Neuerscheinung: Eva Oberloskamp: Fremde neue Welten. Reisen deutscher und französischer Linksintellektueller in die Sowjetunion 1917-1939

(Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Bd. 86, München 2011. 472 S., ISBN 978-3-486-70403-7, € 49,80)

(lifePR) ( München, )
Eine Fahrt in die UdSSR war in den 1920er und 30er Jahren unter Linksintellektuellen en vogue. Anhand von deutsch- und französischsprachigen Reiseberichten, aber auch von unveröffentlichten Quellen geht Eva Oberloskamp der Frage nach, warum die meisten Autoren - trotz zahlreicher kritischer Beobachtungen - für die Sowjetunion Partei ergriffen. Dafür hat sie Texte von 50 deutsch- und französischsprachigen Autoren analysiert, die zwischen 1918 und 1939 die UdSSR besuchten. Sie nutzt die kulturhistorische, auf Wahrnehmungsprozesse gerichtete Perspektive, um eine politikgeschichtliche Frage zu beantworten. Denn wenn man weiß, wie die revolutionäre Sowjetunion auf das linksintellektuelle Milieu wirkte, lassen sich Rückschlüsse auf die politische Kultur ziehen. Hinter dem Untersuchungsansatz steht somit die Frage nach der Anfälligkeit für totalitäre Versuchungen. Und gerade der Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich bringt spannende Unterschiede zutage, obwohl das politische System in beiden Ländern von ähnlichen Krisenerscheinungen gekennzeichnet war: Die Mehrzahl der deutschen wie französischen Linksintellektuellen bejahte die Sowjetunion, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Französische Bewertungen entstanden häufig vor dem Hintergrund der eigenen Nationalgeschichte und eines positiven Fortschritts- und Revolutionsbildes. Das Urteil deutscher Linksintellektueller hingegen resultierte oftmals aus einer gewissen Neigung zu autoritären Denkmustern.

Eva Oberloskamp ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte. Sie wurde für Ihre Dissertation mit dem Förderpreis der Universitätsgesellschaft der Ludwig-Maximilians-Universität sowie dem Ehrenpreis der Association pour l'emploi des cadres und der Deutsch-Französischen Hochschule ausgezeichnet.

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