Montag, 23. Juli 2018


  • Pressemitteilung BoxID 667585

Aktuelles IAT-Projekt untersucht digitale Wissensflüsse Geflüchteter

Online-Befragung zu Fluchtwegen, Informationsaustausch über Arbeitsmarktsituation und Verbreitung von Mythen

Gelsenkirchen, (lifePR) - Die „digitalen Wissensflüsse Geflüchteter“ erforscht das Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) in einem aktuellen Kooperationsprojekt mit der Universität Macerata/Italien. Im Mittelpunkt steht eine Onlinebefragung, die sowohl in der Region NRW durchgeführt wird, die als die stärkste Erstaufnahmeregion von Geflüchteten in Deutschland gilt, als auch in der italienischen Region Marken, aufgrund ihrer geographischen Lage eine der ersten Ankunftsregionen in Italien.

Gefragt wird etwa, welche Informationen z.B. per „Whatsapp“ zwischen Herkunfts- und Ankunftsregion ausgetauscht werden über Fluchtweg, Arbeitsmarkt, soziokulturelle Lage des Ziellandes. Werden vielleicht Mythen über das Ziel-/Ankunftsland verbreitet und die eigene Situation beschönigend dargestellt? Beeinflussen die Informationen den Nachzug oder Kettenmigration aus Syrien und anderen Ländern nach Deutschland oder Italien?

Die IAT-Forscherin Dr. Alexandra David will damit auch in der öffentlichen Debatte über „Luxusartikel und Smartphones für Geflüchtete“ zur Versachlichung beitragen: „Smartphones sind das „neue schnelle Fenster“ zur Außenwelt. Dieses Werkzeug ermöglicht es Geflüchteten, sich in erster Linie zu orientieren und jederzeit ortsunabhängig zu kommunizieren. In ihren transnationalen Migrationsnetzwerken können sie ihre Familie, Freunde und Kontakte (inklusive derjenigen, die sie in Transitländern und auf der Flucht kennengelernt haben) synchron mit Informationen aus dem Ankunftsland beliefern und ihre Erfahrungswerte schnell übermitteln.“

Die Online-Befragung auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch kann unter http://survey.unimc.it/index.php?r=survey/index&sid=944286&lang=en im Internet aufgerufen werden.

Erste Ergebnisse werden auf dem Deutschen Kongress für Geographie 2017 Anfang Oktober in Tübingen vorgestellt.

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