lifePR
Pressemitteilung BoxID: 348731 (Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold)
  • Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
  • Leonardo-da-Vinci-Weg 2
  • 32760 Detmold
  • https://www.detmold.ihk.de/
  • Ansprechpartner
  • Renate Dahmen
  • +49 (5231) 7601-0

IHKs in NRW legen gemeinsame "Energiepolitische Positionen 2012" vor

Ja zu einem Energiemix, nein zu Dauersubventionen

(lifePR) (Detmold, ) "Die beschleunigte Energiewende hat einen kostenintensiven Totalumbau der deutschen Energieversorgung zur Folge - und Nordrhein-Westfalen ist als die Industrie- und Energie-region Nummer Eins in Deutschland davon besonders betroffen." Darauf weist Ernst-Michael Hasse, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) hin. Die Fakten sprechen für sich: Das Bundesland liefert 30 Prozent des bundesweit benö-tigten Stroms und verbraucht 40 Prozent des deutschen Industriestroms. "Wenn die ener-gieintensive Grundstoffindustrie nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren kann, ist die Basis der industriellen Wertschöpfung in NRW bedroht!" ist Hasse besorgt. "Es muss uns gelingen, die Energiewende wirtschaftsverträglich umzusetzen."

Vor diesem Hintergrund hat die Landesarbeitsgemeinschaft der 16 Industrie- und Handels-kammern in Nordrhein-Westfalen (IHK NRW) jetzt die Energiepolitischen Positionen 2012 vorgelegt. Die IHK NRW stellt auf 24 Seiten dar, wie die Energiewende aus Sicht der Wirt-schaft gelingen kann. Die Unternehmen in NRW sind bei der Erarbeitung der Positionen in-tensiv eingebunden worden. Die Vollversammlung der IHK Lippe hatte den "Energiepoliti-schen Positionen 2012" am 11. September 2012 zugestimmt.

"Die Wirtschaft will die Energiewende konstruktiv begleiten", so Axel Martens, Hauptge-schäftsführer der IHK Lippe. "Sie stellt aber auch ganz konkrete Anforderungen an die Poli-tik. Denn nur unter bestimmten Voraussetzungen kann die Energiewende gelingen." Die wichtigsten sind in dem Positionspapier in den "Zehn Meilensteine für eine kostengünstige und zukunftsfähige Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen" formuliert.

Dreh- und Angelpunkt ist für die Unternehmen die sichere und bezahlbare Energieversor-gung gepaart mit einer verlässlichen und berechenbaren Energiepolitik. "Alles andere wirkt sich schädlich auf die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsbereitschaft der Unternehmen aus", gibt Martens die Erwartungen der Wirtschaft wieder. "Insbesondere die staatlichen Steuern und Abgaben sind mit inzwischen über 50 Prozent Anteil am Strompreis schlicht zu hoch." Die IHK NRW mache sich aus diesem Grund für eine Senkung der staatlichen Zu-satzbelastungen durch Strom- und Energiesteuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) und CO2-Emissionsrechtehandel stark.

Die IHK NRW setzt sich in den "Energiepolitischen Positionen 2012" auch mit der Energie-erzeugung auseinander. Eine zukunftsfähige Energiepolitik müsse in den nächsten Jahr-zehnten auf einen breiten Energiemix setzen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei wichtig, müsse aber in Zukunft bedarfsgerechter erfolgen. "Soll der Strom zukünftig noch bezahlbar sein, müssen wir weg von der Dauersubvention hin zu einer Marktintegration von Wind- und Solarenergie", erklärt Hasse.

Um die Schwankungen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgleichen zu können, werden nach einer aktuellen Studie der Deutschen Energieagentur (DENA) auch im Jahr 2050 noch hochflexible Gas- und Kohlekraftwerke benötigt. Rund die Hälfte der heute betriebenen Kraftwerke steht jedoch vor dem Ende der geplanten Lebensdauer. In den Positionen fordert IHK NRW deshalb die politisch Verantwortlichen auf, die entspre-chenden Voraussetzungen zu schaffen und um Akzeptanz in der Bevölkerung zu werben. Das gelte auch für die Planung erforderlicher Energiespeicher und neuer Stromtrassen.

Die Broschüre "Energiepolitische Positionen 2012" ist unter www.detmold.ihk.de (Ser-vice/Positionen) abrufbar.