IHK-Konjunkturbericht Rheinland-Pfalz: Robuste Konjunktur zeigt erste Ermüdungserscheinungen

(lifePR) ( Trier, )
Trotz weltwirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Risikofaktoren präsentiert sich die rheinland-pfälzische Unternehmenslandschaft weiterhin in einer starken Verfassung – das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) hervor.

Die gute Arbeitsmarktlage stärkt die Binnennachfrage und sorgt damit für die Fortsetzung der robusten konjunkturellen Entwicklung in Rheinland-Pfalz voraussichtlich bis ins Jahr 2017 hinein. Zukünftig dürften die Investitionen dabei auch eine stärkere Rolle spielen. Der Bericht stützt sich auf die Antworten von mehr als 1.000 Betrieben, die in Bezug auf Branche, Größe und Standort einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft des Landes abbilden.

Der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilung und Erwartungshaltung der Unternehmen zusammenfasst, liegt im Herbst 2016 bei 118 Punkten und somit weiterhin im deutlich positiven Bereich oberhalb der neutralen 100-Punkte-Linie. Im Vergleich zur Vorumfrage im Frühjahr 2016 stellt dies allerdings eine leichte Eintrübung um drei Punkte dar. Das liegt vor allem am moderaten Rückgang der Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate. Demnach wird für 2017 ein positives, im Vergleich zum laufenden Jahr aber niedrigeres Wachstum erwartet.

Ein positives Zeichen gibt die Investitionsneigung der Unternehmen, die gegenüber dem Frühjahr leicht gestiegen ist. Jeweils drei von zehn Befragten wollen in die Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten und in die Umsetzung von Produktinnovationen investieren. Was die Beschäftigungsabsichten betrifft, ist kein Unterschied gegenüber der Vorumfrage zu verzeichnen.  „Der leichte Personalzuwachs dürfte sich fortsetzen, wobei die Bemühungen

der Unternehmen jedoch zunehmend durch das begrenzte Fachkräftereservoir an ihre Grenzen stoßen“, kommentiert Peter Adrian, Präsident der IHK Trier und IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Während in Bezug auf den Inlandsabsatz eine leichte Entspannung gegenüber der Vorumfrage festzustellen ist, identifizieren aktuell 23 Prozent aller Befragten den Auslandsabsatz als Risikofaktor – nach 21 Prozent im Frühjahr. Hier scheint sich eine leichte Verunsicherung unter anderem durch das Brexit-Votum, die anhaltenden Beschränkungen im Russland-Geschäft und den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA niederzuschlagen.

Was die Industrie betrifft, haben im Vergleich zum Frühjahr steigende Auftragsbestände und eine merkliche Verbesserung der Auslastung der Produktionskapazitäten zur positiven Einschätzung der aktuellen Industriekonjunktur beigetragen. Auch die mittelfristigen Geschäftserwartungen sind mit einem Pluszeichen versehen. Das Stimmungsbild fällt je nach Industriezweig dennoch unterschiedlich aus: Die Vorleistungsgüterproduzenten sind optimistischer gestimmt als die Investitionsgüterproduzenten, wobei die Verbrauchsgüterproduzenten sogar mit einer Seitwärtsentwicklung ihrer Branchenkonjunktur rechnen und sich damit deutlich skeptischer als noch im Frühjahr äußern.

„Die Unternehmen signalisieren, dass sich erste Ermüdungserscheinungen in der wirtschaftlichen Dynamik abzeichnen“, kommentiert Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, die Ergebnisse. Vor diesem Hintergrund wären ins Jahr 2017 hinein stützende Effekte für die Wirtschaft wünschenswert. „Die Politik in Kommunen, Land und Bund ist gefordert, durch wirtschaftspolitische Reformmaßnahmen Rückenwind in das Konjunktursegel zu blasen. Unterbleibt dies, besteht die Gefahr, dass der Konjunkturmotor ins Stottern gerät“, so Rössel.
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