Donnerstag, 23. Februar 2017


  • Pressemitteilung BoxID 156099

Rechnen und Schreiben bleiben die Sorgenkinder

Online-Umfrage der IHK Lippe belegt Defizite bei Schulabgängern

(lifePR) (Detmold, ) Noch viel zu tun gibt es für Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung auf das Berufsleben. Das ergab die Online-Umfrage der IHK Lippe, an der sich 159 Ausbildungsunternehmen beteiligten. Auf die Frage "In welchen Bereichen stellen Sie Mängel bei der Ausbildungsreife heutiger Schulabgänger fest?", beklagten 61 % der befragten Unternehmen Mängel bei elementaren Rechenfertigkeiten und 63 % Mängel im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen. 44 % der Unternehmen stellten darüber hinaus mangelnde Umgangsformen fest.

Allerdings ergreift die überwiegende Anzahl der Unternehmen während der Ausbildung Gegenmaß-nahmen, um die Auszubildenden zu unterstützen. So halten 54 % ein eigenes Angebot von Nachhil-femaßnahmen im Unternehmen vor, 44 % nutzen ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Ar-beit und knapp 20 % bieten langfristige Schülerpraktika an, damit Betrieb und Bewerber ihre Vorstel-lungen rechtzeitig prüfen können. "Wir begrüßen die Bereitschaft unserer Unternehmen, ihre Auszu-bildenden auf den erforderlichen Stand zu bringen, ausdrücklich. Der Ausbildungsbetrieb kann jedoch nicht das nachholen, was im Vorfeld im Elternhaus und in der Schule versäumt wurde.", bekräftigt IHK-Geschäftsführer Michael Wennemann angesichts der Umfrage.

Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels speziell in den technischen Berufen appelliert die IHK Lippe an die Schulen, besonderes Gewicht auf die Vermittlung von elementaren Rechenfertigkeiten und das schriftliche und mündliche Ausdrucksvermögen zu legen. Nur so können Einstellungstests erfolgreich gemeistert und Enttäuschungen vermieden werden.

Ebenfalls abgefragt wurde die Reaktion der Ausbildungsunternehmen bei der Gewinnung von Aus-zubildenden auf rückläufige Schulabgängerzahlen. 55 % der befragten Betriebe registrieren noch keine rückläufigen Bewerberzahlen und haben dementsprechend keinen Handlungsbedarf. 26 % ha-ben ihre Kooperationen mit Schulen verstärkt, um geeignete Bewerber zu akquirieren. Knapp 17 % verstärken ihr Ausbildungsmarketing, um ihr Unternehmen interessant für Schulabgänger zu machen. "Auch wenn die demografische Entwicklung angesichts der Konjunkturkrise in den vergangenen Monaten in den Hintergrund getreten ist, appellieren wir dringend an die Unternehmen, sich auf die geringeren Schulabgängerzahlen, auch in Lippe, vorzubereiten. Nur durch entsprechende Perso-nalplanung und das Bereitstellen von Ausbildungsplätzen kann dem Fachkräftemangel vorgebeugt werden und somit der Standort langfristig gesichert werden", betont Wennemann abschließend.

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