Freitag, 20. April 2018


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Wie das Lernen mit digitalen Medien in der Grundschule gelingen kann

160 Lehrkräfte bildeten sich auf einer landesweiten Fachtagung fort

Kronshagen, (lifePR) - Wie können Lehrkräfte in der Grundschule digitale Medien so einsetzen, dass das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Fächern gefördert und die Medienkompetenz der Kinder entwickelt wird? Praxistaugliche Antworten auf diese Frage erhielten 160 Lehrkräfte in Vorträgen und 30 Workshops auf einer landesweiten Fachtagung des IQSH am 21. November in Kiel. Bildungsministerin Karin Prien hielt das Grußwort.

„Eine gute Grundschule ist von entscheidender Bedeutung für die gesamte Lernentwicklung und die Bildungskarriere unserer Schülerinnen und Schüler", sagte Bildungsministerin Karin Prien heute (21. November) bei der Eröffnung der landesweiten Fachtagung „Lernen mit digitalen Medien in der Grundschule“. In der Grundschule sollten die Kinder eine solide Wissens- und Kompetenzbasis erhalten, vor allem in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen. „Dazu gehört heute aber auch ein kompetenter und reflektierter Umgang der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien“, so die Ministerin. In ihrem schulischen Teil der 2016 verabschiedeten Strategie Bildung in der digitalen Welt hätte die Kultusministerkonferenz verbindliche Anforderungen für die Bildung in der digitalen Welt formuliert. Ziel sei es, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2018/19 in die Grundschule eingeschult würden oder in die Sekundarstufe I einträten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen wie zum Beispiel Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren, Produzieren und Präsentieren oder Schützen und sicher Agieren erwürben. „In Schleswig-Holstein sind wir bei der Umsetzung dieser Ziele auf einem guten Weg: 113 Modellschulen, darunter auch 27 Grundschulen, setzen bereits vieles vorbildlich um und geben ihr Wissen in einem Netzwerk weiter.“

„Das IQSH unterstützt die Schulen und Lehrkräfte in vielfältiger Weise von der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte bis hin zu technischen Beratungen für eine optimale IT-Ausstattung an Schulen“, sagte Dr. Gesa Ramm, Abteilungsleiterin Schulentwicklung und IT-Medien des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). So sei im Vorbereitungsdienst die Vermittlung von Medienkompetenz Bestandteil der Ausbildung in Pädagogik und in den Fächern. Das IQSH biete zahlreiche Fortbildungen und Fachtage zum Lernen mit digitalen Medien für Lehrkräfte aller Schularten an, darunter auch die mit Kooperationspartnern durchgeführten Zertifikatskurse Medienerziehung für Lehrkräfte aller Schularten und speziell für Grundschulen das Internet-ABC. Die an Schulen stattfindenden Schulmedientage ermöglichten eine Hospitation von Unterricht. Mit der 2016 im IQSH in Kronshagen eingerichteten Medienwerkstatt stelle das IQSH Schulen eine Lernumgebung bereit, in der die digitalen Medien in vielfältiger Weise erprobt werden könnten zum Beispiel mit Notebooks, Tablets oder interaktiven Tafeln. „Die Medienwerkstatt wird gut genutzt – von Studienleiterinnen und Studienleitern in der Ausbildung, Kollegien aus Schulen oder ganzen Schulklassen“, so Ramm. In der neuen interaktiven Mediathek stelle das IQSH rund 30.000 digitale Medien zur Verfügung, die die Lehrkräfte in ihrem Unterricht einsetzen könnten. Mit dem Beratungsangebot Musterlösung Grundschule SH unterstütze das IQSH die Schulen zudem bei der Umsetzung einer IT-Lösung, die den unterrichtlichen Ansprüchen gerecht werde. Für 2018 sei geplant, das Wissen und die Erfahrungen der 113 Modellschulen durch verstärkte Netzwerkarbeit weiteren Schulen im Land zur Verfügung zu stellen. Zudem werde das IQSH die Broschüre „Lernen mit digitalen Medien im Fachunterricht“ herausgeben, die Lehrkräften Hilfestellungen und Anregungen für den Einsatz digitaler Medien in ihrem Fach gäbe.

Prof. Dr. Thomas Irion, Direktor des Zentrums für Medienbildung der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaft und Abteilungsleiter Grundschulpädagogik, umriss im Hauptvortrag theoretische und empirische Grundlagen einer Medienbildung in der Grundschule und diskutierte Konsequenzen für die Weiterentwicklung von Grundschulen. An konkreten Beispielen wurden Potenziale digitaler Medien für den Grundschulunterricht skizziert, Empfehlungen für den Einstieg gegeben und Grenzen des Lernens mit digitalen Medien aus wissenschaftlicher Perspektive dargelegt. Die Digitalisierung mache es notwendig, alle Grundschülerinnen und Grundschüler auf eine vernetzte Welt vorzubereiten. Um Chancengerechtigkeit sicherzustellen, sei es wichtig, auch hier benachteiligte Kinder im Blick zu behalten. Zentrales Ziel sei es, die kritische Handlungsfähigkeit der Kinder zu entwickeln. Aufgabe der Bildungseinrichtungen sei es nun, anspruchsvolle medienpädagogische und grundschulspezifische Konzepte zu entwickeln. „Denn Kinder müssen nicht nur lernen, mit der digitalen Welt umzugehen, sondern sie müssen auch lernen, sie zu gestalten“, so Irion. Ein weiteres zentrales Ziel sei es, das Potential digitaler Medien für die Weiterentwicklung des Grundschulunterrichtes auszuschöpfen und die dafür notwendigen technischen und pädagogischen Voraussetzungen zu schaffen.

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