Sonntag, 19. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 664490

Brexit gefährdet Lieferketten

Köln, (lifePR) - Ein harter Brexit würde die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals stark treffen, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Vor allem die weit verzweigten Lieferketten deutscher Schlüsselindustrien könnten leiden. 

Die Produktion von Gütern wird immer internationaler: Einzelteile für Flugzeuge oder Autos überschreiten häufig zahlreiche Landesgrenzen, bis sie zu einem fertigen Produkt zusammengesetzt werden. Viele deutsche Industrieunternehmen sind auf solche Vorleistungen aus dem Ausland angewiesen – und nicht selten sitzen die Partner in Großbritannien. Allein 2014 lieferten die Briten Vorleistungen im Wert von rund 200 Milliarden Dollar in die EU-Staaten, davon entfielen fast 36 Milliarden auf Deutschland.

Der Brexit gefährdet diese enge Zusammenarbeit oder macht sie durch Zölle und andere Kosten zumindest teurer, sollten sich die Partner nicht auf ein Freihandelsabkommen einigen. Allein die Chemieunternehmen und die Automobilindustrie erhalten jährlich Vorleistungen in Milliardenhöhe aus Großbritannien. In die Gegenrichtung fließen ebenfalls Waren und Leistungen in Milliardenhöhe. Schon geringe Zölle würden die Preise nach oben treiben. „Die komplexen Lieferketten könnten durch den Brexit schlimmstenfalls gesprengt werden“, warnt IW-Wissenschaftler Berthold Busch. Wie eine IW-Rechnung zeigt, sind vor allem die Branchen des sonstigen Fahrzeugbaus – beispielsweise Luft- und Raumfahrzeuge –, der Metallbearbeitung und die Chemieindustrie auf Vorleistungen von der Insel angewiesen. Doch auch im Fahrzeugbau haben britische Zulieferer großen Einfluss auf die deutschen Partner.

„Die deutsche Industrie würde ohne ein Freihandelsabkommen empfindlich getroffen werden“, sagt Busch. Auch auf der anderen Seite des Kanals sieht es nicht besser aus. Zittern müssen dort vor allem die Dienstleistungsunternehmen, die viele Geschäfte mit Deutschland und der EU machen.

Einigen sich die Partner nicht auf zollfreien Handel und möglichst geringe nichttarifäre Handelshemmnisse, könnten die Kosten für die Industrie nachhaltig steigen. Dann könnten auch die Preise anziehen. „Am Ende würden dann auch die deutschen Verbraucher die Zeche zahlen“, sagt Busch.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

MPC Indien 2 – Zahlreiche Beschwerden über falsche Anlageberatung

, Finanzen & Versicherungen, CLLB Rechtsanwälte Cocron, Liebl, Leitz, Braun, Kainz Partnerschaft mbB

Berlin, 17.11.2017 – Zahlreiche Anleger sind über die Entwicklung des MPC Indien 2 enttäuscht. Es stellt sich Frage, ob sie ihr verlorenes Geld...

uniVersa erhält dreimal "Sehr gut" beim PKV-Test von Euro

, Finanzen & Versicherungen, uniVersa Versicherungen

Das Wirtschafts- und Anlagemagazin Euro hat in der Oktober-Ausgabe das Tarifangebot der privaten Krankenversicherung (PKV) auf den Prüfstand...

Kundenbefragung: Bank des Jahres 2017

, Finanzen & Versicherungen, DISQ Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG

Die Zufriedenheit der Kunden mit der eigenen Bank ist insgesamt hoch. Aber auch Ärgernisse sind keine Seltenheit – über 29 Prozent der Befragten...

Disclaimer