Donnerstag, 23. November 2017


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Ein Koffer voller Bausteine für das Kepler-Gymnasium in Freudenstadt

Freudenstadt, (lifePR) - Mit dem Kepler-Gymnasium in Freudenstadt besitzt eine weitere Schule in Baden-Württemberg nunmehr einen GeoKoffer. Die Firma Sachtleben Bergbau GmbH & Co. KG aus Hausach, machte ihn der Schule zum Geschenk. Überreichen konnte dieses der CDU- Landtagsabgeordnete Norbert Beck in Anwesenheit des Freudenstädter Oberbürgermeisters Julian Osswald, von Robert Mauerlechner und Michael Nelles von Sachtleben Bergbau und des Hauptgeschäftsführers des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE), Thomas Beißwenger und des Schulleiters Peter Stübler vom Kepler-Gymnasium.

Beck hatte es an diesem Morgen mit dem Geographie-Neigungskurs des Gymnasiums zu tun. Die Schülerinnen und Schüler sind quasi prädestiniert für dieses begehrte Lehrmittel. Der GeoKoffer vereint nämlich 14 Handstücke der wichtigsten und typischen in Baden-Württemberg vorkommenden Gesteine mit modernen didaktischen Materialien. Beck wies auf die Bedeutung der mittelständischen Rohstoffindustrie für das Bundesland hin. Der Landtagsabgeordnete wies darauf hin, dass er zum Kepler-Gymnasium auch einen sehr guten persönlichen Draht besitzt, da eines seiner Kinder hier ihr Abitur gemacht hat.

Beißwenger illustrierte den jungen Zuhörern Förderung und Nutzen mineralischer Rohstoffe. Baden-Württemberg, so sagte er, sei ein rohstoffreiches Land. Abgesehen von Energierohstoffen finde man hier so ziemlich alles, was man zum Bau von Verkehrsinfrastruktur und Gebäuden brauche. Aber nicht nur dazu dienten heimische Gesteine, Sand und Kiese. Auch in der Chemie und sogar in der Lebensmittelindustrie würden mineralische Rohstoffe verarbeitet. So erkläre sich, dass jeder Baden-Württemberger umgerechnet 1 kg von ihnen verbrauche – pro Stunde!

Zwei ganz besondere Rohstoff werde nur wenige Kilometer von Freudenstadt entfernt gefördert: Schwerspat und Flussspat, erläuterte Robert Mauerlechner. Sein in Hausach beheimatetes Unternehmen betreibt im Rankachtal in Oberwolfach ein Bergwerk und baut seit fast 120 Jahren in der Grube Clara Schwerspat- und seit 40 Jahren Flussspaterz ab. Diese Erze werden in der Aufbereitung in Wolfach zu Produkten verarbeitet, die unter anderem in der Automobilindustrie, in Baustoffen, in der Lacke- und Farbenindustrie, in Klebstoffen, in Reib- und Kupplungsbelägen, in der Schweißtechnik und Metallurgie und der medizinischen Diagnostik Einsatz finden. Die Grube Clara ist die einzige Stelle in ganz Baden-Württemberg, deren tiefste Sohle unter dem Meeresspiegel liege.

Sachtleben Bergbau hat mit einem Exporationsprojekt auf Schwerspat im Freudenstädter Christophstal in den letzten Jahren in Freudenstadt und Umgebung für viel Diskussionsstoff in Bevölkerung und Verwaltung gesorgt. Die Schülerinnen und Schüler des Kepler-Gymnasiums haben die Vorgänge mit ihren Lehrern stets aufmerksam verfolgt und über das Für- und Wider im Zusammenhang mit der Gewinnung von heimischen Rohstoffen nachgedacht.

