Freitag, 24. November 2017


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4 Wochen Mindestlohn - eine erste Bestandsaufnahme

IHK Dresden mit erster Unternehmensbefragung zum Mindestlohn

Dresden, (lifePR) - Seit genau vier Wochen gilt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn. Arbeitnehmern steht seit dem 1. Januar 2015 ein Brutto-Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro zu. Die IHK Dresden hat die neue gesetzliche Regelung zum Anlass für eine erste Mitgliederbefragung genommen. Es beteiligten sich 600 Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche mit zusammen 32.000 Beschäftigten aus dem Kammerbezirk.

Welche Wirtschaftsbereiche sind betroffen?
Über alle Wirtschaftsbereiche gaben 48 Prozent der Befragten an, direkt von der Einführung des Mindestlohns betroffen zu sein. Eine Differenzierung nach Branchen macht eine überdurchschnittliche Betroffenheit der Unternehmen des Verkehrsgewerbes mit 75 Prozent, und des Handels mit 61 Prozent deutlich. Es folgen die Industrie mit 44 Prozent, das Dienstleistungsgewerbe mit 40 Prozent sowie mit deutlichem Abstand die zu großen Teilen bereits über einen Branchenmindestlohn verfügenden Bauunternehmen mit 26 Prozent.

Wie hoch ist der Anteil der betroffen Stellen?
Die Unternehmen haben darüber hinaus Auskunft über die Quote der vom Mindestlohn betroffenen Stellen gegeben. Auch hier rangieren das Verkehrsgewerbe und der Handel ganz vorn. Insgesamt sind in diesen Branchen 46 bzw. 35 Prozent aller Stellen betroffen. Es folgen die Industrie mit 18 Prozent und der Bau mit 16 Prozent betroffener Stellen. Schlusslicht ist hier das Dienstleistungsgewerbe mit lediglich 8 Prozent der Stellen.

Welchen Einfluss hat die Betriebsgröße?
Die Betroffenheit der Unternehmen nimmt mit steigender Mitarbeiterzahl ab, wobei die Unterschiede geringer ausfallen, als erwartet. So geben 56 Prozent der Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten an, betroffen zu sein, im Bereich von 10 bis 19 Beschäftigten sind es 42 Prozent, bei 20 bis 49 Beschäftigten 44 Prozent, in der Gruppe von 50 bis 99 Mitarbeiter dann mit 54 Prozent wieder mehr als die Hälfte. Ein deutlicher Rückgang der Betroffenheit ist mit 36 Prozent erst bei Unternehmen mit 100 und mehr Mitarbeitern zu verzeichnen.

Welche Auswirkungen melden die Unternehmen?
Bei der Frage nach den betriebsinternen Auswirkungen dominieren Ertragsrückgänge und Änderungen im betrieblichen Lohngefüge bei jeweils 54 Prozent der Firmen. Mit geringem Abstand folgen Preiserhöhungen bei 49 Prozent der Befragten. Rund 38 Prozent gaben einen Mehraufwand durch Berichtspflichten und Nachweisführungen an. Personalabbau als mögliche Option ziehen 30 Prozent in Betracht. In Anbetracht der Einbeziehung bestimmter Praktika in den Mindestlohn, tragen sich 14 Prozent der Unternehmen mit dem Gedanken, künftig weniger Plätze zur Verfügung zu stellen.

Fazit des IHK-Präsidenten
Dr. Günter Bruntsch, Präsident der IHK Dresden, zu den Ergebnissen: "Der Mindestlohns ist ohne Frage einer der einschneidendsten Eingriffe des Gesetzgebers in die unternehmerische Freiheit seit Jahren. Auch deshalb haben sich im Vorfeld alle Lager mit Prognosen überboten. Von einer flächendeckenden Steigerung der Kaufkraft, über gar keine Auswirkungen, bis zu Millionen zusätzlicher Arbeitsloser und Unternehmensaufgaben in Größenordnungen war alles dabei. Wer am Ende Recht behält, wird sich aber vielleicht erst in ein oder zwei Jahren zeigen. Denn auch, wenn wir bereits jetzt erste Befragungsergebnisse haben, aus denen das Verkehrsgewerbe und der Handel mit einer überdurchschnittlichen Betroffenheit hervorstechen, wird deutlich, dass viele Unternehmer mögliche Folgen und daraus abgeleitete Konsequenzen zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher antizipieren als bereits realisieren."

Industrie- und Handelskammer Dresden

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) ist mit 96.000 Mitgliedern aus den Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Verkehr, Bau, Hotellerie und Gastronomie der größte Interessenvertreter der regionalen Wirtschaft im Direktionsbezirk Dresden. Bei einer jährlichen Wirtschaftsleistung von mehr als 20 Milliarden Euro verantworten die IHK-Unternehmen rund 350.000 Arbeits- und über 12.000 Ausbildungsplätze. Neben der Hauptgeschäftsstelle in Dresden ist die IHK in Bautzen, Kamenz, Görlitz, Zittau und Riesa vertreten. Seit 1991 ist sie neben 80 IHKs deutschlandweit Mitglied des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin.

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