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Pressemitteilung BoxID: 387648 (ING Investment Management)
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Weichen für allmähliche Erholung gestellt ... dank der Konjunkturlokomotive Deutschland

(lifePR) (Zurich, ) Die Hinweise auf eine zaghafte Erholung der Eurozone mehren sich, wenn auch der Weg aus der Rezession mühsam sein wird. Ein stärkerer Euro könnte den Erholungsprozess ins Stocken bringen, doch mag es EZB-Präsident Mario Draghi gelingen, den Wechselkurs kleinzureden. Klar ist jedenfalls, dass die EWU noch nicht aus dem Schneider ist.

EWU-Wirtschaft erholt sich langsam ...

In diesem Jahr dürfte die langsame Erholung der EWU-Wirt­schaft einsetzen. Die wachstumsschädliche Wirkung der Kredit- und Finanzbedingungen einerseits und der Sparmaßnahmen andererseits dürfte etwas nachlassen, während eine Verbesserung der globalen Nachfrage die Exporte beleben sollte. Die jüngsten Konjunkturdaten bestätigen diese Sicht weitgehend: Sowohl der Index der Einkaufsmanager (ISM) im verarbeitenden Gewerbe als auch der von der Europäischen Kommission berechnete Geschäftsklimaindex der Eurozone sind im dritten Monat in Folge gestiegen. Doch innerhalb der EWU verläuft die Entwicklung sehr unterschiedlich: Während Frankreich ins Schlingern gerät, zeichnet sich an der Peripherie Entspannung ab. Der Erholungsprozess wird weitgehend von Deutschland getragen. Das zeigt sich auch am ifo-Geschäftsklimaindex, der im Januar - im dritten Monat in Folge - von 102,4 auf 104,2 Punkte stieg. In der Vergangenheit war dies stets ein Indiz für eine nachhaltige Erholung. Der Anstieg beruhte vor allem auf der Erwartungskomponente, die stark mit der deutschen Wachstumsdynamik korreliert und den Aufwärtstrend, der gegen Ende des letzten Sommers einsetzte, reflektiert. All dies legt nahe, dass Deutschland dank seines diversifizierten Exportsektors erheblich von der globalen Wachstumsbelebung profitiert. Dies dürfte sich relativ schnell in einer Belebung der Binnennachfrage niederschlagen, vor allem angesichts der niedrigen Arbeitslosenrate, niedriger Realzinsen, guter Kreditversorgung und steigender Häuserpreise.

Erholung wird langsam von statten gehen

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass der Weg aus der Rezession in kleinen Schritten stattfinden wird. Die Wirtschaft der Eurozone ähnelt seit jeher einem behäbigen Tanker, der nur langsam die Wende schafft. Der Schuldenabbau an der Peripherie geht weiter und außer in Deutschland steigen die Arbeitslosenzahlen und damit der Druck auf die Verbraucher.

OMT wirkt sich noch nicht auf Realwirtschaft aus

Das EZB-Anleihekaufprogramm Outright Monetary Trans­actions (OMT) hat das Risikoprofil von Staatsanleihen für Pri­vatanleger attraktiver gemacht. Im Ergebnis verbesser­ten sich die Aussichten für die Solvenz von Banken und Regie­rungen deutlich, wie sich u. a. an der Entspannung an den Kre­ditmärkten zeigt. Damit dürfte - vor allem an der Peripherie - eine Lockerung der Kreditvergabekriterien einhergehen. Dennoch scheint dieser Entspannungsprozess in der Finanz­wirtschaft noch nicht in die Realwirtschaft durchgeschlagen zu sein. Das OMT hat allerdings insofern die Realwirtschaft gestärkt, als dass es die Ungewissheit im Hinblick auf ein Auseinanderbrechen der EWU deutlich gesenkt hat, die noch im vergangenen Jahr für eine gedrückte Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern sorgte. Ferner haben Politiker jetzt eine bessere Vorstellung davon, was passiert, wenn ein drastischer Sparkurs der Wirtschaft die Luft abschnürt. Daher dürfte der Defizitabbau in diesem Jahr moderater als im Vorjahr verlaufen. Zusammen mit der weltwirtschaftlichen Erholung könnte dies Zuwächse beim Wachstum anstoßen.

