Dienstag, 12. Dezember 2017


  • Pressemitteilung BoxID 567322

Geschäftslage meist gut - Erwartungen überall gedämpft

Saisonumfrage der IHKn Sachsen-Anhalts zur Tourismuswirtschaft

Halle, (lifePR) - Der Geschäftsklimaindex der Tourismusbranche in Sachsen-Anhalt zeichnet ein unterschiedliches Bild: Während sich im Beherbergungsgewerbe und in der Gastronomie die Lage gegenüber der Vorjahressaison nochmals verbessert hat und bei knapp 39 Prozent der Gastronomen bzw. bei 46 Prozent der Beherbergungsunternehmen zu gestiegenen Umsätzen führte, entwickelte sich die Umsatzsituation in der Reisebranche das zweite Jahr in Folge rückläufig. Die Geschäftserwartungen sind in allen Teilbranchen, wenn auch in unterschiedlichem Umfang, negativ. So lauten die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Saisonumfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) unter 600 Gastronomen, Hoteliers, Busunternehmen, Reisebüros- und Reiseveranstaltern im Bundesland.

„Zunehmender Fachkräftemangel, hohe Rohstoff- und Energiepreise und die mit dem Mindestlohn einhergehenden steigenden Arbeitskosten lassen das Gastgewerbe fast ängstlich in die Zukunft blicken. Ein Drittel der befragten Unternehmen wird trotz Preiserhöhungen im Vorjahr nochmals die Übernachtungs- bzw. Verzehrpreise anheben müssen. Spielraum, um anderweitig die Kosten zu kompensieren, gibt es kaum noch“, äußert sich Antje Bauer, Geschäftsführerin Starthilfe und Unternehmensförderung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK).

Die abgelaufene Sommersaison bescherte nicht zuletzt auf Grund des nahezu durchgehenden guten Wetters dem Gastgewerbe Sachsen-Anhalts gute Geschäfte. Die positiven Geschäftslageeinschätzungen erreichen Rekordwerte und sind damit die besten seit mehr als zehn Jahren. Ebenso gut entwickelten sich die Umsätze im Gastgewerbe: Circa 46 Prozent der Beherbergungs- und 39 Prozent der Gastronomieunternehmen melden gestiegene Einnahmen.

In der Reisebranche liegen die gegenwärtigen Lageeinschätzungen noch auf relativ hohem Niveau, sind jedoch das zweite Jahr in Folge rückläufig. Trotz stabiler Reisefreudigkeit der Deutschen und Preiserhöhungen bei Flügen und Touristikreisen haben über ein Drittel der Reisebüros mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Hauptsächlich ist der Absatz von Geschäftsreisen (per Saldo minus 27) hierfür verantwortlich. Auch der Umsatz von Urlaubsreisen liegt mit minus zwei Punkten im Negativbereich. Verantwortlich für den Rückgang der Buchungszahlen im Outgoing-Segment (Ausreisetourismus der Inländer) – hier sinkt der Saldo auf minus 15 Prozent – sind im stationären Vertrieb u. a. die rückläufigen Flugverkäufe auf Grund von Streiks, aber auch das zunehmende Online-Buchungsverhalten der Kunden. Vom Rückgang der Auslandsreisen profitiert der Inlandsmarkt. Hier steigen die Buchungen wieder leicht an (Saldo plus vier). Die Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in der kommenden Wintersaison sind negativ. Ein Viertel aller befragten Reisebüros und Veranstalter rechnet mit ungünstigeren Geschäften. Folglich plant die Hälfte der Unternehmen steigende Reisepreise. 59 Prozent der befragten Reisemittler und -Veranstalter beklagen zunehmend die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Entwicklungsbzw. Wachstumshemmnis.

Befragt nach den Auswirkungen seit Einführung des Mindestlohnes gaben 62 Prozent der Gastronomen und über die Hälfte der Beherbergungsunternehmer an, dass die gestiegenen Kosten über Preiserhöhungen kompensiert werden mussten. In der Gastronomie wurde zudem auf Arbeitszeitverkürzungen bzw. die Einschränkung der Betriebszeiten zurückgegriffen. Knapp ein Viertel verzichtete auf Neueinstellungen und 21 Prozent verringerten den Personaleinsatz über Stellenabbau oder den Abbau des Minijobber-Bestandes. Ähnlich stellt sich das Bild im Beherbergungsgewerbe dar: Ein Viertel verringerte den Personaleinsatz, 17 Prozent verzichteten auf Neueinstellungen und 21 Prozent führten eine Veränderung des Lohngefüges herbei.

 

 

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Fit für die digitale Herausforderung im Marketing?

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

2016 war nach dem OVK-Report für digitale Werbung erstmals das Internet führender Werbekanal im Mediamix, noch vor dem TV. Ohne Kenntnisse im...

Investition in die Zukunft: Qualifikation zum Aus- und Weiterbildungspädagogen (IHK)

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Wer sich mit dem Thema Weiterbildung und aufsteigenden Berufsqualifikatione­n beschäftigt, wird feststellen, dass der allgemeine Fokus immer...

Auszeichnung des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler und zwölf ehemaliger Außenlager in Baden-Württemberg mit Europäischem Kulturerbe-Siegel

, Bildung & Karriere, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager erhalten das Europäische Kulturerbe-Siegel. Der Antrag wurde unter französischer...

Disclaimer