,4 Prozent finden Eltern es ebenso wichtig, Kindern "Liebe, Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln". Auf Platz drei folgen mit jeweils knapp 74 Prozent die Aussagen "dass ich meinem Kind klare Regeln vermittele" und "dass ich mein Kind fördere". Letzteres soll vermutlich die Angst kompensieren, dem Kind nicht beste Startchancen für die Zukunft zu sichern.

Spannend sind außerdem die Aspekte, die Eltern für weniger wichtig erachten. "Authentisch zu sein" und "auf das eigene Bauchgefühl zu hören" sind nur für gut 38 Prozent der Befragten ein Merkmal guter Eltern. Dabei sind gerade das laut Experten ausschlaggebende Kriterien, um Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Mit 4,2 bzw. 4 Prozent erhalten die Faktoren "Perfektion" und die "Orientierung an Ratgebern" die geringste Zustimmung der Eltern. Das sehen auch Experten so. Gute Eltern müssen nicht perfekt sein. Sie entscheiden für sich selbst, was gut für die Familie ist, was zu ihnen passt und wie sie ihre Familienkultur gestalten wollen. Solange jeder seinen festen Platz im Gefüge hat, Pflichten und Freiheiten genießt, bietet jedes Familienmodell Schutz und Unterstützung. "Wenn Eltern es dann noch schaffen, ihre Sorgen und Ängste hin und wieder über Bord zu werfen und Kinder einfach Kinder sein zu lassen, haben wir mit unserer Initiative schon Vieles erreicht", sagt JAKO-O Geschäftsleiterin Bettina Peetz. Denn auch wenn es heute nicht unbedingt einfacher ist, bietet Familie auch weiterhin die Grundlage einer glücklichen Gesellschaft[2].

[1] Umfrage von mafo.de im Auftrag von JAKO-O unter 1.029 Eltern zwischen 18 und 65 Jahren, Mai 2013.
[2] 79 Prozent der Bundesbürger geben an, dass man eine Familie braucht, um glücklich zu sein. Quelle: WZB/Statistisches Bundesamt: Datenreport 2011.

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