Euro-Stärke könnte Aufschwung gefährden

Unlängst ist eine ganz neue Gefahr für die Erholung der Eurozone in Erscheinung getreten: ein gestärkter Euro. Lag die Gemeinschaftswährung Anfang Januar noch bei 1,30 gegenüber dem US-Dollar, war sie einen Monat später bereits auf 1,36 geklettert. Hauptgrund war die Ausweitung der Bilanzen anderer wichtiger Zentralbanken (Japan, USA), während die EZB-Bilanz durch Rückzahlung der im Rahmen des ersten langfristigen Refinanzierungsgeschäfts (LTRO) im Dezember 2011 aufgenommenen Mittel etwas zurückging. Auch die anscheinend gebannte Gefahr eines Kollapses der Eurozone sowie der Rückfluss von Kapital in die Region haben zur Stärkung des Euro beigetragen.

EZB öffnet Tür für mögliche geldpolitische Maßnahmen

Draghi hatte den Wechselkurs beim EZB-Treffen letzte Woche noch kleingeredet. Nach den Worten Draghis sieht die EZB keinen Anlass, den Anstieg des Euro-Kurses mit Mitteln der Geldpolitik zu stoppen. Weitere geldpolitische Maßnahmen seien indes möglich, falls die Euro-Stärke Wachstum und Preisstabilität bedroht. Im Anschluss an Draghis Stellungnahme fiel der Euro, doch das mag nur vorübergehend sein. Wie bei seinem Versprechen im letzten Jahr, alles zu tun, um den Euro zu retten, bleibt abzuwarten, ob Draghi erneut ohne Taten überzeugen kann. Nach unserer Einschätzung werden der Mangel an Wachstum, mögliche Rückschläge an der EWU-Peripherie sowie die Ungewissheit im Hinblick auf den Integrationsprozess in der Eurozone einem Höhenflug des Euro entgegenstehen.

Eurozone weiterhin für Erschütterungen anfällig

Die EWU bleibt weiter für wirtschaftliche und politische Erschütterungen anfällig, wenn auch in geringerem Maße als vor einem Jahr. Zudem hemmen die EZB-Maßnahmen die Entwicklung hin zu einer fiskalischen, politischen und Bankenunion. Allerdings war in der Vergangenheit häufig extremer Marktdruck der Auslöser für Fortschritte, zu denen es andernfalls vielleicht nicht gekommen wäre. Vor den Bundestageswahlen im September ist indes nicht mit wesentlichen Schritten zu rechnen.

Alles in allem muss man die politischen Ereignisse in der EWU weiter im Auge behalten, wie die Wahlen, die am 24./25.02. in Italien stattfinden. Der wahrscheinlichste Ausgang ist die Bildung einer Mitte-Links-Regierung mit Unterstützung des Zentrumsblocks des scheidenden Premiers Mario Monti. Doch falls diese Koalition nicht die Mehrheit im ebenso einflussreichen Senat gewinnt, könnte der Reformprozess ins Stocken geraten.

ING Investment Management

ING Investment Management (ING IM) ist ein globaler Asset Manager mit Euro 316 Milliarden* (USD 408,5 Mrd.*) Assets under Management. Zu unseren weltweiten Kunden gehören private und institutionelle Investoren. Mit über 2.100 Mitarbeitern ist ING IM in 25 Ländern in Europa, den USA, Asien und im Nahen Osten vertreten. ING IM ist der vorrangige Vermögensverwalter der ING Group, einem globalen Finanzdienstleister niederländischer Herkunft. In Europa und dem Nahen Osten hat ING IM Standorte in 15 Ländern und verwaltet ca. Euro 177,8 Milliarden* (USD 229,8 Mrd.*) Assets under Management. In den USA verwaltet ING IM über USD 178,7 Mrd.* (Euro 138,3 Mrd.*) und ist an den Investment-Standorten New York und Atlanta vertreten.

*Stand: Q3 2012, 30. September 2012; zu den AuMs zählen ING IM Japan und ING IM Singapur, der Geschäftsbereich Asian Investment Management (IM) wird jedoch unter "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten" ausgewiesen.

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*Zahlenangaben per 30.09.2012