Unter anderem haben zwei Schülerinnen in den letzten beiden Jahrgängen dieses Thema für ihr Abitur bearbeitet. Für die Schülerinnen und Schüler war dies sicherlich ein ausgesprochen informativer Morgen mit Einblicken in eine für viele Menschen  bislang wohl unbekannte Welt. Der neue GeoKoffer wird sie bestimmt motivieren, das Thema Geologie und Rohstoffe weiter interessiert zu verfolgen…

Fakten zum GeoKoffer

Das multimediale Bildungspaket hat der ISTE in Kooperation mit der Umweltakademie Baden-Württemberg, dem Landesverband der Schulgeographen, dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau sowie den Pädagogischen Hochschulen im Land in dreijähriger Arbeit entwickelt. Der GeoKoffer soll das Interesse der Schüler an geologischen Themen und den interdisziplinären Unterricht fördern.

Der GeoKoffer, in dessen Entwicklung 70 000 Euro investiert wurden, soll Lehrer dabei unterstützen, Themen rund um die Erdgeschichte spannend und praxisnah zu vermitteln. Ob Kontinentaldrift, Vulkanismus oder die Entstehung des schwäbischen Schichtstufenlandes - tektonische Phänomene haben über Jahrmillionen hinweg die Landschaft im Südwesten geprägt und Gesteinsarten, wie Gneis, Granit, Posidonienschiefer, Porphyr, Muschel- oder Jurakalk hervorgebracht. Für die meisten Schüler ist Geologie abstrakt und wenig greifbar. Das soll sich mit dem GeoKoffer ändern.

Es handelt sich um ein multimediales Lehrmittel, das die 14 wichtigsten Bausteine des Landes Baden-Württemberg zum Anfassen und Experimentieren enthält. Neben diesen handgeschliffenen, faustgroßen Gesteinstücken beinhaltet der GeoKoffer auch 33 laminierte Informationskarten für die Gruppenarbeit und einen USB-Stick, auf dem Präsentationen, Arbeitspapiere, Fotos und Filme gespeichert sind. Mit ihnen können die Schüler hinter die Kulissen von Steinbrüchen, Kies- und Sandgruben blicken. Dabei erfahren sie nicht nur, wie die Gesteine im Koffer vor Urzeiten entstanden sind, sondern wie sie gewonnen, weiterverarbeitet und als Baustoff oder in zahlreichen industriellen Anwendungen, wie der Papier-, Glas-, Stahl- oder Lebensmittelherstellung, zum Einsatz kommen. Häufig fragen Schüler: "Warum muss ich das für mein späteres Leben wissen?". Darauf gibt der GeoKoffer mit seinem hohen Praxis- und Alltagsbezug eine überzeugende Antwort. Denn schon morgens, beim Zähneputzen sind Steine im Spiel, die sich als Kalkmehl in der Zahnpasta befinden.

Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V.

In Baden-Württemberg gibt es rund 500 Unternehmen, die mineralische Rohstoffe gewinnen, weiterverarbeiten oder gebrauchte mineralische Rohstoffe recyceln. Insgesamt geschieht dies in rund 800 Werken mit 15.000 Beschäftigten. Diese Branche erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von rund 5 Milliarden Euro pro Jahr im Land.

Pro Einwohner und Jahr müssen rund 10 Tonnen Material der Erde entnommen werden, damit Häuser, Bürogebäude, Straßen, Bahnlinien und Radwege gebaut werden können. Insgesamt werden so jährlich 100 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe gewonnen und benötigt. Ziemlich genau entspricht das einem Kilogramm mineralische Rohstoffe pro Einwohner und Stunde. Gebrauchte Baustoffe werden durch Baustoffrecycling im Kreislauf gehalten. So wird bereits heute ca. 90 Prozent des Bauschuttes und Straßenaufbruchs recycelt.

Der ISTE wurde bereits sechs Jahre vor dem Land Baden-Württemberg im März 1946 als "Fachverband Steine und Erden Württemberg und Baden e.V." gegründet. Seitdem hat er sich zu einem modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschafts- und Arbeitgeberverband entwickelt.

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